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Brev fra H.C. Andersen til Carl Alexander 18. april 1845

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Dato: 18. april 1845
Fra: H.C. Andersen   Til: Carl Alexander
Sprog: tysk.

9 Kopenhagen 18 April 1845

Mein edler Erbgrosherzog! Auf unserem ersten schönen Frühlingstage kam Eu: Hoheit liebe Brief, Gott strahle Ihnen so viel Sonnenschein ins Herz hinein, wie Eu: Hoh: Brief mir ihn bringt.

Begierig öfnete ich das mitfolgende Paquet, ich rieth auf ein Portrait; es war aber Ettersburg, die Sommer-Heimath, worin ich so glückliche Stunden verbrachte. Wie gnädig und liebreich ist es von Eu: Hoheit, mich so erfreuen zu wollen; ich habe bei dessen Anblick und beim Anblicke des Lieben Briefes eine Sehnsucht, eine Heimweh nach der Ferne, wenn ich es so nennen kan, nach Weimar und nach dem wo nach mein Herz daselbst so wunderbar tief und liebevoll klopft.

Leider muß ich diesen Sommer hier in Dänemark hingehen lassen; allein es wird mir möglich werden den Winter in Deutschland und den Sommer 1846 in Italien zuzubringen; ich fliege etliche Wochen nach Weimar, ich treffe ja Eu: Hoheit daselbst, ist es aber gewiß, das darf ich wissen, ich freue mich wie ein Kind Eu: Hoheit wiederzusehen, meine Ergebenheit, meinen Danck für Eu: Gnade und liebereiche Herzlichkeit für mich aussprechen zu können; bis da werde ich vielleicht auch meinen neuen Roman vollendet haben, welcher erst auf Deutsch erscheinen wird, ich habe lange nicht an diesen gearbeitet, weil dramatische Arbeiten und neue Mährchen mich ganz erfüllen. Am Neujahr erschien ein Bändchen und in diesen Tagen ist noch eins mit neuen Mährchen erschienen. Sonabend las ich sie dem Könige und die Königinn vor; wie es scheint amüsiert sich der König besonders über meine humoristischen und satirischen Mährchen, er ist mir so gnädig und gut gestimmt und hat in diese Tagen aus eigener Trieb und Gnade die Summe vergrößert, die ich, wie [O]ehlenschläger und Heiberg seit Friederich des VI Zeit den Finantsen erhalten habe. Ich habe jahrlich 400 preußische Thaler, / die mir jetzt im Verein mit dem, was mir meine Schriften einbringen, eine angenehme Existenz verschaffen werden. Wie ein volkommes Märchen liegt mein ganzes Leben vor meinem Blick, und zeicht mir, wie es mit jedem Jahre vorwärts geht; ein gütiger, milder Gott hat Alles gelenkt; ich begreife selbst nicht recht warum ich so viel in die Welt gewonnen habe; die finsteren Tage werden von der Sonne vertrieben; es ist als stände ein Glücksstern über meine Schriften; von allen dänischen Verfassern bin ich der [eingefügt: der] für den Augenblick, welcher im Auslande am meisten bekannt wird. Mein Roman: der Improvisator ist so eben auf Englisch übersetzt worden, und wie ich aus englischen Zeitungen sehe ganz treflich übersetzt und mit besonderen Beifall aufgenommen; auch meine Mährchen erscheinen nächstens in London. Der Improvisator ist auch auf Hollandisch und Russisch erschienen. Ist dies nicht erfreuend und herlich! Ich weiß Eu: Hoheit nehmen Theil an meine Freude, Sie mißverstehen mich nicht. Das Glück macht nicht stolz, es richtet das Gemüth gegen Gott, es ist ja Alles eine [eingefügt: eine] Gabe von ihm; ich werde immer demüthig im Glück, fast ängstlich froh. Sagen Sie mir doch, wenn es sich sagen läßt, ob ich Eu: Hoheit, nach November, in Weimar treffe, darf ich auch wissen, wo Eu: Hoheit Ihre Sommerzeit zubringen. Die Erbgroßherzoginn geht nach Haag, Eu: Hoheit mit? Auf wie lange? Der kleine Prinz begleitet wohl seine Eltern; ich freue mich ihn, und Eu: Glück zu sehen, ihm die Händchen herausstrecken und mich anlächeln sehen; für jedes Lächeln das mich gilt, bringe ich ihm ein Mährchen.

