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Brev fra H.C. Andersen til Carolina, Lina von Eisendecher 2. juni 1843

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Dato: 2. juni 1843
Fra: H.C. Andersen   Til: Carolina, Lina von Eisendecher
Sprog: dansk, tysk.

Breitenburg 2 Juni 1843.

Liebe Frau von Eisendecher!

Endlich bin ich da in Ruhe! endlich kann ich schreiben! In Hamburg war es mir ganz und gar unmöglich; ich wohnte beym Grafen Holck, und keine Stunde war mich vergönnt! Immer lag es mir im Gedanke daß Schreiben, ich möchte aussprechen meine Danck, meine Liebe für das Heimath in Oldenburg; ich konnte traurig werden wenn ich dachte: jetz erwarte man meine Brief, aber keine kommt. Vorgestern, des Vormittags wollte ich geschrieben aber da kam ein junger dänischer Künstler der mich portraitiren wünschte, und daß dauerte mehren Stunden. Uns ern Gesant Bille fuhr mit mir in die Umgebung Hamburgs, der Senator Jänisch einlud mir auf seines schönes Landhaus, und der geniale Speckter, der jetz macht Bilder für mein Kindermärchen, haltete mich fäst und, wie gesagt, mit der beste Wille und innigste Gedanke, war es mir doch nicht möglich Zeit zu gewinnen um zu schreiben, weder nach Oldenburg noch nach Kopenhagen. /

Jetz bin ich endlich im Ruhestand; gestern des Abends kam ich nach Breitenburg, der Wagen des Grafen erwartete mich am Schiffs brücke, und snell, wie auf einem Eisenban ging es durch den grünen Wald nach das alte Schloß; Sie kennen, aus dem »Bazar«, Breitenburg; von hierab ging im Winter die Reise nach Paris, jetz bin ich hier wieder, wie reich stehen die verflossenen Monaten, viele große und liebenswürdige Leute habe ich kennen gelernt, Leute die ich lieben muß. Alles steht wie ein Traum! Die Tage in Oldenburg stehen doch am eigenthümligsten. Unsere kurze Begegnen scheint mir wie ein schönes Märchen, das greift in mein Leben hinein! Sie und der lieber, lieber Hofrath, nehmen Sie beyde meinen innigste Danck, daß Sie mir annahten, wie ein Freund, ein Bruder. Sie haben Sonnenschein in meine Sele hineingeworfen, Sie haben mir ein sichre Beweis gegeben das ich bin ein wahre Dichter, der wird verstanden und geschätz. Meine Landsleute sind nicht so milde wie die Deutschen; in Dänemark habe ich Sinn zu singen wie Freiligrath:

»Der Norden; ach! Ist kalt und klug,

Ich wollt', ich sang im Sand der Wüste,

Gelehnt an eines Hengstes Bugt«

Doch in Hamburg kam ein Frühlingsduft vom Hause, ein Brief der lieben Collin, der Vater, so innig, so froh, das ich da bey Heimweh kriegen konnte. Ich schreibe an Ihm aus Breitenburg, und der Brief will nur erzählen meine Besuch in 0ldenburg, denn jede Stunde da, jede Stelle da, steht in meine Seele wie in ein Spiegelbild. Ja wohl, ich war ganz weemüthig da ich abreisen sollte, die innige Herzlichkeit, womit der Hofrath gab mir die Hand beim Abschied, das schwesterliche Auge mit welchem Sie mir begleiteten, so etwas kenne ich nur zu Hause beym Collins. Alle die lieben Leute in Oldenburg die ich kennen gelernt hatte, müssen Sie grüßen, recht herzlich und innig! /

