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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 31. juli 1868

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Dato: 31. juli 1868
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Maxen den 3l. Juli 1868

Theurer, verehrter Freund!

Mit innigem Bedauern habe ich Ihren letzten Brief gelesen, daß Sie in Elms durch sich Stoßen, lange an einem schlimmen Fuß gelitten! Gebe der Himmel, daß es keine Folgen hat und Sie völlig von allem Ungemachen befreit werden.

Wir hatten jetzt 2 traurige Beispiele. Voriges Jahr ließ sich Fürst Schönberg von seinem Kammerdiener die Hühneraugen operieren, und der Fuß wurde so bös, der Brand kam dazu, er mußte sich den Fuß abnehmen lassen und starb, jetzt in Teplitz geschah ganz dasselbe unserm K.Röder, er ist vor 8 Tagen begraben worden! -

Sie können denken, wie schmerzlich es mir war, der so herzlichen Einladung von Gräfin Moltke widerstehen zu müssen, ich sehnte mich nach ihnen nach dem paradiesischen Glorup, das herrliche Kopenhagen kennen zu lernen mit allen Schätzen Thorvaldsens - mit Ihnen zusammenzutreffen - Jahre habe ich darauf gewartet und nun aber fühle ich, daß mein Befinden zu unsicher ist, meine Kräfte zu etwas geselligen und bewegten geselligen Verkehr nicht zureichen, und obgleich ich diesen Sommer mich viel wohler als im Vorigen befinde - so ist es nur der großen Ruhe und der heißen Witterung, welcher ich es verdanke. Jede Aufregung hat Folgen und muß ich büßen.

Es ist vorbei! und nicht leicht ist altwerden zu ertragen, und Kränklichkeit, wenn der Geist noch frisch ist und das Herz warm, und nicht wünscheleer! - Ich zittere daher Pläne auf 6 Monate vorher zu machen, und kann mich nicht im Voraus freuen! Wie schön wäre es wenn Sie jetzt bei uns wären, wo Clara und Ottilie Heincke bis Mitte August noch ihre Gegenwart mir schenken, und jetzt die 3te Schwester Hedwig ein paar Tage hier ist. Jede hat die Natur mit einem Talent besonders begabt, Clara die Liebenswürdigste malt, Ottilie spielt meisterhaft das Piano und Hedwig singt mit vortrefflicher Schule und Stimme. Mitte August spätestens erwarte ich Frau von Goethe mit beiden Söhnen und ihrer Cousine Frau von Schmerling - auch Henselt wird Dresden zu dieser Zeit durchfliegen. Freilich Frau von Goethes Kränklichkeit und Umstände, die oft hinderlich eintreten macht alles dennoch ungewiß.

Mit dem Großherzog von Weimar stehe ich fortwährend in Korrespondenz, er fragt oft nach Ihnen,auch er leidet tief unter dem Druck der Politik, und ist wie unser König, nur noch ein Schattenfürst.

Der Besuch von Louise Mühlbach mit ihrer schönen Tochter, hat mir viel Freude gemacht, ihr neuestes Buch hat den Titel &Von Solferino bis Königgrätz'.

An dem Bürgermeister Hertel,an dem Hofrat Ziegler, an dem Geheimrat Körner und Minister Falkenstein habe ich treue, tätige, hilfreiche Freunde, die mir auch in meiner Stellung, bei der Verwaltung meines Eigentums sehr nötig sind, Leider ist Carl mit seiner Familie zu sehr an seine Scholle gebunden, und kann mir wenig sein. Wann wird man wieder einmal deutsch Eines Ihrer neuesten Bücher lesen können? Ich grüße Sie mit treuem, verehrendem Herzen! -

Fr.Serre

[Randnotiz:] Margaret die im November 25 Jahre bei mir, grüßt herzlich. Die Baronesse Stampe hat mir ein Armband von Thorvaldsens Haaren vermacht.

Der arme Carus ist nur eine Ruine! Leider starb mein und Serres Arzt Fricke vor Kurzem.

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