Nächster Monat wird der König von Preusen hier erwartet; Gott weiß ob ich ihm hier vorgestellt werde, sein Aufenthalt wird wohl nur kurz. Ich reise darauf nach Nys[ö] zu Baron Stampe, wo ich mit Thor[v]aldsen frohe Tage verlebt habe und wo sein Attelier jetzt einsam im Garten steht. Von da aus gehe ich nach Fünen, dem Excellenzen Graf Moltke zu besuchen / und dann nach Jütland um die Enthüllung von Friederich des [eingefügt: des] VI Monument beizuwohnen. In September ist Silbernerhochzeit auf Augustenburg, da verweile ich ein Paar Wochen und kehre dann nach Copenhagen zurück um an die Ausführung meiner Oper und die Reise nach Deutschland zu denken. In der Hoffnung daß mich Eu: Hoheit mit einem Briefe im Sommer, beglückt, bitte ich, damit mich ein solches, wo ich auch [eingefügt: auch] bin, finden möge, daß er an H[e]rrn Konferentsrat, Großkreutz, Collin in Kopenhagen adresiert werden muß.

Norddeutschen Blätter haben in der letzten Zeit recht gelungene Ubersetzungen mehrer meiner Gedichte, ich erlaube mir ein Paar abzuschreiben. Bringen mich Eu: Hoheit in gnädig Erinnerung bei Euer huldreichen Gemalinn und beiden Euer hohen Eltern, so wie bei die lieben Freunde in Weimar.

Möge der Sommer Ihnen Alle Sonnenschein von Aussen Sonnenschein [aus: und] ins Herz und Gemüth bringen. Zu dem Glück meines Lebens und zu dem was es so sehr das Gepräge des Mährchens giebt, rechne ich die große Milde und Gnade, die ich in Weimar gefunden habe, das Herz welches in Eu: Hoheit mir so liebreich entgegengekommen ist. Eu: Hoheit treu ergebener H.C. Andersen

/ Gedichte von H.C. Andersen

aus dem Dänischen übersetzt von H. Zeise.

I.

Die Rose.

#

Du lächelst an der Hecke grünen Pfaden,

Wie Engel lächelten dem ersten Paar;

Im Morgenthau sich rings die Blumen baden,

In deinem Kelcke glänzt ein Tropfen klar.

#

Ist’s eine Zähre, die ein Elf vergossen,

Weil du so schön, und dennoch sterben mußt? -

Im Jugendfüll, die Bläter halb geschlossen,

So träumst du an der Erde warmer Brust.

#

Was träumet dir? Dein Traum kennt keine Schmerzen,

Lieb’ ist dein Leben, deine Seele Duft.

Dein Ganzes gleicht dem sel’gen Dichterherzen,

Den Himmel sieht’s, wo Andre sehen Luft.

II.

Auf dem Brocken.

Dem Himmel nahe weil’ ich hier,

Doch muß das Herz gestehen,

Ich war ihm näher, als ich ihr

Tief in das Aug’ gesehen.

III.

I. Korinther 15, 42 - 44.

" - Also auch die Auferstehung der Todten. Es wird gesäet verweslich, und wird aufstehen unverweslich. Es wird gesäet in Unehre, und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesäet in Schwachheit, und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesäet ein natürlicher Leib, und wird auferstehen ein geisticher Leib."

/ 1.

Wenn einst der Erdenlarve

Gar sprödes Band zerreißt,

Dann schließt ein Körper geistig

Sich um den starken Geist.

Es sind dieselben Formen

Vom frischen Lenz umwebt,

Und luftig, klar und herlich

Das Bild dann vor uns steht.

2.

Die Bäume, Felsen, Wogen

Ein starker Geist umspannt;

Glaub’ nicht, das er verschwindet

Vor kalter Todeshand.

Denn ihre Geister formen

Sich neu in stolzer Lust

Zu Körpern, für die Geister

In unsrer warmer Brust.

3.

Der starke Geist der Traube

Der Rose frischer Duft,

Wird sich zu Lippen formen,

Frisch wie die reine Luft;

Das Geistige, das Hohe

In Felsen Marmorstein,

Wird sich zu Schultern runden,

Zu Arme Brust und Bein.

4.

Und eine jede Gottheit

In Sonnen-Strahlenschein

Wird lieblich dann verschmelzen

Bildend den Augenstein.

Der luftig leichte Nebel

Ein wallender Talar,

Sein Geistiges wird schenken

Dem langen Wellenhaar.

5.

Und auch ein jeder Seufzer

Der Sehnsuch und der Lust

Wird sich zu Herzen formen

In unsrer warmen Brust.

- Wer löst mir jenes Räthsel?

Wovon man Solches weiß?

Ich lernt’ es von der Liebe,

Der Liebe zartem Reis!

Tekst fra: Ivy York Möller-Christensen

[Dansk kladde: Topsøe tilskrift: 18/4 1845]

Min ædle Hertug!

