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Brev fra H.C. Andersen til Carl Alexander 25. juli 1847

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Dato: 25. juli 1847
Fra: H.C. Andersen   Til: Carl Alexander
Sprog: tysk.

London 25 Juli 1847.

Mein lieber, theurer Erbgroßherzog!

Jetzt sind Ihrer Konigl: Hoheit, wie ich hoffen darf, wieder in Weimar, wieder glücklich zu hause, der kleine Prinz Carl August lächelt und spricht, d. grüne Wald bei Ettersburg lächelt auch - es ist doch am besten in der Heimath! - Ich bin noch in London und verweile beinahe zwei Wochen, dann gehe ich nach Skottland und am Ende August, komme ich nach Weimar, drei, vier Tagen, und fliege dann nach Dänemark, wo ich noch vor Weinachten die neue Romane beendigen muß. -

Ich wußte daß Ihre Konigliche Hoheit war abgereist, dachte so herzig und innig an Sie, aber ich wu(te und verstand es wie aufgenommen Ihre Zeit, Ihre letzten Augenblicken waren, und zweifelte gar nicht - ob wir uns nicht sehen konnte - an Ihr(er(

Freundschafft; mein Gott, ich selbst bin so in Anspruch genommen, da( ich kaum wei( wie ich mich und d: Zeit theilen soll. - London und nicht Paris, ist die Weltstat, ich muß immer in London, durch d: Gegensats, an Rom denken; die beiden konnten die Weltkugel-Vignetten representir(en(, Rom, die Nacht, die große erhabe(ne( Nacht, und London der Tag, das Leben in Fülle und Treiben. Bei Lady Blessington habe ich Dickens Bekanntschaft gemacht, er schrieb vom Lande "I muss see Andersen!" und wir / trafen einander bei Dinée [soll heißen: Diner]. Er ist wie ich mich ihm gedacht habe; wir verstanden uns gleich, halten einander in die Händen, und sprachen englisch, ich, leider nicht gut aber, wie gesagt, wir verstanden uns; Dickens giebt ein Fruhstuck für mich künftige Woche; Bulver habe ich noch nicht gesehen, er ist auf dem Lande, aber kommt, hoffe ich, vor mei[ner] Abreise. Es war sonst bei die Blessington Alles prachtvoll und reich, schöne Gemählde, Statuen und Blumen. Graf Dorsai (soll heißen: d’Orsay( war sehr heiter und liebenswürdig, neben mir saß de[r] älste Sohn von Lord Wellington; es machte eine eigenthümliche Gegensatz, einen Wellington am Tische und am Ende des Tisches Napoleons Bild, lebensgroß beleuchtet mit Lampen. Atheneum-Club, der erste Club in London, hat mich "als berühmter Reisender", für zwei Monathen aufgenommen, überall bei die verschiedensten Klassen habe ich so ehrenvoll und herzliche Aufnahme gefunden, daß ich kaum weiß, was ich denken soll, leider bin ich gar nicht wohl, mein Korperliche kan es nicht aushalten, ich war schon nicht stark da ich kam hieher. - Wie freundlich man hat mich und meine "Biographie" aufgenommen, sehen Sie meiner hoher Freund, wenn Sie mitfolgende gedruchte Beilage lesen wollen. Die neue Oper von Verdi, nach Schillers "Räuber" macht nur durch die Lind, Glück; sie ist nicht [eingefügt: nicht] für die Musik, sie wollte kaum daß ich es hören sollte, doch gehe ich künftige Donnerstag da hin; ich bin nicht in / die Oper gewesen von der letzte Abend wir, meiner hoher Herr, sahen uns dort; ich war krank, und mußte weggehen, die Hitzte konnte ich nicht aushalten. Ich fürchte diese Reise und Aufenthalt in London ist mir körperlich nicht gut, es hatte klüger gewesen Seebäder zu nehmen und ruhig zu sein. Diesen Brief hatt auch eine Art von Krankheit, die Schreibfehler schlagen aus wie Blättern, daß kommt auch von d: Aufenthalt in London; in d: letzte Zeit spreche ich immer Engliß und dann vergeße ich ganz und gar mein Deutschen; doch hoffe ich Eure Konigliche Hoheit finden die Gedanken heraus! an Sie allein mein hoher, theurer Freund, durfte ich ein Brief wie diesen abgehen laßen, Sie wollen mehr auf mei[ne] Liebe, mei[ne] Anhänglichkeit sehen als auf das korrecte im Schreiben. Bringen Sie mir in gnädigst Erinnerung bei die Frau Erbgroßherzoginn und die hohen Eltern. Wenn ich noch im London ein[en] Brief hoffen darf, dann geht den Brief am sicherst[en] nach d: danischen Gesantschaft, sonst hoffe ich in Frankfurth am Main, post restante, ein[en] Brief von E. K. Hoheit zu empfangen. Leben Sie wohl, leben Sie glücklich, mei[n] theurer lieber Freund! E. K. Hoheits innig ergebener treuer H.C. Andersen.

Tekst fra: Ivy York Möller-Christensen