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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 14. december 1869

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Dato: 14. december 1869
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Brief Friederike Serres an Andersen

Dresden am 14.Dezember 1869

Ihr langes Schweigen erfüllte mich mit Sorge und Angst. Ich fürchtete, Sie wären unterwegs krank geworden und gab Gräfin Holstein recht, daß sie so unzufrieden war, daß Sie keinen Reisebegleiter mitgenommen! Ach,wie oft denke ich, wären Sie doch diesen Winter bei uns geblieben!!

Mir und meinen Kindern ist der große Schmerz geworden, den jüngsten Knaben von 10 Jahren an den Masern im Institut zu verlieren! Die Eltern sind trostlos und ich beweine meinen Liebling schmerzlich. Es trübt meinen Winteraufenthalt und trennt mich von der Geselligkeit. Wie oft denke ich des schönen Gesagtes aus Ihrer Seele entflossen Der Engel und Kaulbachs Bild, welches auch in meinem Zimmer hängt. Wer erlebte nicht solche Trauerstunden am Bette des kranken Kindes, wem wäre es nicht Trost,wenn der Engel es hinüberträgt und er zur Mutter sagt "Wie schön ist es dort! -

Sie werden meine geistreiche, edle Freundin Frau von Schwanenfeld kennengelernt haben, die leider von einem Schlag betroffen, der ihr die Sprache und den Arm gelähmt. Wie konnte ich sie mehr erfreuen als durch Ihre Dryade mit Ihrer Handschrift. Zumal da ich noch ein 2tes Exemplar hatte! Welch wunderbarer Zufall, daß Sie nach Nizza kommen, und es wieder dadurch vor Ihre Augen trat! - Es mag herrlich in Nizza sein, während hier Stürme heulen.

Denken Sie, vor 8 Tagen brach Feuer in Mühlbach aus, die Fortsetzung von Maxen herunter nach dem Tal und 11 Gehöfte brannten nieder und 22 Familien wurden brotlos und obdachlos! Da habe ich wieder zu sorgen! Es wird ein trauriges Weihnachtsfest werden!-

Es ist sehr schwierig und sehr teuer, Bücher nach Nizza zu schicken. Man muß den Wert, den Inhalt angeben und die Dryade kostete 1 Taler 14 Neugroschen Transport allein. -

Herr von Beaulieu hat sich mit seiner Familie in die große Welt gestürzt und ist daher weniger erreichbar. Man wünscht sehr, daß er anstatt Graf Platen Theaterintendant wird. Doch der Hof protegiert Platen zu sehr und scheut die 3 000 Taler Pension, die er bekommen müßte. Für diesen Winter spielt man in der großen Bretterbude und ist noch nicht einig auf den Platz, wohin das neue Theater gebaut werden soll.

Georgine Schubert ist für 3 Monate engagiert. Von Gräfin Moltke erhielt ich keine erfreuende Nachricht. Sie ist kränklich, hat Sorge mit Haralds Verschwendungstrieb und gibt die Hoffnung vielleicht bald auf, einige Zeit nach Dresden zu kommen. Der Graf soll menschenfeindlich sein! Von Clara gute Nachrichten.

Mit Treue und Verehrung

Ihre Fr.Serre

[Randnotiz:] Ich bitte, Frau von Schwanenfeld herzlich von mir zu grüßen. Schenken Sie ihr die Wohltat des Almosens Ihrer Vorlesung. Sie ist edel, geistreich und krank.

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