Da ich ginge nach Bremen bekam ich im Postwagen zur Geselschaft, erst ein Oldenburger Schauspielerinn, Sie erzählte, daß sie gab »das Mädchen von Orleans«, und sehr gut kannte die Schauspielerinn, die ich im »Bazar« aufgenommen hat; dannoch ein alter Herr aus Stade; er hatte ein ganze Portefeullie mit Verse, alle Charaden die er geschrieben hätte; er laß uns etliche vor, es war »Vehmuth« und »Thränenlächeln«, aber da er saß zwischen uns beyde, und wir beyde hören sollte, drehte er sich immer so, daß jeder bekamen den halben Theil nur, Sie den »Veh« und ich den »Muth«. In Bremen war mir im Hotel gesagt, daß ein Wagen, weit besser als die Diligense ging von da ab nach Haarburg, aber schon um 3 1/4 des Nachmittags; ich nahm ein Platz und mußten alsdann um 12 Uhr meine Vesit, bey Ihrer gnädig Frau Mutter abstaten; Sie gefähl mich sehr, so klug und freundlich, ich muß sie mehr kennen, ja - ich komme wieder! Der Wagen war recht gut aber schon nach den ersten Station bekamen wir eine andere, so schlecht, so elend und das Geselschaft war immer schlechter, ich war ganz und gar heftig, ja so bös das ich recht Rumohr machte in Harburg.

In Hamburg wohnte ich, wie gesagt, bey dem Grafen Holck; ins Theater traf ich mein Freund Ole Bull, die Stumme war gegeben, aber er gab der Geschwatsige, er plauderte so, und erzahle mich sein ganze neue Composition: La Tarantella, daß man ihn hören konnte in alle Pausen der Orchester.

Da ich ginge aus Oldenburg haben Sie gesagt, »je mehere Fehler in Ihre Brief, des besser«, - nun sind Sie heute zufrieden? Erste Mahl ins Leben habe ich, ohne Klade, ohne koregiren, ganz ungenirt, so wie, wenn ich eine dänische Brief schreibe, dieses geschrieben, Gott weiß um Sie etwas davon verstehen! Ich fürgte Sie muß sagen wie meine kleine Freund im Hause: »er spricht ganz sonderbar!« Küssen Sie den Kleinen und schreiben Sie bald! acht Tage bleibe ich noch auf Breitenburg, dann gehen die Briefe am besten nach Kopenhagen. Leben Sie recht wohl und heiter! Sie und Ihren Gemahl sind mir nicht länger befremde, nicht war? Schreiben Sie bald und sagen Sie mir dann ob Sie doch nicht wollen, das mein Briefe werden ein bisschen mehr durchgelesen und corrigirt !

von ganzem Herzen Ihre und Ihrem Gemahl brüderlich gesinnte

Freund

H. C. Andersen

E.S.

Bitte, geben Sie das dänische Brieflein an den Herrn Kammerherrn von Wederkopp; grüßen Sie Jerndorf, Kobbe &

Tekst fra: Se tilknyttet bibliografipost

Kjære Fru Eisendecker

Endelig er jeg da kommet i Ro, endelig kan jeg skrive, det var mig aldeles umueligt i Hamborg, hvor jeg boede hos Grev Holcks og ikke havde en Time fri, men altid var paa Farten eller i den elskelige Familie! - Det laae mig ideligt i Tanken at skrive og udtale ikke blot min Tak men min Kjærlighed for Hjemmet i Oldenburg, det bedrøvede mig ogsaa om de skulde vente Brev fra mig og intet da kom, - i forgaars vilde jeg dog have taget en Formiddag til at skrive men da kom en ung dansk Kunstner der gjør Daguerreotyp Billeder og bad mig sidde for sig i fem forskjellige Stillinger og da gik hele Formiddagen; vor Gesandt Bille førte mig omkring i Hamburg omegn, Senator Jansch havde mig paa sit smukkt Lyststed og den geniale Specter, som nu vil gjøre Billeder til mine Eventyr holdt ogsaa paa mig og som sagt - med den bedste Villie og hjerteligste Tanke jeg kunde ikke skrive, hverken til Oldenburg eller til Collins i Kjøbenhavn; først nu er jeg i Ro, i aftes kom jeg her til Breitenburg. Grevens Vogn holdt alt ved Skibsbroen da jeg steeg i land og som paa en Jernbane fløi jeg gjennem Skoven til det gamle Slot og den elskelige Greve; De kjender jo af Bazaren B[reitenburg]; herfra gik min Reise ud i Vinter, nu er jeg her igen, hvor rigt ligger ikke denne korte Tid af fire Maaneder, hvor mange herlige Mennesker har jeg ikke lært at kjende, lært at maatte elske. De faae Dage i Oldenburg, træde dog meest eiendommeligt frem. Vort korte Møde synes mig en Drøm, et Eventyr, der griber ind i mit Liv. Modtage De og Deres Mand mit hele Hjertes fulde Tak fordi De har vildet udtale Dem, ret række mig Haanden som Deres Hjerte bød det! - De har kastet / Solskin i min Sjæl, givet mig et levende Beviis paa at jeg maa være en Digter Natur der erkjendes; de Danske er ikke saa milde, der har jeg tidt Mod paa at synge med Freiligrath:

