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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 4. januar 1866

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Dato: 4. januar 1866
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden Am 4.Januar 1866

Theuerster Freund!

Ich eile, Ihnen für Ihren lieben Brief zu danken, da Sie hier ja gesonnen sind -bald nach dem Süden zu ziehen! Wie begreife ich Ihre Reisesehnsucht, aber um des Himmels Willen reisen Sie nicht allein, wie leicht kann Ihnen unterwegs etwas zustoßen - bei der herrschenden Epidemien. Immer nehme ich den wärmsten Teil an allen Ihren Succes!

Es muß ein wunderbar beglückendes Gefühl sein, seine Gedanken, seine Schöpfungen von Anderen dargestellt zu sehen, von einem Publikum, was laut lobt und tadelt. Wie heimisch mag Ihnen bei der liebenswürdigen Frau von Scavenius gewesen sein am Weihnachtsabend! Sahen Sie oft meine gute Gräfin Moltke in Kopenhagen? Wissen Sie, daß die arme Clara Heinke wieder ganz gelähmt sein soll, ich hörte lange nichts von ihr. -

Mir selbst geht es schlecht. Der Husten quält mich Tag und Nacht und raubt mir den Schlaf - seit einigen Tagen spucke ich Blut und habe heftige Brustschmerzen. Ich kenne die Bedeutung - Nun wie Gott will. Meine wahren Freunde werden mich nicht ganz vergessen - und meines Mannes Name wird ein Gesegneter, Gefeierter auch in der Nachwelt sein, durch die Wohltaten die seine Stiftungen den Armen und Bedürftigen gewährt! Jetzt schrieb die Stiftung in Wien an mich und bat um seine Büste für ihren Konferenzsaal, worin sie in dem Schillerhause aufgenommen! Jetzt sind meine Kinder bei mir. Ich wollte das Neujahr nicht so einsam antreten! -

Werde ich Sie in diesem Leben noch einmal wiedersehen? Werden Sie mir von der Reise schreiben! - Meine Gedanken sind ernst und traurig. Noch habe ich einen Auftrag und meine liebe Gräfin Hohenthal Hoheit Schwester Ihres Königs - die Sie herzlich grüßen läßt. Sie ist eine fromme Frau geworden, aber dadurch veredelter und menschenfreundlicher.

Sigwald Dahl ist lieb und treu wie ein Sohn, und mein einziger Genuß diesen Winter ist, daß zuweilen Professoren wissenschaftliche Vorträge in kleinem Kreise mir vortragen, wozu der liebe Professor Schleiden gehört, der das Leben der Pflanzen und eine Biographie Linnes geschrieben. Somit gebe Ihnen Gott Alles Wohlergehen, alles Glück im neuen Jahre!

Was Ihre Korrespondenz betrifft, so wird sie in keine fremde Hände kommen nach meinem Tode. Tausend Grüße an Graf und Gräfin Moltke und an Carl Andersen, wenn sich Gelegenheit bietet.

Mit unwandelbarer Treue Ihre Fr. Serre

Die Bürde Ney ist vor 8 Tagen nach Stockholm gereist und kommt dann nach Kopenhagen gastieren. Wie einfältig benimmt sich der junge König von Bayern mit Wagner.

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