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Brev fra Carl Alexander til H.C. Andersen 7. april 1848

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Dato: 7. april 1848
Fra: Carl Alexander   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

59 Carl Alexander an Andersen

Weimar den 7 April 48

Mein lieber Freund, Ihr Brief von dem 16 v. M. hat mir unendlich wohlgethan - er war mir ein heiterer Sonnenblick aus dunkelem Gewitterhimmel, ein frischer, belebender Hauch in drückender, dumpfer Schwüle. Ihr (aus: Der) brief athmet die Poesie Ihrer Einbildungskraft, das bild: daß der Dichter der Winzer sey, welcher seine Reben nicht aufbinden könne wenn Krieger Scharen sich üben, und dann jene bemerkung: "da das Zufällige immer die Blume der Poesie auf dem Altagsbaume sey" - geben den Bewei zu dem Gesagten. Mit Ihnen geniee ich den Zauber der auf der Geschichte des Schwanes ruht der am Roeskilder Dom sich zerschmetterte; dieser Vorfall allein ist ein herrlich Gedicht, dem Sie Worte geben müßen. / wäre es ein Bild für Dänemark! Das benehmen Oehlenschlägers Ihnen gegenüber zeigt von wahrem und sinnigem Gefühl, welche letztere Eigenschaft für das Gefühl das ist was die (aus: der) Phantasie für den Geist. Ich begreife da die Erkenntni dieser Sinnungsart Ihnen unendlich wohlgethan haben mu. Kann doch ein Wort, ein stummer Händedruck die (aus: den) trockensten Augen plötzlich mit Thränen füllen. - "Wann sehen wir uns wieder", so fragen Sie, mein lieber Freund; so frag’ auch ich und überdie noch: "wie sehen wir uns wieder". Gott allein, der Allgütige, der Allwissende, der Allmächtige, Gott der die Liebe ist, Er allein wei es, Er allein wird Alles fügen und zwar zum Besten. Ja, mein Bester, Sie haben Recht, da Sie dieses sagen, da Sie Sich auf diese Säule stützend, ruhig dem entgegensehen was da kommen mag. lassen Sie uns fest daran halten, fest daran glauben. - Indem (aus: Wenn) Sie ausrufen: "wenn / die Menschen nur untereinander sich kennten und verstünden, so blühte mehr liebe als Ha" sagen Sie ein sehr wahres Wort. Doch wie ist dies zu hoffen und zu erwarten, wo, so wie jetzt, das Unkraut mit dem Waizen emporschiet und letzteren zu erdrücken droht. Der Egoismus auf der einen Seite, die Unwissenheit auf der andern - das ist genug um die Menschen vor dem "Einander verstehen" abzuhalten. - Ich habe viel und tief gelitten, seit ich Ihnen schrieb, doch ebenso tief fühle ich die Ueberzeugung da eine (aus: ein) besserer, dem lieben deutschen Vaterland würdigere Zukunft am Ende all’ dieser Kämpfe harrt und diese Ueberzeugung richtet mich auf. Ihr zu will ich arbeiten - Gott möge mich segnen! - Wie wunderbar bisweilen geht es in der Welt! In den Tagen der (aus: des) größten Aufgeregtheit hier las ich zufälligerweise in meiner täglicher Andacht die Psalmen und jeden Tag pate / der Psalm den ich gerade zu lesen hatte, auf die augenblickliche lage so genau, da ich fest an eine Fügung des Himmels glaube. Und warum sollte ich auch nicht! -

Gott segne Sie tausendmal, mein theurer Freund. Sind wir auch getrennt, unsere Herzen finden sich dennoch. Ich liebe Sie treu und innig. CA

Tekst fra: Ivy York Möller-Christensen