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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 21. juni 1870

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Dato: 21. juni 1870
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Maxen am 12. Juni 1870

Theurer Freund!

Innigen herzlichen Dank für Ihren lieben Brief. Der schriftliche Verkehr mit entfernten Lieben bleibt ja unser einziger Trost bei langer Trennung. Ich habe Ihrer lebhaft bei dem Tode Dickens gedacht, doch wohl Allen, die sich durch ihre Werke unsterblich gemacht - und sich hier das schönste Denkmal durch dieselben gesetzt! Gott behüte Ihre Tage, aber einmal schlägt doch die Stunde des Scheidens und beneidenswert Alle, die nicht umsonst gelebt und deren Ruhm wie der Dickens und der Ihrige fortleben wird.

Sie haben schöne Pläne für den Sommer zu angenehmen mit allem Luxus unter Freunden. Mein einfaches Maxen abstechen. Aber je älter man wird, je weniger hat man Äußere.

Wiederum habe ich eine herzliche Einladung nach Glorup erhalten. Die Gräfin ist in Marienbad und will mich Ende Juli besuchen, aber auch ich muß mit Ihnen ausrufen: Vorbei! Vorbei! Obgleich nicht krank, so habe ich abermals eine Entzündung der Schleimhäute bei meiner Übersiedelung, wo so kaltes Wetter wochenlang war, durchgemacht. Ich bin seitdem so angegriffen, daß ich nicht in die Gärten gehen kann, habe Husten und Stechen in dem Kehlkopf, daß mir das Sprechen oft unmöglich ist und muß jede Anstrengung und Aufregung vermeiden! Jeder Tag ist mir wie ein Geschenk, wo ich noch lebe - was mir daher Gutes geschehe, geschehe mir bald - Pläne auf ein Jahr hinaus wage ich nicht mehr zu machen. Es macht uns doppelt ängstlich, liebe Freunde so plötzlich sterben zu sehen. So unser guter alter Pastor. Sonntag vor 3 Wochen kam er von einem Besuche bei seinem Sohn zurück, klagt über Magenerkältung - schläft aber ruhig bis nach 12 Uhr, erwacht mit kurzem Atemholen, ruft seine Frau und Tochter, segnet sie und ist in einer halben Stunde für ewig eingeschlafen!

Ich vermisse ihn schmerzlich, stehe allein ohne Rat und Beistand - denn mein Pflegesohn kann sein Gut nur auf Tage verlassen. Dazu melden sich täglich 2-3 Pastoren, täglich kommen 2-3 schriftliche Gesuche um die sehr vorteilhafte Pastorenstelle ein -

[Ende des Briefes]

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