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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 8. september 1869

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Dato: 8. september 1869
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Maxen am 8.September 1869

Verehrter Freund!

Vorüber ist der Tag, der den so gesegnten Knaben nach Kopenhagen führte, um ihn ruhmgekrönt nach 50 Jahren all die Ovationen hinnehmen zu lassen, die unzähligen Verehrer und Freunde ihm dargebracht, und ich bin begierig davon zu hören. Ich selbst dachte Ihrer und feierte den Tag durch das Wiedersehen des treuen Freundes Hense1t nach langer Zeit wieder in Maxen. Da ich gerade den 6ten an ihn meinen Wagen schickte, herauszuholen, legte ich meine Depeche Ihnen zu gratulieren bei, leider ist sie vergessen zu befördern und kam gestern unveröffentlicht wieder. Daß mir das recht unangenehm, können Sie denken, aber Sie zweifeln nicht an meiner Teilnahme und darum sende ich diesen Brief nach!

Bald naht die Zeit des langersehnten Wiedersehens - und wie schlimm auch die Vergangenheit gewaltet, das treue Herz geht ruhig durch die Kämpfe - das Meine blieb dasselbe!

Den Tag Ihrer Ankunft werden Sie mir melden, rechtzeitig, damit ich Ihnen den Wagen schicken kann, Sie zu holen, da ich selbst nicht die Fahrt machen kann. Die Gegenwart des lieben, innerlich so unverändert gebliebenen Henselt ist mir Genuß! Gestern hat er 3 Stunden zum Entzücken gespielt und in alter Kraft und Feuer. Jeder Ton ist schön bei ihm und er ist und bleibt das Ideal aller Pianisten. Er hat 8 Tage zu seinem Aufenthalt hier festgesetzt. Wir kennen ihn seit November l835, also 33 Jahre bereits mit stets gleichen Gesinnungen.

Vorigen Monat waren es 50 Jahre,daß ich als noch nicht 18 jährige junge Frau mit meinem Säugling in Maxen einzog! Ich ignorierte diesen Tag - da das Haupt fehlte. Ottilie und Clara Heinke erwarte ich täglich. - Pastor Fränzel, bereits 82 Jahre alt, ist noch in voller Kraft und Amtstätigkeit.

Vor einigen Tagen besuchte mich die noch einzig übriggebliebene Tochter von Carus mit ihrer Schwägerin, der Hofrätin. Sie brachte mir das Bild von Frau von Lüttichau, was Carus mir ausdrücklich in seinem Testament bestimmt-ein schönes Ölbild. Ersteres hing stets über seinem Schreibtisch. Es war von Vogelstein gemalt. Leider verkaufen die Erben das schöne Haus.

Für heute nochmals einen Herzensgruß und die wärmsten Wünsche für eine ebenso schöne Zukunft, wie Ihnen die Vergangenheit - so kurz oder lang sie noch Gott gewähren möge

von Ihrer treuergebenen

Fr.Serre

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