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Brev fra H.C. Andersen til Carl Alexander 15. januar 1847

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Dato: 15. januar 1847
Fra: H.C. Andersen   Til: Carl Alexander
Sprog: tysk.

34 Andersen an Carl Alexander

Kopenhagen 15 Januar 1847.

Mein lieber, theurer Erbgroßherzog! Endlich kommen die ersten fünf Bände von der Gesammt-Ausgabe! heute sah ich das erste Exemplar, und morgen, wenn dieser Brief abgeht, schicke ich nach Leipzig, ein Paar geschriebene Worte, welche der Buchhändler vorn in die Biographie einheften und dann augenblichlich die Bücher nach Weimar schicken soll, es ist mein Gruß im neuen Jahre, ich habe lange darauf gewartet. Lesen Sie, mein hoher, theurer Freund, die Biographie, und mein ganzes Leben, mein Auseres und Inneres liegt offen vor Ihnen - und ich weiß es, Sie werden mich immer treu und fest lieb haben. Dencken Sie an das Mährchen von "der Glocke", es ist der arme Knabe im Walde mit dem Fürst; Hand in Hand, Auge an Auge erzählt er dem edlen Manne seine Leiden und Freuden.

Das letzte Jahr ist so reich, so glänzend für mich gewesen, und zweimal war ich da in Weimar. Ich habe E: K: Hoheit noch mehr und inniger verstanden. Die ersten Tage in diesen neuen Jahre gehen auch so sonnenklar mit Ruhm und Glück hervor. England überbietet, in Lob und Enthusiasme über meine Schriften, jetzt Deutschland und Alle; ich bin nach London eingeladen, man hat mir die schönsten Tage versprochen! Alle meine Bücher erscheinen so schön ausgestattet; der bekannte Buchhändler Bentley hat mir sogar 150 Pfund für das Manuscript meinen neuesten Romane angeboten, damit die englische Uber/setzung ebenzeitig mit der deutschen und dänischen herauskommen kann. Auch aus Holland habe ich eine sehr schön ausgestattete holländichen Uebersetzung mit Bildern bekommen, es ist gar zu viel! ich arbeite jetzt auch in die Nacht hinein. Ahasverus ist beinahe beendiget, und der neue Romane, über die Hälfte. Mein Geist ist lebend, aber ich bin noch immer körperlich unwohl, amschlimsten wenn die Luft feucht und neblicht ist, dann bin ich nerveus und leidend, ich fühle eine Angst, eine Unruhe, ich bin so traurig, so einsam - ich weiß nicht selbst!!

Mir geht es, als Dichter, mährchenhaft gut, vielleicht wäre daß Sterben eben jetzt glücklich! aber ich liebe das Leben, ich liebe die Menschen! - ach, ich mochte so gerne noch ein mal nach Weimar; zu Ihnen, mein innigster, geliebter hoher Herr! Ach wenn Sie doch kein Fürst wären! -

-

Es gehen mir Wolcken durch die Seele!

Von Jenny Lind habe ich noch lange keinen Brief, und ich schreibe auch nicht, kann nicht schreiben, die Zeit vergeht so schnel, ich habe noch so viel zu thun, es glüht und blüht in meinem Innern, ich kann nicht Alles zu Papier bringen!

Voriges Jahr, um diese Zeit war ich in Weimar, ich erinnere mich jeder Stunde, jedes Wortes; wie innig haben Sie mit mir gesprochen, es waren Augenblicke wo ich nur an des Freundes Herz dachte. O, ich liebe Sie, mein hoher Herr und Freund!

Jetzt kommt bald der großherzogliche Geburtstag! ich dencke an d. 2te Februar, Alles var so festlich und schön. (gestr.: aber) Ihre Freundlichkeit, Ihre Herz für mich vergesse ich nie! ich gehe wieder mit Ihnen in die Nebenzimmern / wo die Statuen im Grünen standen, wo Qvellen sprudelten, - dies Mal bin ich nicht da, aber Sie, wenn die Musik klingt, und Alles schwebt und glüht, dann trit mein Bild stille in Ihrer Erinnerung hervor; o dencken Sie an mich an dem Tag, dan ich bin mit den Gedanken bei Ihnen. E: K: Hoheit, sagen Sie auch die hohen Eltern, daß ich ein unsichtbare Gast bin! sagen Sie d. koniglichen Hoheit meinen ehrfurchtvollen, innigsten Fest-Gruß. O ich liebe Weimar! in Dänemark wird auch von Vielen Weimar schön und herzlich erwähnt, und Sie, meinen hoher Freund stehen sehr hoch und geschätzt bei meinen edlesten und schönsten Freundinn. "Er muß gut und edel sein!" höre ich; ja, kommen Sie einmal nach Kopenhagen, da gehen milde Augen nach der königlichen Loge. Die Dänen wissen im Algemeinen wie gut Weimar, und ins besonders der Erbgroßherzog den Dichter ist.

Die holländische Uebersetzung meiner Schriften erfreute mich auf eine eigne Art, ich dachte an die herliche gute Frau Erbgroßherzoginn: wenn meine geistigen Kinder holländisch werde, dann komme ich, durch das Vaterland, auch des Konigs Tochters Schutz näher! Sagen Sie wie erfurchtsvoll und danckbar ich an Sie (soll heißen: sie) dencke; Das Gedicht an den kleinen Carl August steht in den zu Weinachten herausgekomnen "alten und neuen Gedichte", und wird hübsch erwähnt.

