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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 2. april 1858

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Dato: 2. april 1858
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden, am 2.April 1858 Karfreitag

Verehrter theurer Freund!

Die Sonne scheint heute so hell in die Fenster herein, die Stare zwi tschern, die Veilchen und Schneeglöckchen sprießen heran - es ist ein heiliger Tag in der ganzen Geisteswelt, in der Natur, und eine schöne Feier Ihres Geburtstages! Es ist still und einsam um mich, - ich denke Ihrer, wie Sie ein Segen meines Lebens wurden, und mein Herz wollte Ihrer würdig den Tag begehen!

Gestern klopfte ein kleiner armer Knabe an meine Tür. Er sagte, er sei der Sohn einer Waschfrau, sie könne nicht die Ostermiete bezahlen, hätte kein Brot zum Feste für ihre 4 Kinder, die Mutter läge krank mit geschwollenen Füßen. Er brachte ein Schreiben seines Hauswirtes, als Bestätigung! Wieder dachte ich Ihrer kleinen Historie über „Sie taugte nichts" wie einst beim Lesen des &Nur ein Geiger', - und fuhr diesen Morgen beladen mit dem Nötigen – dahin - eingedenk Ihrer - und das ist heute mein Geburtstagsgeschenk für Sie!

Wie danke ich Ihnen, daß Sie mir Gelegenheit geben, Pflichten - höchste lohnende Plichten zu erfüllen und Ihnen diese Blumen bringen zu können - Wissen Sie, welche unaussprechliche Freude ich kürzlich gehabt?

Ein Brief der herrlichen Excellenz Collin mit der Übersendung eines Ihrer neuen Historien &Etwas' kam in meine Hände! Es war eine Aufmerksamkeit, eine unendliche Freude, die mir der würdige Mann bereitet, und immer wieder aus Liebe für Sie. Ich versichere Ihnen, Tränen rollten aus Rührung darüber aus meinen Augen. Ich hätte hinfliegen mögen, und mein volles dankbares Herz ihm aussprechen. Sagen Sie es ihm vorläufig!

Bald werde ich selbst ihm schreiben, und ist dies nicht wieder - ein Segen, der, von Ihnen kommend, mein Leben erhellt?

Der junge Andersen ist viel bei uns. Heute wird er bei mir, essen mit Sigwald, um mit einem Glas Champagner auf Ihr Wohl anzustoßen, um ½3 Uhr denken wir Ihrer! Seine Braut habe ich beauftragt, Ihnen heute meinen Brief und die neue Ansicht von Dresden zu bringen. So nehmen Sie diese Zeilen als Beweis, wie ich mich am Heutigen mit Ihnen beschäftigt. Ich kann Ihnen keine Grüße von Serre bringen, er ist in Maxen mit Frau v. Berge und Minna, aber Sigwald, Andersen, Margaret, Gr.Yoldi - rufen mir Grüße und Wünsche zu!

Gr. Yoldi hat sehr falsch den &Flaschenhals' übersetzt, von dem Sie uns in Maxen erzählten. Bestimmen Sie eins der Historien für Kühne und Dingelstedt erdacht? Getreulich Ihre Fr.

[Randnotiz:] &Nur Etwas', Wie tief empfunden! Ja, diese alte Frau beschämt uns Alle in ihrer Tat und Opferfreudigkeit!

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