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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 25. oktober 1869

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Dato: 25. oktober 1869
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Maxen am 25 sten Oktober 1869

Theuerster Freund!

Vorüber sind die lieben Tage, wo wir Ihre liebe Stimme hörten und noch klingt jedes Wort in unserer Seele nach! Möchte Ihr Besuch ein gesegneter Anfang gewesen sein zu öfterem Kommen! Daß Sie sich fremd in Wien fühlen, begreife ich. Wie vieles ändert sich in 7-8 Jahren. Freunde und Bekannte sterben ab und selbst die äußere Form lebloser Gegenstände nimmt eine andere Gestalt - So bildet die neue Ringstraße ein neues Wien - und wird eine großartige Residenz, während die alte gemütliche Stadt verschwunden. -

So ändern Sie Ihren ßeiseplan - und meine Gedanken können Sie nicht mehr an die bezeichneten Orte finden! Immer kommt alles anders als man denkt. Heute erhielt ich einen langen, lieben Brief vom Großherzog von Weimar. Er freut sich sehr, daß Sie mich wieder aufgesucht - und läßt Ihnen sagen, wenn Sie ihn recht bald wieder in Weimar besuchten, würden Sie von ihm und den Seinen herzlich begrüßt werden. Von der Dryade, die ich ihm schickte, schreibt er, "sie hätten sie mit Vergnügen gelesen, es sei eine rührende Grazie über das Ganze ausgegossen".

An Gräfin Minni von Holsteinburg habe ich bereits geschrieben und von Ihnen erzählt -

In Maxen ist der Winter eingekehrt. - Es friert des Morgens, eine dicke Eisrinde auf dem Wasser, und hat bereits öfters etwas geschneit. Margaret ist in der Stadt -die Wohnung in Ordnung bringen zu lassen, denn ich denke gegen Mitte November nach der Stadt zu ziehen. Bis jetzt habe ich noch immer angenehmen Hausbesuch - doch sind die Abende lang! -

Auch Clara Heinke schrieb mir voll Dank, daß ich sie aufgefordert mit Ihnen in Maxen zu sein und entzückt von diesem Lager!

Ich aber habe viel unangenehmes Geschäftliches durchzukämpfen - und fühle schmerzlich, daß ich allein stehe und auf eigenen Füßen!

Sigwald Dahl ist zurück. Gräfin Holtke bleibt aber bis Ende Oktober auf den Alpen. Sie ist doch wunderbar, was sie für ihre Gesundheit vornimmt!

Ich hoffe, die liebenswürdigen Beaulieus oft im Winter zu sehen. Jetzt sucht der Großherzog einen neuen Direktor fürs Museum, ob er an ihn denkt oder an Wolf von Goethe dabei? und diese Stelle passend für Einen oder den Anderen ist? und begehrt man ihnen?

Ich eile, diese Zeilen nach Wien zu senden - damit sie noch in Ihre Hfcode kommen!

Es grüßt Sie in Treue und Ergebenheit

Ihre Fr. Serre

Tekst fra: Se tilknyttet bibliografipost