Ich habe angefangen englische Stunden zu nehmen, denn es ist meine Absicht, wenn Gott will, im Sommer nach London zu gehen, wo man in allen Zeitung und auch in freundlichen Briefen schreibt, daß ich noch meine / größter Publicum haben soll und einige obschon für mich unbekannte Freunde. Auch nach Stockholm ging ich gerne! wie wird es mit Ihrer Koniglichen Hoheit Entschluß? Reisen Sie diesen Sommer nach dem Norden? Ich würde glücklich seyn, wenn es bei dem vorgeschlagenen Plane, daß ich mit gehen sollte, bliebe.

Und nun leben Sie wohl und glücklich! Gottes Sonnenschein im Herzen und im Hause! Ihr innig ergebener treuer H.C. Andersen

Tekst fra: Ivy York Möller-Christensen

[brudstykker af kladde, s. 1:]

Mein lieber, theurer Erbgroßherzog!

Endlich kommen die ersten fünf Bände von der Gesammt-Ausgabe meiner Geschichten! heute sah ich das erste Exemplar, und schicke morgen, wenn dieser Brief abgeht, ein Paar Worte [overstr: auf ein Stück Papier] mein hoher lieber Freund, welche der Buchhändler in Leipzig, vorn in die Biographie einheften [overstr: soll] und dann augenblicklich die Bücher nach Weimar [overstr. : zu] schicken soll, es ist mein Gruß in den n[euen] Jahr, ich habe lange wartet darauf [tilføjet over wartet 2, og over darauf 1]. Lesen Sie
und mein ganzes Leben, mein Ausseres und
liegt vor Ihnen offen und ich weiß es, Sie
[mi]ch immer treu und fest [overstr: immer] lieb haben; dencken Sie nur
Mährchen von der Glocke, es ist der arme K[nabe]
Walde mit dem Fürst, Hand in Hand, Au[ge]
erzählt er dem edlen Mann seine Leide[en]
der Herr Gott ist mir immer
er wird es bleiben und Sie

[brudstykker af kladde, s. 2:]

aber ich bin [tilføjet: noch immer] körperlich unwohl, [overstr: noch immer], am schlimsten wenn die Luft [overstr: ist] feucht und neblicht [tilføjet: ist, dann ]bin ich nerveus und leidend, ich fühle eine Angst, eine Unruhe, ich bin so traurig[overstr: h], so einsam - ich weiß nicht selbst!! Mir geht es, [overstr: so] als Dichter, mährchenhaft[overstr: ig] gut, vielleicht wär daß Sterben eben jetzt glücklich! aber ich liebe das Leben, ich liebe die Menschen! - ach, ich möchte so gerne noch ein mal nach Weimar; zu mein innigster, geliebter hoher Herr! Ach
Sie doch [ovrstr: nicht ein] kein Fürst wären! -Es gehen mir
durch die Seele! Von J habe ich noch lange
Brief, und ich schreibe auch nicht, kann nicht schrei-[ben],
die Zeit vergeht so schnell, ich habe noch
zu thun, es glüht und blüht in meinem
ich kann nicht Alles zu Papier
Voriges Jahr, um diese Zeit war
jedes Wortes;

[brudstykker af kladde, s. 3:]

Sie auch die hohen Eltern, daß ich [overstr: bin] ein unsichtbare Gast [tilføjet: bin]! sagen Sie der königlichen Hoheit meine ehrfurchtvollen, innigsten Gruß. O ich liebe Weimar!

Weimar wird auch von Vielen in Dänemark schön und herzlich erwähnt, und Sie, mein hoher Freund stehen sehr hoch und geschätzt bei meinen edlesten und schönsten Freundinn [overstr: immer werden Sie genannt der guthe] Der gute edle Fürst" werden Sie genannt, "Er muß gut und selten sein!" [höre]
ich; ja, kommen Sie einmal nach Kopen[hagen],

da gehen milde Augen nach der [könig]-
lichen Loge. [overstr: ich will, was ich ein
soll die ganze Welt] die Dänen wissen
Algemeinen wie gut Weimar,
und ins besonders der Erbgroßherzog [overstr: ist].
Die holländische Uebersetzungen
auf eine

[brudstykker af kladde, s. 4:]

Freunde. Auch nach Stockholm ging ich gerne! wie wird es mit Ihrer Koniglichen Hoheits Entschluß? Reisen Sie diesen Sommer nach dem Norden? Ich würde glücklich seyn, wenn es [overstr: bleibt] bei dem vorgeschlagenen Plane, daß ich [overstr: sollte] mitgehen [tilføjet: sollte, bliebe. Und nun leben Sie wohl und glücklich! Gottes Sonnenschein im Herzen und im Hause! [overstr: sehr für mich wie Sie immer war Freund] Ihr innig[overstr:er] ergebener schätzter Herr.

H.

Es ist sehr schmeichelhaft für mich daß Sie mein
in Ihren weitverbreitener [??] Zeiten
vergönnen, Ihr erstes
nach Kopenhagen, das ich noch
den empfang der weiten

Tekst fra: Solveig Brunholm (microfilmscanning 12.3-5)