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Brev fra H.C. Andersen til Friederike Serre, f. Hammerdörfer 12. august 1855

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Dato: 12. august 1855
Fra: H.C. Andersen   Til: Friederike Serre, f. Hammerdörfer

Udateret [12. august 1855]

Liebe vorträffliche Frau Serre!

Ihren herzlichen Brief bekam ich vor meiner Abreise von München; meinen Dank für diesen wie für fielen [sic] anderen Beweis Ihrer Freundschaft und Theilnahme. Im Sinne war ich anwesend bei dem Geburtstagsfest, und auf die Gesundheit des lieben Majors hab’ ich getrunken. In München traf ich die Freunde und war Ihnen ein guter Führer, mir selbst zur großen Freude und Unterhaltung. Kaulbach kam aus Berlin; er zeigte mir eine große schöne Zeichnung vom dem Engel in meinem Märchen. – Vogel v. V., bei dem ich zu Mittag war, sprach sich so herzlich und lebhaft von Ihnen und Ihrem Manne aus; am Abend vor meiner Abreise brachte er mir die Handzeichnung, nach welcher er Ihr Portrait gemahlt hat, und diese schöne Zeichnung ist jetzt mein Eigenthum. Bei Liebig machte ich einen Mittag Bekanntschaft mit der beliebten Schauspielerin Fräulein Seebach; ich sah sie 6mal auf der Bühne, immer in Tragoedien; das war doch zu viel von derselben Farbe. – Ueber Stuttgart, wo ich die zwei Briefe von Fräulein B. ablieferte (der eine an Hauff war nicht, wie ich angenommen hatte, an den Dichter, er ist, wie ich höre, seit Jahren todt, sondern an seinen Bruder) – kam ich mit einem jungen Collinschen Freund nach Wildbad, wo Etatsrath C. mit Frau und Kindern sich jetzt aufhält. Das war eine wahre Freude; das giebt dem Orte den Glanz und der Interesse, deßen es so sehr bedarf; denn unterhaltend ist hier nicht.In Stuttgart war Brief zu mir von dem Gr H.v. W; er bat mich den Weg über Wildbad zu machen, wo ich Ihn treffen könnte; er wußte nicht, daß es eben mein Reiseplan war. Diesen Abend kommt er, morgen werde ich ihn sehen, und übermorgen gehe ich dann nach Freiburg, ob mir gleich diese Stadt der Cholera angesteckten Basel ziemlich nahe liegt; doch mit Gottes Hülfe darf es wohl gewagt werden. Dann gehe ich nach Schaffhausen und von dort ins Gebirg. Wollen Sie mich mit einem Brief erfreuen, dann ./. bitte ich Sie es an Zürich zu addressieren. Die Hoffnung Italien zu sehen habe ich für diesen Winter ganz aufgegeben; im Ausgang des Sept. Monats will ich in Copenhagen sein, und – wenn nicht die Cholera eine Scheidewand zwischen uns aufführt – hätte ich große Lust auf der Heimfahrt noch einen kleinen Sprung nach Maxen – Dresden zu machen.

Ihr treu ergebener

[ingen underskrift]

Tekst fra: Niels Oxenvad