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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 31. august 1868

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Dato: 31. august 1868
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Maxen am 31.August 1868

Theuerster Freund!

Sie haben mir, ich muß sagen, uns unbeschreibliche Freude, mit Ihrem Briefe gemacht, den ich sogleich meinen Umgebungen mitteilte. Sie müssen wissen, daß seit beinahe 3 Wochen Frau von Goethe mit beiden Söhnen, Legationsrat Wolf und Kammerherr Walther bei mir sind und Cousine Frau von Schmerling! Da hat Wa1ther sofort das reizende Märchen das Sie eingelegt, vorgelesen - und wir Alle haben uns daran erfreut und Ihrer gedacht,von Ihnen gesprochen.

Glauben Sie es ist eine schmerzliche Entbehrung, daß ich nicht wagte, der freundlichen Einladung Graf Moltkes nach Glorup zu folgen! Aber ich huste so viel, fühle mich oft so kraftlos und angegriffen, daß ich all den Aufregungen, des Innern und Äußeren, Toiletten, Spazierenfahren, Gesellschaften, unmöglich beizuwohnen, unternehmen durfte, ich hätte ja meine Umgebungen geniert! Ich bin leider nicht mehr die Alte, oder bin es erst jetzt geworden!

Auch Clara und Ottilie Heincke waren 5 Wochen hier, Marg.Krebs und die ihrigen, Louise Mühlbach und Tochter, und in dieser Woche erwarte ich Georgine Schubert, welche die Gr.Fürstin von Meck1enburg-Strehlitz nach London begleitet - mit ihrem Papa und Bruder, wo auch musiziert werden wird. Sie kamen wie Walther zum Musiker geboren und Georgine ist ihm nicht gleichgültig. So vergeht die Zeit mit angenemen Zerstreuungen, und Sie würden gewiß gern hier gewesen sein. Nun gebe Gorr, daß Ihr Fuß völlig hergestellt ist! -

Frau von Goethes Tage fürchte ich sind gezählt, sie wird oft leichenblaß und ihr Zustand hat sich doch sehr verschlimmerr, gewiß ist sie eine der Bedeutendsten Frauen unserer Zeit, vor Allem von noblen Charakter! Ich denke sie wird diesen Winter in Dresden bleiben, sie schwankt noch zwischen hier und Weimar; Beides bringt mir großen Genuß,denn ich würde nach Weimar sie zu besuchen und oft den Großherzog sehen, der dauernd Güte für mich hat mit fortgeserzter Korrespondenz, dabei oft nach Ihnen frägt. Obersthofmeister von Beaulieu hat sich in Dresden mir seiner jungen Frau niedergelassen, und besucht mich zuweilen auch Ihrer gedenkend. Die Familie von Goethe trägt mir Grüße für Sie auf. Die Aussicht, vielleicht Gräfin Moltke auf ihrer Rückreise nach Paris hier zu begrüßen macht mich unaussprechlich glücklich. Wie sehne ich mich die Teure einmal wiederzusehen, auch Sigwald vermisse ich sehr, er ist mir wie ein lieber Sohn, ich ersuche Sie, Alle, Alle herzlich von mir zu grüßen!

Möchte doch endlich einmal wieder Neues von Ihnen in Deutsch erscheinen! Das Journal, die Presse hat Auerbach für seinen neuen Roman ins Feuilleton, 12 000 Taler bezahlt. Mit großem Interesse lesen wir das Fischermädchen von Björnstjerne, eine echt nordische Geschichte, Originale Charakteren und Schilderungen der Natur und Sitten.

Bei Strehla isr in 8 Tagen großes Manöver, was der König von Preußen, als Chef auch über einst unsere Armee abhält!

Eine Aktiengesellschaft wollte eine Zweigeisenbahn durch den Müglitzgrund nach Teplitz anlegen, von preußischer Seite geschah ein Verbot, ausgenommen an den Grenzen, Festungen zu erbauen, mit Sprengwerkzeugen und Materialien, und mit Bundestruppen zu besetzen. - natürlich unterbleibt es. Den 16-26 September versammeln sich hier 1 800 bereits angemeldete Naturburschen, der alte Carus hat die Festrede entworfen. Sie würden ihn zur Ruine verwandelt finden. Doch genug.

In alter Freundschaft in Freud und Leid Ihre Fr.Serre

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