H.C. Andersen-centret ved Syddansk Universitet. Hjemmesiden er en base for forskning, tekster og information om og af H.C. Andersen. Man kan finde materialer om (nøgleordene) eventyr, forfatter, litteratur, børnelitteratur, børnebøger, undervisning, studie, Victor Borge, HC Andersen, H. C. Andersen, liv, værk, tidstavle og biografi, citater, drømme, FAQ, oversættelse, bibliografi, anmeldelser, quiz, børnetegninger, 2005 og manuskripter
The Hans Christian Andersen Center

Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 15. september 1871

Hop forbi menu og nyheder

Dato: 15. september 1871
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Maxen am 15.September 1871

Theurer,verehrter Freund!

Obgleich ich nicht weiß, wo Sie sich jetzt aufhalten und ich direkt diese Zeilen nach Kopenhagen senden will, so fühle ich das Bedürfnis, Ihnen zu sagen, daß ich mit alter Freundschaft und Treue Ihrer denke und mich unendlich über den success (Erfolg) gefreut habe, welchen Sie auch in Norwegen, Christiania pp. davongetragen. Wahrlich wenigen Menschen wird das Glück bei ihren Lebzeiten, so bekannt, so gekrönt, so hochgestellt, verehrt und geliebt zu werden, wie Sie es immer von Neuen erleben. Gott erhalte Ihnen diese Gunst des Himmels bei dauernder Gesundheit.

Nach einer gefährlichen Herzkrampfattacke erholte ich mich durch den warmen Sonnenschein und es ging mir recht erträglich, obgleich meine Atemlosigkeit und Husten mich fortwährend an allen Unternehmungen, die die kleinste Anstrengung kostet, hindert. Im März kam Gräfin Yoldi, die so lange das deutsche Hauptquartier in Versail1es war, dort ihr Haus bewohnte und verließ Versai11es und die deutschen Fürsten, als ihr Aufenthalt dort gefährlich wurde. Sie wohnte in Stadt Frankfurt und ist seit dem 7 ten Juli in Maxen. Anfang Oktober geht sie nach Brüssel, wo sich ihre Enkelin verheiratet und von dort wieder nach Versailles. Gräfin Moltke ist in Ragazz und morgen reist Sigwald Dahl zu ihr für unbestimmte Zeit. Auch Henselt war eine Zeitlang in Maxen und ist zurück nach Petersburg.

Man ist mit dem Aufbau des neuen Theaters beschäftigt - und stößt auf neue Hindernisse fortwährend. Es kann 5-6 Jahre dauern. - Es wird ein anderes von einer Aktiengesellschaft in Neustadt erbaut. - Ich habe dem Großherzog von Weimar eine große Freude bereitet. Ich war im Besitz eines großen Basreliefs von Thorvaldsen &Rebecca am Brunnen', habe es ihm geschenkt und es hat einen herrlichen Platz in seinem neuen Museum gefunden. Jetzt macht die Ausstellung von allen Werken Holbeins hier, die nah und fern eingeschickt, viel Aufsehen. Aus Darmstadt ist seine Madonna, ganz wie die Unsere, gekommen und alle Künstler sind einig, daß diese das Original und Unsere nur eine gute Kopie, wobei die Galerie ½ Million verliert. Heinkes sind in Schlesien! Kommen Sie nicht einmal einen Winter nach Dresden, im November denke ich dahin zu ziehen. Eine Wohltat ist mir jetzt Carls Gegenwart in Maxen. Sie haben sich des verstorbenen Doktor Rieses Haus gekauft, Gersdorf verkauft und leben ganz hier.

Nun noch den treuesten Herzensgruß

Ihre Freundin Fr. Serre

Tekst fra: Se tilknyttet bibliografipost