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Brev fra Carl Alexander til H.C. Andersen 3. juli 1845

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Dato: 3. juli 1845
Fra: Carl Alexander   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

11 Carl Alexander an Andersen

(Ettersburg)

Sie fragen mich wo ich sey, Sie wissen nicht wohin Sie Ihre Gedanken mir nachsenden sollen und wo Ihre mir zu meinem Geburtstage bestimmten Wünsche mich erreicht haben. Wohlan ich will Ihnen erzählen wo ich saß als ich Ihren Brief von dem 24 in Händen hielt; sehen Sie dann zu ob Sie den Ort errathen werden. Ich saß im Schatten mächtiger Buchen, welche hoch über meinem Haupte sich zu einem natürlichen Dache wölbten. Hinter mir und links verbreitete sich der Wald in üppigster Fülle und Schönheit. Tiefe Einsamkeit herrschte in demselben. Vor mir lichtete sich der Wald ein wenig. Hierdurch schimmerten Grasflächen, darauf schöne Blumen und einige ungeheure Eichen prangten auf dem grünen Teppich. Rechts öffnete sich der Wald, ein Weg führte zu mehren über einander gelegenen Terrassen, auf einer derselben lag ein Schloß in einfachem Styl erbaut, dessen mehrfachen Stockwerke und vielen Fenster auf eine ge/räumige Wohnung schließen laßen. Eine Flagge hoch oben auf der Zinne wehte hinaus in die blaue Luft. Ich hörte sagen, daß man im Schloße, dessen Besitzer wohl jetzt darinnen sein mochten, da die Fahne aufgezogen war, ein gar angenehmes Leben führt, daß gesellige und freundschaftliche Gesinnungen immer viele Gäste daselbst versammeln, daß man ein Journal daselbst gestiftet habe, welches aus litterarischen Erzeugnissen der Mitglieder des besondern Cirkels bestehen, welche sich denn die einzelnen Herren und Damen gegenseitig vorlesen. - Ich hörte ferner erzählen, daß die Bauern vom Dorf unter der Linde, nahe am Schloß, oft tanzten und fröhlich wären und daß die Herren vom Schloße zugegen wären, daß man auch im Schloße tanze und daß auf dem Theater auch Comödie gespielt werde, denn selbst ein Theater soll im Schloße sein. Auch von ausgezeichneten Gelehrten und Dichtern und Künstlern hörte ich sprechen, welche auf dem Schloße / zusammenkommen, unter den Zweiten nannte man mir einen Dichter aus Dänemark, Herrn Andersen, der auch hier gewesen sey und an den man gern stets zurückdenke. Sollte er Ihnen wohl bekannt sein? - Dieses, mein Bester, war der Rahmen, in welchen Ihr Brief hineinfiel und doppelt dankbar ergreife ich die Feder Ihnen zu danken, denn Sie haben meine Freude über den schönen Rahmen noch erhöht. Wie lieb Sie mir sind, wissen Sie, wie lieb mir die Äußerung Ihre Gesinnungen und Gefühle ist, können Sie Sich daher denken; daß mir Ihre Zeilen selbst endlich sehr willkommen waren, werden Sie begreifen. Ihre Briefe tragen stets so ein besonderes Gepräge, ich behaupte sie haben den Duft der Mährchen, oder sie kommen mir vor wie Blumen aus einem Zauberland die wohl den andern, gewöhnlichen gleichen aber dennoch immer irgend eine phantastische Eigenthümlichkeit an sich tragen. Sie machen mir eine glänzende Beschreibung der Vegetation der Inseln, ich begreife sie da ich selbst jetzt von dem / reichsten Zauber der Vegetation umgeben bin. Doch wie soll ich Ihnen meine Freude über Ihr Kommen ausdrücken? Tausendmal wünsche ich Ihnen Glück zu Ihrer Rückkehr zu uns, wo wir Sie alle lieben und schätzen. -

Sie haben Recht zu glauben, daß der Aufenthalt in Paris mich interessirt habe. Ich kenne keinen Ort von dem ich wie von Paris sagen könnte, daß jedes Interesse durch eine ausgezeichnete Persönlichkeit vertreten sey. -

Die Erbgroßherzoginn und meinen Sohn habe ich, Gott sey Dank, wohl wieder angetroffen. Erstere läßt Sie grüßen, meine Eltern würden ein Gleiches thun wären sie hi(e)r.

Und nun, mein Bester leben Sie wohl, schreiben Sie bald mir wieder, ich will sehen ob Sie meinen jetzigen Aufenthalt errathen haben, deshalb schreibe ich auch nicht den Ort hin, meinen herzlichsten Dank für Ihre guten Wünsche, kehren Sie bald, bald zurück zu

Ihrem

den 3 July 1845.

sehr ergebenen

Carl Alexander

Tekst fra: Ivy York Möller-Christensen