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Brev fra H.C. Andersen til Friederike Serre, f. Hammerdörfer 4. januar 1853

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Dato: 4. januar 1853
Fra: H.C. Andersen   Til: Friederike Serre, f. Hammerdörfer
Sprog: tysk.

[EC kladde]

Liebe Frau Serre!

Aus dem alten in das neue Jahr hinein reiche ich Ihnen die Hand; möge dieses Jahr für uns alle ein schönes und glückliches werden. Es freute mich unendlich Ihren herzlichen Brief zu empfangen, und daraus zu erfahren, wie Sie mir immer gut sind. Auf einem Umweg, das heißt: von Dresden über Norwegen nach Copenhagen, kam das Gerücht zu mir, Sie wären böse geworden, weil ich im letzten Sommer nicht von Weimar nach Dresden ging; in einem Brief hatte ich den Grund dazu aufgegeben, indem ich mir vorbehielt bei unserm späteren Zusammentreffen mich deutlicher zu erklären; ich wußte wohl, daß ich Ihren Geist und Ihr Herz nicht unrichtig beurtheilt hätte, und daß die freundliche Brieftaube wiederkehren wollte; und richtig, sie hat nicht auf sich warten laßen, und ich schätze Ihre Freundschaft jetzt mehr, und habe einen festeren Glauben an dieselbe. Ich möchte auch gern glauben, daß Ihr vortrefflicher Hr. Gemal dieselbe Gesinnung für mich hat; ich freue mich darauf, seine Hand zu drücken und mit ihm und Ihnen mich zu unterhalten, entweder auf dem schönen Maxen, oder etwa – wovon Sie in Ihrem Briefe die Möglichkeit andeuteten – bei der silbernen Hochzeit auf Glorup in Fühnen. – Das wäre “wunderschön”; Sie werden sehen, daß Dänemark ein freundliches Land ist, die Wälder so erfrischend und einladend und Copenhagen mit vielem Sehenswerthem. – Begegnen wir uns nicht dort, so mache ich vielleicht einen kühnen Sprung nach Maxen hin, einzig und allein um Ihnen einen herzlichen “Guten Tag” zu bringen. –

Wenn Sie mich nun in dem neuen Jahr wieder mit einem Brief erfreuen, dann sagen Sie mir, welche von meinen letzten “Historien” Ihnen am meisten gefallen hat; auch möchte ich gern erfahren, ob der herrliche Dr. Carus von meinem Buchhändler ein Exemplar von dieser Schrift empfangen hat; ich wollte es als meine Carte auf seinen Tisch ganz hingelegt wissen. Als Sie mich bei diesem Mann einführten, machte er einen unendlich tiefen und angenehmen Eindruck auf mich; er kam mir so offen so heerzlich entgegen, daß ich von dieser Stunde an sein Freund war. Grüßen Sie ihn und seine liebenswürdige Umgebung; ebenso bei Deckens wie Dahls. /

Der Komponist Glæser wird in Kurzem eine neue Oper nach meinem Text, Die Waßernixe, aufführen laßen. Meine “Historien” haben schon England erreicht, wo auch mein Buch “in Schweden” viele Freunde hat und in der unglaublich wohlfeile Schillings-Ausgabe verkauft wird. Grüßen Sie Ihren lieben Gemal, Ihren Sohn und die ganze Umgebung von Ihrem treuen Freunde

H. C. A.

Tekst fra: Solveig Brunholm