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Brev fra Carl Alexander til H.C. Andersen 16. december 1847

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Dato: 16. december 1847
Fra: Carl Alexander   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

51 Carl Alexander an Andersen

Weimar den 16 December 1847.

Ihren Brief vom 9 habe ich begrüt wie etwas Langersehntes, liebster, theuerster Freund. In der That ich sehnte mich nach einem Lebenszeichen von Ihnen. Vor 3 Stunden erhielt ich nun Ihre Zeilen und jetzt sitze ich sie zu beantworten. Entnehmen Sie aus meinem Eifer es zu thun, wie sehr es mir am Herzen liegt mit Ihnen zu plaudern. Vor allen Dingen empfangen Sie all’ meinen Dank für Ihren lieben Brief und besonders für den bewei Ihrer sich immer bewährenden Freundschaft. Sie ist mir ein bedürfni geworden, denn sie ist mit meiner Seele verwachsen. Auf Ihre Dedication bin ich wahrhaft stolz (dreifach unterstr.). Ich bin es weil ich wei, da es ein wahres Gefühl der Freundschaft ist, welches Sie hierzu antrieb, ich bin es weil ich Sie aufrichtig liebe, ich bin es weil ich Sie als Dichter wirklich hoch schätze, ich bin es endlich, weil ich wei mit / welchem Ernst und Eifer und mit welcher Seele Sie an Ihren Ahasver gegangen sind. Auf dies Werk bin ich äuerst gespannt. Der Stoff ist ein so umfassender wie ich ihn mir denke, ein so cosmopolitischer in geistiger Hinsicht, da er Ihnen Gelegenheit dargeboten haben mu Ihrem Talent in seiner vollsten Ausdehnung freien Lauf zu lassen. Der Gegenstand ist umfassend und weit wie Faust. Die "Glücksblume" mit ihrer Vorrede soll meine nächste Lectüre sein, ich werde in ihr das Echo Ihrer Selbst und also das meinige auch begrüen, denn ich denke, unsere gegenseitige Sympathie erlaubt mir so zu sprechen. - Den trüben Geist, der über Sie gekommen, wünschte ich verscheucht zu wissen, ich möchte Ihr schönes Talent ungebunden, frei, Ihnen Selbst immer zu Gebote sehen (eingefügt: sehen). O könnte man es doch im Leben dahin bringen den Geist, seinen eignen, immer sich selbst ganz zu Gebote zu haben! Das Gefühl des Gegentheils, das Gefühl, da wir nicht jeden Tag unsern Geist (aus: Tag)

gebrauchen können wie wir sollen und wollen, ist, gestehe ich, für mich / eine der niederschlagensten Ueberzeugungen, eine der unangenehmsten Beobachtungen. Ist es uns auf Erden vielleicht nicht beschieden? So mag im Himmel wohl diese Herrlichkeit zu finden sein. Unsere Seele ist wie eine Harfe auf der die Verhältniße spielen, bisweilen die Saiten zersprengend unter dem Drucke der Berührung. - So hat die Jahreszeit jetzt auf Ihrer Seelenharfe gespielt, möge sie bald wieder hell und kräftig tönen. - Ich bin jetzt viel beschäftigt. Mit jedem Tage fühle ich das Bedürfni mehr zu handeln. Ich empfinde einen unwiderstehlichen Reiz darinnen. Das Feld zur Thätigkeit fehlt Gott sey Dank mir nicht. Es erweitert sich sogar je mehr ich es betrete. Häufige Excursionen im Lande machen es mir mehr und mehr kennen und mehr und mehr meinen Lebensberuf erkennen. Das ernste blatt der Geschichte an welches mein leben gefesselt scheint, fügt das Seinige bei, einzudringen in die Wissenschaft dessen was / ich soll und nicht soll. So strebe ich weiter zu kommen und treu zu handeln dem Wahlspruch meines Hauses: Vigilando ascendimus!

Leben Sie wohl, mein Theurer! Ich möchte Sie "meine Imagination" nennen, Sie kommen immer mir vor wie die personificirte Einbildungskraft. Es ist spät in der Nacht, nahe um eins, leben Sie herzlich wohl und gedenken Sie bisweilen Ihres treuen Freundes CA Den Mulatten werde ich auf die Bühne zu bringen suchen.

Tekst fra: Ivy York Möller-Christensen