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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 27. december 1867

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Dato: 27. december 1867
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden am 27.Dezember 1867

Theurer,verehrter Freund!

Sie werden mich undankbar schelten noch nicht für die reizen¬de so gelungene Photografie Ihnen gedankt zu haben, damals kreuzten sich unsere Briefe,aber mein Herz ist das Alte, meine Gedanken ziehen so oft zu Ihnen und nehmen Teil an allen den Ovationen,die man Ihnen bringt. So las ich in der Kreuzzeitung, daß Sie in Odense zum Ehrenbürger ernannt, und eine lange Beschreibung dieses Festes. Möge Gott all den Segen, den Ruhm, die Freuden auch im neuen Jahr Über Sie ausbreiten-und Ihnen geistige und körperliche Kräfte geben Ihren schönen gekrönten Lebenslauf fortzusetzen.

In den vorigen Kriegsjahre als wir unsere Effekten in Sicherheit zu bringen suchten, ist mir eine Kiste verloren gegangen mit allen Photografien Albums und anderen wertvollen Albums und Büchern, ein unersetzlicher Verlust über den ich mich nicht beruhigen kann. Auch von Ihnen sind sie mit verloren gegangen all die lieben Porträts in Photografien, ich würde daher sehr dankbar sein, sendeten Sie mir noch in Visitenkartenform eine Doublette und sollten Sie in Ihrer Sammlung einige Doubletten interessanter Persönlichkeiten finden und entbehren können, selbst von der königlichen Familie,welche mir Gräfin Hohenthal schenkte, sind alle mit bei dem Verlust! -

Sollte Gott meine Gesundheit etwas mehr festigen -(es ginge nicht in dem jetzigen Zustand) so folge ich einer Einladung des Großherzogs nach Weimar im Frühjahr, von dort einer Einladung nach Schleswig von Frau von Goethe und der Priorin Ulrike ihrer Schwester, und einer alljährlich wiederholten, nach Glorup. Dann hoffe ich das unvergleichliche Kopenhagen mit Thorvaldsens Museum auch zu sehen, gibt es von ihm keine Photografie, und - dann - poi mooi!

Hofrat Ziegler war dies Frühjahr in Spanien, und ist im Begriff eine Reise darüber zu schreiben.

Mit dem Großherzog bin ich in fortwährender Korrespondenz, Herr von Beaulieu hat sich mit seiner Familie in Dresden etabliert und mich gestern besucht, er fragte nach Ihnen. In Weimar hat sich viel geändert, die Weimarfarben haben dem schwarz weiß weichen müssen, das Militär ist unter preußische Fahnen gestellt, und Preußen stehen jetzt dort, über der Post schwebt der pr. Adler, und die Steuern sind kaum zu erschwingen, gerade wie in Sachsen. - Vorbei! - Vorbei! - Alle Geschichten haben ein Ende - leider nicht immer ein Gutes.

Wann wird man wieder von Ihnen etwas Neues lesen können?

Werden wir uns im Leben noch einmal wiedersehen?¬

Mit Treue denkt Ihrer Ihre Freundin

Fr.Serre

[Randnotiz:] Nächsten Sommer will Frau von Falke mit ihrer Tochter einige Wochen zu mir kommen.

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