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Brev fra Heinrich Zeise til H.C. Andersen 23. februar 1847

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Dato: 23. februar 1847
Fra: Heinrich Zeise   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Altona d. 23/2 47

Lieber Herr Andersen!

Herzlichen Dank für Ihre lieben Zeilen, und für die herrliche Beilage, Ihre gesammelten Gedichte; ich werde von denselben gewiß noch manche für die zweite Auflage übersetzen. Ich habe in der letzten Zeit von Ihren Gedichten folgende übertragen: "Klein Viggo" "Eine Winterpartie" "Lischen am Brunnen" "Der Räuber" (Tyveknægten) "Der Dorfmusikant" "Heimweh" "Mir träumte ich sei ein Vögelein" "Jütland" "Das Meerweib bei Samsø" und "der Sturm"3. Einige von diesen hat freilich Chamisso schon übersetzt, und es könnte anmaßend erscheinen, daß ich es noch einmal versuche, aber ich hab's gewagt. -

Sie wünschen etwas über den gegen Sie gerichteten Angriff zu wissen. In den kritischen Blättern, welche der tüchtige, gesinnungsvolle und Sie hochschätzende Wienbarg redigirte, theilte der jetzige Besitzer ein Herr Dr. Wille, wenigstens vermuthe ich, daß er es gethan hat, folgendes mit: "Andersen ist ein ganz anerkennungswerthes Talent, wie wir deren hundert in Deutschland haben, aber die gestachelte Eitelkeit seiner Landsleute sucht ihn höher zu stellen, als er es verdient"; das ist der Inhalt einer kurzen Bemerkung; welche ich Ihnen nicht genau mittheilen kann, weil das Blatt mir augenblicklich fehlt. Aber wegen meiner Übersetzung Ihrer Gedichte sind Sie keineswegs angegriffen, wie Sie es zu vermuthen scheinen. Mich empörte jene Bemerkung als ich sie las, und es war meine Absicht Einiges darauf zu erwiedern, zumal da sie so ganz verkehrt ist, ich habe es aber dennoch unterlassen, weil ich dachte, daB es Ihnen gleichgültig sei; der Schreiber jener Zeilen kann Ihnen nicht schaden, die allgemeine Stimme ist fUr Sie, und vox populi, vox Dei. Wenn Sie es aber wünschen sollten, daß ich einiges darauf erwiedere so bin ich gern dazu bereit, und meine Entgegnung wird sicher von Dr. Wille, dem jetzigen Redakteur aufgenommen werden, selbst wenn er jene Zeilen, wie ich vermuthe, geschrieben hat; bestimmen Sie ganz über mich. Ihre Selbstbiographie habe ich mit dem größten Interesse gelesen, so wie alles was aus Ihrem warmen Herzen auf das Papier strömte. - Sie haben einige neue Mährchen geschrieben, können Sie mir diese nicht in Manuscript geben, ich bitte Sie sehr darum, lieber Andersen, und ich will Ihnen sagen zu welchem Zwecke ich Sie brauchen möchte. Bei einem Buchhändler in Sachsen wird ein Band "Sagen und Mährchen aus dem Norden" erscheinen, welche ich übersetzt habe, es sind norwegische Sagen von Asbjørnsen u. m. Anderen, in diese Sammlung kommen auch die Mährchen "Das kleine Mädchen mit Schwefelhö1zern und Der böse Fürst von Ihnen; aber der Buchhändler will gern noch einige haben, weil ein Teil des Manuscripts wegfallen muß, nämlich die Volks-mährchen, gesammelt von Asbjørnsen und Moe, weil mir ein Herr Bresemann zuvorgekommen ist, aber die "Huldreeventyr" von Asbj'rnsen bleiben in meiner Übersetzung. Sie werden es wohl richtig machen können mir Ihre neuen Måhrchen wenn auch nur eins oder zwei zu senden, jedenfalls erwarte ich von Ihnen recht bald eine Antwort, denn der Buchhändler will wissen, wann ich ihm noch Manuscript schicken kann. Erfüllen Sie meine Bitte!

[Ich] erwarte von Ihnen innerhalb 14 Tagen Antwort.

[Lebe]n Sie wohl, recht wohl lieber Andersen

Aufschrift:

Ihr H. Zeise.

Herrn H. C. Andersen Wgbr. p. Addr. Herrn Conferenzrath Oersted in Kopenhagen

Tekst fra: H.C. Andersens Hus