Dato: 27. juli 1860
Fra: Gustav Adolf Amberger, Emma Brenner, f. Kron   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Hochverehtester Herr und Freund!

Gestern bin ich von Badenweyler zurückgekehrt, reich an künstlerishen Aufträgen und reich an schönen Erinnerungen. Herr Hoffmann, Verlagsbuchhändler aus Stuttgart empfing mich mit der Freundlichkeit, und dem Wohlwollen, die den ächten Kunst- und Menschenfreund bzeichnen. Natürlich sprach ich mit ihm von dem Glück daß mir zu Theil geworden, Ihre verehrte Bekantschaft gemacht zu haben und er sagte mir, ich möchte Ihnen anzeigen daß er mit Vergnügen alle neue Productionen Ihres Geistes in die bei ihm erscheinenden Zeitschriften, (Die Feierstunden u. das Buch der Welt) aufnehmen würde. /

Das Honorar könnten Sie mir natürlich Selbst bestimmen; er bezahle ihnen gerne, was Sie mein Lieber u verehrter Freund verlangen.

Ein Jahr nach dem Erscheinen i diesen Zeitschriften könnten Sie den Text wieder für Ihre Sammlungen benutzen. Ich habe dann meinerseits den Auftrag die Illustrationen zu Ihrem Texte zu verfertigen und würde Sie Selber in dem Falle bitten, mir denselben gefl. [gefälligster] Angabe Ihres Honorar’s zuzusenden. Welch ein Glück und welch eine Ehre wäre das für mich, wenn unsere Verbindung durch diese gegenseitige geistige Thätigkeit, noch enger geschloßen würde. Schließlich melde ich Ihnen, daß ich noch keine Recension über Ihr / neuestes Werk vorgefunden. In welcher Zeitung vermuhten Sie wohl, daß eine solche sich befinde? Ich habe Herrn Hoffmann das freundliche Brunnen so sehr empfohlen, daß er wahrscheinlich im Laufe nächster Woche Donnerstag oder Freitag nach dorten kommen wird. In der freudigen Hoffnung Sie bald in Basel zu empfangen, schickt Ihnen und dem lieben Brunnen Einstweilen die herzlichsten Grüße ihr ganz ergebener

Basel den 27. Juli 1860

Tekst fra: Solveig Brunholm