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Brev fra H.C. Andersen til Carl Alexander 30. oktober 1845

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Dato: 30. oktober 1845
Fra: H.C. Andersen   Til: Carl Alexander
Sprog: tysk.

Kopenhagen 30 October 1845.

Mein edler Erbgroßherzog! Seit ich Euer Hoheit das letzte Mal schrieb, habe ich nicht das Glück gehabt Nachricht von Ihnen zu erhalten; vielleicht hab’ ich nicht hinreichen genau den Ort meines letzten Aufenthalt aufgegeben, denn hoffentlich sind Euer Hoheit und Ihrer Lieben Alle wohl. Ich bin heute den letzten Tag in Kopenhagen, morgen fliege ich über die dänischen Insel, durch die Herzogthümer nach Hamburg und beginne so meine dritte Reise nach Italien. O, wie ich mich freue! Das Leben ist so schön! ein guter Gott ist mir so liebreich und gut, alle meinen besten Wünsche werden erfüllt. Januar komme ich nach Weimar, ja es wird mir das neue Jahr die Freude bringen, das Glück bringen meinen hochgeschätzten, geliebten Erbgroßherzog wiederzusehen, und so viele Lieben in dem angenehmem Weimar.

Errinnern Sich Euer Hoheit den Schluß Ihres ersten Briefes an mich: "Sehen Sie Weimar als Ihre zweite Heimath an!" und so tretet es auch in meinen Gedanken auf; ich sehne mich Euer Hoheit entgegen zu eilen, Sie für alle Gnade, für alle freundlichen Briefe zu danken.

Ich war gestern zur Abschieds-Audienz bei der verwittweten Königinn Maria, sie trug mir auf, mündlich E. H. hochgeschätzte / reichbegabte Mutter, ihre herzlichsten innigsten Grüße zu bringen.

In den letzten drei Wochen hab’ ich eigentlich nur für die liebenswürdige Jenny Lind gelebt, so lange hielt sie sich hier in Kopenhagen auf, und bezauberte alle Ständen und Alter durch ihren wunderschönen Gesang, ihr meisterhaftes Spiel und ihre liebenswürdige Persönlichkeit. Ich sah sie täglich, weil sie mir wirklich gut ist, mich wie einen Bruder betrachtet, und diesen Tittel macht mich stolz. Sie ist einer der reinsten und edelsten Frauen die ich gekannt habe; und nur ihre undvergleichliche Persönlichkeit vermag den Eindruck zu verschmelzen, denn ihre Kunst hinterläßt. In Berlin sehe ich sie wieder eh’ ich nach Weimar gehe.

Im Berlin hoffe ich dem Konige präsentir zu werden, der, (wie man mir gesagt hat) für mich sehr gnädig gestimmt sein soll. Ich hoffe daselbst auch die Gnade zu geniesen E: H: Swestern zu sehen.

Sollte ich mit einem Briefe beglückt werden, darf ich dann hoffen das er an meine Adreß nach Oldenburg, (Groß-Herzogthum Oldenburg) post restante, gesannt werde.

Gott segne und erfreue Sie mein edler Erbgroßherzog damit ich Sie, d gnädig[e] Erbgroßherzoginn, und [eingefügt: und] den kleinen Prinz[en] froh und glucklich in dem lieben Weimar sehen, in tiefer Ehrfurcht Ihr innig ergebener H.C. Andersen

Tekst fra: Ivy York Möller-Christensen