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Brev fra H.C. Andersen til Carl Alexander 9. december 1847

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Dato: 9. december 1847
Fra: H.C. Andersen   Til: Carl Alexander
Sprog: tysk.

Kopenhagen 9 December 1847.

Mein lieber, theurer Erbgroßherzog!

Lange habe ich nicht geschrieben, aber Eurer Konigliche Hoheit werden bald sehen wie Sie fest und innig mir im Herzen sind; ich habe mir immer wegen meines Aufschiebens Vorwürfe gemacht, ich weiß ja, daß ich in allen Stimmungen an Sie schreiben darf, mein Denken und Fühlen aussprechen, und doch - ich konnte nicht!!

Ganz Kopenhagen hat von der Grippe gelitten, einzeln[e] sind so gar gestorben, unter diesen die Gräfinn Danneskiold-Samsöe, geboren Lady Bruce; ich habe auch etwas davon gefühlt doch ohne mich in die Stube hinein zu mauren, aber mein Humeur, meine ganze Stimmung ist so kränklich gewesen wie nicht in vielen Jahren; einer Reizbarkeit und Schwermuth die gar nicht in den Verhältnissen, aber sicher nur im Körper und dem ewigen schlechtes, nasses Wetter liegt, Grau in Grau alle Tage, drückte mich zum Boden; ich bin Tage lang in einer Stimmung daß ich weinen konnte, und beinahe selbst an die besten Freunde zweiflen möchte; in dieser Stimmung konnte ich an Nie mann schreiben. So sind lange Wochen gegangen, in welcher ich gar nicht arbeiten konnte und selbst gerne Allen vermeiden möchte; aber einzelne Stunden regte sich dann wieder so eine Fülle von Productivitet, daß ich eines kleines Mährchenbuch für Engeland geschrieben habe, nach London / abgesant, und Weinachten kommt mein "Chrismas flowers", Charles Dickens dedicirt, heraus.

Die gesammt Ausgabe meiner Schriften im Deutschen, werden Weinachten geschloßen und die zwei letzten Bände werden "Ahasverus" bringen; leider kann diese Dichtung, in seiner Form und Farbe, gar nicht wiedergegeben werden, Sie mein hoher theurer Freund kriegen keinen rechten Begriff davon durch die Uebersetzung. Ich habe in dieser Dichtung einen für mich neuen Bahn gebrochen, ich stelle Ahasverus in Originalitet neben die Mährchen, wie aber die Wellt sie aufnehmen wird, davon habe ich noch gar keine Vorstellung, aber nach meinen eigenen Ansichten habe ich hier etwas geleistet und darum, wie Eurer Konigliche Hoheit es erlaubt habe, daß ich Ihnen eine meiner Dichtungen dediciren konnte, habe ich Ihnen [doppelt unterstr.] d: Ahasverus gebracht, Vor Weinachten kommen beide, d: dänisch[e] und deutsch[e] Uebersetzung, nach Weimar. Der Buchhändler in Leipzig schickt den Schluß von der Gesammt Ausgabe, und künftige Woche geht aus Kopenhagen ein Exemplar der dänischen Original an Sie, mein theurer, hoher Freund. Sie verstehen wie fest Sie mir im Herzen hineingewachsen sind, wie lieb, für immer, ich Sie habe! ach, möchte doch mein Dedication und Büchlein Ihnen Vergnügung machen. Wenn ich gestorben bin, wird das Buch Ihnen und die Welt mei[ne] Liebe und Treue sagen können.

Eurer Konigliche Hoheit haben schon in der Gesammt Ausgabe, vier dramatische Stücke; der Mulatte / ist, ich glaube es, gut übertragen, lesen Sie diese Drama und wenn sie Eur: K: Hoheit anspricht, dann empfele ich den Mulatte für der weimarische Bühne, derselbe hat im Kopenhagen und Stockholm sehr viel Glück gemacht. Die Vorede zu "der Glücksbluhme" habe ich in Ettersburg geschrieben und von dort datirt. Sehen Sie das Buch an, es soll, - im Stillen - , so wie das Mährchen von "der Glocke", an unsere Sammenleben erinnern. Der Landgraff von Hessen hat mir neulich erzählt er habe E: Königliche Hoheit gesehen und gesprochen dies[en] Sommer; Prinz Friederich, Gatte der verstorbe[nen] Prinzess[inn] Alexandra, sagte vor 14 Tagen, er glaubte E: K: Hoheit war nach Portugal gegangen, aber ich hatte eben Ihr[en] Brief, es muß wohl ei[ner] Ihr[er] hohen Verwanten sein. - Weinachten gehe ich vier Tagen auf dem Lande bei unser Finanz Minister Moltke, und dann wieder nach Kopenhagen.

Und nun mein theurer lieber Erbgroßherzog, mein besten Gruß! - Bringen Sie mich im gnädigste Erinnerung bei die hohe Frau Erbgroßherzoginn und die hohen Eltern.

Ihr Königliche Hoheit innig ergebener H.C. Andersen

Tekst fra: Ivy York Möller-Christensen