Paa vor egentligt første smukke Foraarsdag kom Deres Høiheds Brev, tak derfor, Gud sende Dem saa meget Solskin i Hjertet, som altid Deres Breve bringe mig! begjerlig aabnede jeg den medfølgende Pakke, jeg gjættede paa et Portræt, - men det var Ettersburg, Sommerhjemmet, hvor jeg tilbragte saa lykkelige Timer; hvor det er venligt og kjærligt af Deres Høihed saaledes at ville glæde mig, jeg har ved Synet deraf og ved det kjære Brev, der om det endogsaa denne Gang var kort, men hjerteligt, som altid, og nu ved vor varme Foraars Sol, faaet en Længsel en Udvee, om jeg kan kalde det saa, efter Weimar og hvad mit Hjerte der saa forunderligt dybt og kjærligt banker for. Desværre maa jeg [overstr: forat kunne] nu lade denne Sommer glide hen her i Danmark, men ved mine dramatiske Arbeider, et nyt vil allerede i Begyndelsen af næste Saison komme paa Scenen og jeg seer mig da i stand til at tilbringe Vinteren i Tydskland; da flyver jeg til Weimar, Deres Høihed træffer jeg jo der, det er vist, det maa jeg vide, jeg glæder mig, som et Barn til at gjensee Dem, udtale min Hengivenhed, min Tak for al Deres Naade og elskelige Hjertelighed mod / mig; til den Tid vil jeg maaskee ogsaa have min ny Roman færdig, der vil udkomme paa Tydsk før paa Dansk, længe har jeg ikke skrevet paa den, da dramatiske Arbeider (to Syngestykker) og nye Eventyr opfyldte mig; ved Nytaar kom et lille Bind og i disse Dage er endnu eet med nye Eventyr udkomne. I Løverdags læste jeg dem for Kongen og Dronningen, det var en ganske lille Kreds, kun Majestæterne, en Hofdame, en Kavaler og jeg; Kongen morer sig særdeles synes det ved mine humoristiske og satiriske Eventyr, han er mig saa naadig og god og har af egen Drift og Naade i disse Dage forøget den sum jeg ligesom Øehlenschlager og Heiberg har fra Frederik den Sjettes Tid af Finantserne; jeg har aarlig 400 preusiske Thaler, der nu i Forening med hvad mine Skrifter indbringe mig kan skaffe mig en hyggelig Tilværelse. Som et heelt Eventyr ligger mit hele Liv for mig og viser mig at det er gaaet fremad Aar for Aar, en god og kjærlig Gud [overstr: har været min Skytsaand] / har ledet og styret det Hele; jeg begriber ikke selv ret hvorfor just jeg har vundet saa meget i Verden; [overstr: paa] de mørke Dage glemmer jeg Solskinnet; det er som en Lykke-Stjerne stod over mine Skrifter. Af alle Danske Forfattere er jeg den, som for Øieblikket bliver meest kjendt i Udlandet. [Overstr: I] Min Roman Improvisatoren er nylig blevet oversat paa Engelsk, og som jeg seer af engelske Aviser, ganske fortræffelig oversat og optaget med særdeles Bifald; nu komme mine Eventyr ogsaa ud i London; paa Hollandsk, hører jeg at jeg ogsaa blev oversat og [overstr: i Pe] fra Petersborg fik jeg nylig Brev at Improvisatoren var udkommet paa russisk. [overstr: Jeg bliver Det] Er det ikke glædeligt og deiligt! Deres Høihed veed jeg tager Deel i min Glæde, De misforstaaer mig ikke. Lykken gjør ikke stolt, den vender just Sindet mod Gud fra hvem det Hele er en Gave; jeg bliver altid ydmyg i Lykken, næsten ængstelig glad. Siig mig dog, saa vidt det kan siges, om jeg / i Vintertiden, træffer Deres Høihed i Weimar; tør jeg vide hvor De tilbringer Deres Sommertid; Arvestorhertugen gaaer til Haag, Deres Høihed følger med, hvor længe? Den lille Prinids følger vel sine Forældre, jeg glæder mig til at see ham, Deres Lykke, see ham strække de smaae Hænder ud og smile til mig, for hvert Smiil, som gjælder mig, bringer jeg ham et Eventyr. I næste Maaned ventes hertil Kongen af Preussen, Gud veed om jeg her bliver ham forestilt; [overstr: eller om det først skeer en Gang i B] hans Ophold bliver nok kun kort; jeg reiser derpaa ud til Baron Stampe paa Nysø, hvor jeg har levet glade Dage med Thorvaldsen og hvor nu hans Attellie staaer eensomt i Haven. Derfra gaaer jeg til Fyen i Besøg hos Excellensen Grev Moltke og da til Jylland for at overvære Afhyllelsen af Frederik den Sjettes Monument. I Septembeer er Sølvbryllup paa Augustenborg, der bliver jeg et Par Uger og kommer saa til Kjøbenhavn for at tænke paa mit Syngestykkes Opførelse og Reisen til [resten mangler]

Tekst fra: Solveig Brunholm (microfilmscan 12, 74-76)