Der Norden, ach! ist kalt und klug,

Ich wollt, ich sang im Sand der Wüste,

Gelehnt an eines Hengstes Bugt!

Dog i Hamborg kom en mild Luftning til mig fra Hjemmet et Brev fra Faderen Collin, saa kjærligt, han var saa glad over al den Erkendelse jeg nød ude, forudsagde mig bedre Tider hjemme, - det var et Brev der kunde give Hjemvee! - jeg skriver ham nu til her fra Breitenburg, det vil meest indeholde Besøget i Oldenburg, hver Time der, hver Plet staaer som i et Speilbillede i mit Hjerte! - ja jeg var ret veemodig da jeg sagde Lev vel! den inderlige Hjertelighed hvormed Deres Mand rakte mig Haanden, det søsterlige Blik hvormed De saae paa mig, slig kjender jeg kun fra Collins Huus. - Bring alle de kjære Menneseker jeg lærte at kjende i Oldenburg min hjerteligste hilsen; jeg fik til Selskab derfra i Postvognen en oldenborger Skuespillerinde, som fortalte mig at hun spillede Pigen fra Orleans og kjendte den Skuespillerinde jeg havde omtalt i Bazaren, [overstr: der] Mellem os sad en gammel Herre fra Stade, han havde hele sin Poortefeulle fuldt af nye Vers, alle Charader, som han læste for os med meget Declamation, een var Veemuth, en anden Thränenlacheln, men da han sad midt imellem os og vi begge skulde høre bevægede han sig saa / afvexlende til begge Sider at vi fik hver et Halvdeel hun Vee og jeg Muth. - I Bremen sagde man mig i Hotellet at man gik bedre med en Deligense som tog afsted samme Eftermiddag 3½ red med Posten og jeg maatte derfor alt gjøre Deres Fru Moder Vesit, hun behagede mig i høi Grad, hun var saa naturlig, talte saa klogt - næste Gang jeg kommer der maa jeg blive lidt længere. Deligensen jeg kom i var ret god, men midt paa Reisen blev den ombyttet med en elendig Vogn og paa hver Station kom nye Pasagerer, den ene værre end den anden, det var det skrækkeligste Selskab og den værste Befordring jeg længe har prøvet, saa De kan tro jeg var vred og gjorte Larm da jeg kom til Haarburg! -

Dette Brev skriver jeg uden Klade, lige paa Papiret, [overstr: De vil] kan De komme ud af det - De maa ærligt sige mig det - ja De kan jo nok skrive Dem lidt til - men her er vist for mange Feil! - Jeg er bange de ved hver sætning maa sige med min lille Ven i Huset: Er spricht kun sonderbar! - Kys ham fra mig! - Lev nu vel! skriver De strax ved Modtagelsen af dette Brev da send det til Breitenburg, skriver De senere bliver det bedst Brevet gaaer til Kjøbenhavn,!

I Hamborg traf jeg Ole Bull, vi var sammen til den Stumme i Portici hvor han under Forestillingen sang for mig i Parquettet hele sin nye Komposition La Tarantella saa at jeg et Par Gange, naar Orchestret gjorte en Pause hørte Bulls Stemme.

Tekst fra: Solveig Brunholm (microfilmscan 13, 710-12)