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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 26. februar 1872

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Dato: 26. februar 1872
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden am 26 sten Februar 1872

Theurer,verehrter Freund!

Längst hätte ich Ihnen geschrieben, wenn ich nicht so sehr an Augenentzündung litte und heftiges Kopfweh bekäme, sobald ich sie anstrengte.

Mit welchen regen Anteil ich von allen den Ovationen teilnehme, die man Ihnen überall bringt - wie gern ich Sie geschmückt mit dem großen Orden des Bandes sehe, fühlen Sie!

Ich kann ja auch nur jetzt in Gedanken loben.

Leider verschließt mir mein Befinden ganz die Außenwelt.

Ich leide an heftigen Hustenanfäl1en,an Atemlosigkeit durch unheilbare Blutstauungen. Durch ein Herzübel bin ich dadurch so matt und müde, daß ich oft tagelang keinen Besuch sehen kann. Dann geht es wieder eine Zeitlang erträglicher, daß mir das den Gedanken an ein Wiedersehen mit Ihnen, den teuren, hochverehrten Freund trübt, dem ich so wenig sein kann bei seinem Herzen, auch das begreifen Sie. So Viele sind noch so rüstig und tätig und lebensfrisch in meinem Alter-Viele bereits dahingeschieden. Darf ich klagen, daß das Alter gekommen mit seinen Qualen? Daß man fürchtet mit seinem veränderten Außern,dem lang entwöhnten Freund wieder entgegenzutreten?

Und dennoch blieb mein Herz warm und treu, mein Geist noch tätig und frisch, und ich erfasse mit Genuß alles Schöne! - Die liebenswürdige Familie Raasloff sehe ich nicht so oft als ich wünschte - Sie erzählten, daß Ihr junger Protege von Rubinstein in Wien sehr freundlich aufgenommen, wußten aber seitdem nichts von ihm. Unser Theater befindet sich noch immer in der Bretterbude und unter 5 Jahren wird wohl kein Neues dastehen. Dagegen erbauen Aktiengesellschaften hier in Neustadt, und ein 2 tes hier in meiner Nähe Pirnasche Straße und sollen nächsten Sommer schon im vollen Gange sein.

Gott lob - die Politik schweigt und man denkt daran, Dresden zu vergrößern, baut hier am Elbhang und bei Pirna eine Brücke über die Elbe. -

Gräfin Moltke erwarten wir hier im Mai auf ihrer Durchreise nach Glorup. Leider konnte mir Niemand "Die Seeschlange" übersetzen. Hoffentlich erscheint sie bald in Deutschland -

Nun noch einen Herzensgruß von Ihrer getreuesten Freundin

Fr.

[Randnotiz:] Ihr Kommen wird Sonnenschein sein. Miß Margaret will Ihnen empfohlen sein.

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