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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 15. december 1859

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Dato: 15. december 1859
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Sonntag d.15.Dezember 1859

Theuerster,verehrter Freund!

Lange habe ich keine direkten Nachrichten. Heute aber teilte mir ein Brief der lieben Clara Heinke mit, daß Sie meiner gedächten und wie produktiv Sie wieder gewesen, welche neue Dekoration Sie vom König von Bayern erhalten! Wie herzlich wünsche ich Ihnen zu allem Glück und bitte Gott, er möge Sie zu diesem Wohlergehen behalten!

Wieder kommt das schöne Weihnachtsfest und ich kann Ihnen nicht Ihren Baum schmücken! Die letzte verunglückte Sendung hat mir den Mut genommen, und mich gelehrt - wie groß die Entfernung und wie schwierig der Transport. So ziehen meine Gedanken zu Ihnen und suchen Sie in Ihren, von Liebeshand geshmückten Räumen auf unter all den Blumen und Arbeiten, die Ihnen liebe Frauenhände senden werden. Ich hätte längst geschrieben, aber eine Art Augenentzündung verhinderte mich an allen dergleichen Beschäftigungen. Haben Sie nicht durch den Grafen Moltke tausend herzliche Grüße und Bestellungen erhalten? Der arme Mann hat viel gelitten hier - und ich bin überzeugt, er hat sich durch das ewige Magnetisieren den Schmerz im Arm zugezogen. Auch die Gräfin hat sich so sehr an den Magnetismus gewöhnt, daß sie ihn nicht entbehren mehr kann und sich nervös dann fühlt. Alle Arzte meinen, die Folgen wären unabsehbar, wenn das Magnetisieren eine Gewohnheit würde! - Jetzt braucht sie einen strengen Augenarzt, der Höllenstein in ihre Augen tröpfelt - und ihr Malen, Lesen und jede erheiternde Beschäftigung verbietet. - Sie ist glücklich, daß Leon Gesandter in Paris geworden und Harald wahrscheinlich sich dort mit seiner Amerikanerin verloben wird. Hara1d scheint sich schon in Paris zu amüsieren und wird wohl den Militärdienst verlassen und sich auch der Diplomatie zuwenden! Mit Serres Lotterie geht es glänzend.110 000 Lose sind fast nur im Inland und Schlesien abgesetzt. Nun hofft er noch auf Siiddeutsch1and und Preußen einem großen Absatz! - Er hat hier und in anderen Orten Damenbündnisse organisiert, aus allen Ständen! Hier sind 150 zusammengetreten, um Geschenke zu werben und einzusammeln. Jetzt will jeder das Geld haben. Aus Weimar hat der Herzog schreiben lassen, er hoffte auf 2 Dritteile. Das hiesige Comite will vor Allem bevorzugt sein. Briefe um Unterstützungen gehen zu Hunderten ein, aller Art und doch kann erst zum nächsten Geburtstag Schillers die Sache ins Leben treten und die Ziehung sein. Welche Last von Geschäften, Arger, besonders schriftliche sich mein Mann damit unterzogen, ist nicht auszusprechen. Er hat Vertrauen zu mir. Da wir Frauen mit feineren Fühlfäden empfinden - und das Herz uns lehrt, was den Männern der Kopf - so hört er oft auf mich. Jeden Abend sitzen wir, so sprechend und denkend, zusammen. Ich nehme keine Einladung an, außer zu Frau von Goethe, und helfe ihm, so viel ich vermag, durch eine angenehme Häuslichkeit ihn zu zerstreuen. Das Schlimmste ist, daß die Schriftsteller unter sich nicht einig. -Auerbach und Gutzkow hassen sich,Kühne und Hammer und so fort. Braucht er den Einen, hat er den Anderen verloren! Genug davon!

Denken Sie, meine Clementine, die wieder einen gesunden Knabenge boren, hat danach eine Rippenfellentzündung bekommen und ist erst seit einigen Tagen außer Gefahr. Welche Angst für mich.

So wird der Weihnachtsabend schnell vergehen, da Carls nicht kommen können. Nun noch die Versicherung der treuesten Ergebenheit

Ihrer Fr.Serre

Die herzlichsten Grüße von Frau v.Goethe, meinem Mann, Minna und Margaret

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