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Brev fra Carolina, Lina von Eisendecher til H.C. Andersen 18. maj 1844

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Dato: 18. maj 1844
Fra: Carolina, Lina von Eisendecher   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Oldenburg den 18 Mai 1844

Vielen vielen Dank für Ihren Brief lieber Andersen, diesmal hat er mir noch ganz besonders Freude gemacht, durch die nahe Aussicht Ihres Besuchs, wie sehr mein Mann sowohl wie ich uns dazu freuen kann ich Ihnen nicht sagen. Wie schön ist es daß Sie nicht Schweden sondern unser liebes Deutschland zu Ihrem Ausflug wählten. Nun aber die Zeit, Sie schreiben daß Sie Mitte Juni kommen wollen, aber denken Sie daß ich dann grade in Bremen sein muß, um bei der Hochzeit meines Bruders gegenwärtig zu sein, die in der letzten Hälfte des Juni statt finden wird; Ende Juni aber, oder wenn wir einen bestimmten Datum vornehmen wollen zum I. Juli hoffe ich wieder hier zu sein, und wenn Sie dann können, würde es ganz herrlich sein, und dann müssen Sie so lange wie möglich bleiben, ich richte Ihnen oben das kleine Kabinetchen recht behaglich zum arbeiten ein. Wenn dieser Brief Sie nur noch in Koppenhagen trifft, ich bekam gestern Ihren Brief, konnte also nicht eher wie heute antworten. Es ist mir ganz traumhaft daß wir uns wiedersehn werden, wenn nur meine Reise keinen Querstrich macht. Ach nein, Sie müssen kommen. /

Aber wissen Sie daß ich ganz böse bin daß Sie immer so viele Reden über Ihr schlechtes Deutschschreiben machen, das wissen Sie ja doch daß das bei mir garnicht nöthig ist, Ihre Gedanken verstehe ich doch wie Sie sie auch ausdrücken mögen. Schreiben Sie nur immer alles was Ihnen einfällt, ich werde es schon lesen können. Sehr erfreut haben Sie mich durch die beiden hübschen Gedichte, die Abenddämmerung kannte ich zwar schon, aber in einer nicht so guten Uebersetzung. Auch die Schneeköniginn ist sehr schön doch in ganz anderer Weise. Nur Sie könnten die beiden Gedichte gemacht haben, und das sagt alles was ich Ihnen sagen mögte am besten. - Der Tod Thorwaldsens hat auch hier wie Sie denken können die lebhafteste Theilnahme erregt, Sie alle verlieren unendlich viel in ihm. Sein Tod ist beneidenswerth, er ist so ganz ahnungslos aus dem Dasein geschieden.

Für heute müssen Sie lieber lieber Freund, mit diesen ganz flüchtigen Zeilen zufrieden sein, ich habe sehr heftiges Kopfweh, da ich Ihnen aber doch gerne gleich schreiben wollte, durfte es mich nicht hindern. Von Breitenburg hoffe ich noch auf einen Brief von Ihnen, dann antworte ich auch länger. Die aller herzlichsten Grüße läßt Ihnen mein Mann sagen, er ist ganz froh Sie wieder zu sehn, auch der kleine Herr. Leben Sie recht wohl! Und kommen Sie! Darum bittet von ganzem Herzen die Ihrige

Lina von Eisendecher.

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