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Brev fra Carl Alexander til H.C. Andersen 13. februar 1848

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Dato: 13. februar 1848
Fra: Carl Alexander   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

57 Carl Alexander an Andersen

W.(eimar) den 13 Feb. 48

Ihr Brief vom 6, der Ausdruck Ihrer Freude über das was ich auf Befehl meines Vaters Ihnen zusendete, endlich Alles was Sie daran freundschaftliches und herzliches reihen, ist mir ebenso erfreulich gewesen wie die (aus: der) Trauer die Sie mir bei Anla des Todes Ihres Königs aussprechen mich betrübte. Könnte der Verblichene Kenntni von dem nehmen was Sie geschrieben, warlich, er würde sich freuen ein solches Herz besessen zu haben. Sein Hinscheiden ist eine Epoche für Dänemark, ist es für ganz Deutschland. "Es reiht Gewicht sich an Gewicht" lät sich wohl hier sagen und wo führt dies Alles hin? wohl sich fragen. Zum Besten, zum Guten, zum besten will ich antworten, will es weil ich überhaupt an eine Fortbildung, an eine Reiferwerdung des Menschengeschlechts glauben mu und will. Doch der Mensch hat Stürme in sich, mit sich selbst zu bestehen um sich zu läutern - so auch die Gesammtheit: das Men/schengeschlecht - und die Epoche der läuterung sie ist

uns. - Die Entwickelung seiner Selbst ist ein wichtiger Schlüßel und Führer zu den Ereignissen der Welt. Es klingt vielleicht anmaaend wenn ich sage: da ich immer die Thaten um mich her an mir selbst, durch mich selbst, mir zu erklären suche, allein dem ist so. Ich wundere mich sogar da man nicht mehr es thut. Man würde zum Wenigsten Zeit gewinnen indem man weniger Zeit verlör an Bewegungen, dem Thun und Treiben der Menschen ändern zu wollen was sich nicht ändern lät weil es eben menschlich ist. Benutze man die Zeit dagegen dies Thun zu leiten und zu führen.

Den 21 Feb.

Mein Brief blieb liegen weil ich theils durch mancherlei Beschäftigungen, wie durch die Feier des 16 am Tage keine Zeit zum briefschreiben hatte, theils weil ich Abends und Nachts für jetzt nicht mehr schreiben darf, da meine Augen zu leiden angefangen haben. Vergeben Sie mir diese Verzögerung. - Sie (aus: Ich) würden, wären Sie hier, Liszt’s Anwesenheit ebenso genieen wie ich, d.h. nach Ihrer / Individualität, wie jeder es nur nach der Seinigen vermag. Ich sprach noch gestern mit ihm von Ihnen. Sie ziehen ihn an. Er wunderte sich wie Sie trotz Ihrer Reisen die Kindlichkeit Ihres Gemüthes so erhalten konnten wie ich sie an Ihnen liebe. Ich antwortete: das eben, sey Ihre Individualität. - Er hat eine hohe Seele, sie kommt mir immer beflügelt vor. - Was meinen Sie, wird dereinst, nach dem Tode, solch Geistern, die auf Erden in einer speciellen Richtung glänzten, auch dieselbe Specialität bleiben? Was fühlen Sie darüber? Ich glaube ja, denn da der Eine in der Specialität glänzt und bedeutend wird, ist eine besondere Gabe, Fügung Gottes, warum aber eine besondere Gabe ohne besonderen Zweck, und dieser Zweck kann er sich auf die Erde beschränken, die oft diese (aus: dies) besondere Gabe nicht versteht, öfter noch sie nicht ganz erkennen kann. Sagen Sie mir was Sie hierüber fühlen, denn solche Fragen fühlt man, man denkt sie nicht. Das Gefühl fängt da an wo der

Verstand aufhört, wie die Musik beginnt wo die Sprache erschöpft ist. Sie ist die Sprache des Gefühls, die Sprache ist Sprache / des Verstandes. - Ich habe die Briefe Wilhelm von Humboldt’s angefangen, weil man mir sie so sehr gerühmt hat. Was lesen Sie? Mich hat dies immer interessirt zu erfahren worinnen die lectüre (eingefügt: die lectüre) von mir geliebten Personen besteht - es ist für mich ein Tagebuch Ihrer Seele u. bisweilen ein Barometer.

Addio Ihr treuer Freund CA

Tekst fra: Ivy York Möller-Christensen