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Brev fra H.C. Andersen til Maximilian II 18. november 1859

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Dato: 18. november 1859
Fra: H.C. Andersen   Til: Maximilian II
Sprog: tysk.

Kopenhagen, 18 November 1859

Euer königliche Majestät

haben mir mittels eines so überaus gnädigen Handschriebens eine freudige Ueberraschung bereitet; Daß ein so edler, geistvoller König sich noch immer meiner erinnert und uaf diese Weise, das erhebt mich, und mein Herz mit muß seinen innigen Dank gegen Euer Majestät. Das Königliche Schreiben soll unter meinen theuersten Erinnerungen seinen Platz haben; neben der Holunder Blum, welche Ew. Majestät auf der kleinen Insel im Wattersee ein plfuckten und mir überreichten. Wie oft stehen sie vor meinem Blicken die glücklichen Tage auf Hohenschwangau wo mir das Glück den König Max zu sehen und zu sprecehn zu heil wurde.

Die letzten Jahre haben mir viel Glück gebracht, in meinem Vaterlande eine steigende fast zu große Anerkennung, im Auslande ein milde Beurtheilung und eine herzliche Empfang wo ich hinkam; Gott hat mir ja unendlich viel gegeben, ich erkenne es in Demuth und Dankbarkeit! / Meine Märchen und Historien haben abermals einen Zuwachs in einer neuen Sammlung erhalten. Eine Historie in dieser Sammlung: von den Sanddünen ist die Frucht einer Reise in diesem Sommer im westlichen Jütland bis nach Skagen, in diesem eigenthümlichen Theil meines Vaterlandes. Von den prächtigen Buchenwäldern der Ostküste, wo der Adler nistet und der schwarze Storch hauset, kann man in die Heidegegend, die mit Heidekraut überwachste weit ausgedehnte Ebene mit ihren Grabhügeln der vorhistorischen Zeit und den Fata-Morgana Luftbildern der Wüste. Die grünen Wiesen an der Westküste enden nach dem Heer hin in mächtigen Sanddünen, die mit ihren zackigen Spitzen wie Alpenkette einen Damm gegen das rollende Meer bilden. Hier besuchte ich Skagen, die nordlichste Spitze des Landes, wo die Nordsee, und das Kattegat gegen einander kämpfen, wo, wie in dem Mährchen vom schlafenden Wald, unter dem fliegenden Sand die Kirche begraben und von Haide daum überwachste liegt, so das nur der Thurm sichtbar ist. Das Städtchen hat keine Straßen, die Häuser liegen unter einander wie nach ihrem eigenen Gefallen, Schnüre und Stücken von Schiffswracken befestigt zeigen den Weg.

Diese Natur ist die Scenerie für meine neueste Dichtung geholt, welche am Weihnachten hier in Kopenhagen erscheinen wird, und hoffentlich bald darauf, in deutsche Übersetzung. Konnte ich doch so glücklich sein, dieses einmal Ew. Majestät vorzulesen können., /läst Gott mich leben, wird meine Sehnsucht mich nach Bayern führen, und dann kann ich mein warmes Dankbares herz offnen vor dem edlen Königspaar, das mir so viel Gnade gezeigt. Am 28 Nobember werde meine Gedanken da sein.

Gott erhalte, freue und segne Sie.

Ew. königlichen Majestät

in tiefster Ehrfurcht und Dankbarkeit

allerunterthänigst

H. C. Andersen

Tekst fra: Solveig Brunholm (microfilmscan 14, 761-63)