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Brev fra H.C. Andersen til Carl Alexander Marts 1849

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Dato: Marts 1849
Fra: H.C. Andersen   Til: Carl Alexander
Sprog: tysk.

71 Andersen an Carl Alexander

(Kopenhagen März 1849) (Konzept, übersetzt)

Mein lieber Erbgroßherzog!

Meinen herzlichsten Dank weil Sie sich in Ihrem Glück meiner erinnern, danke, daß Sie mir Ihr Vater-Glück mitteilen! ich bin in Gedanken bei Ihnen und sehe wie Ihre Augen strahlen; eine Tochter ist also da in dem gesegneten Heim, Gottes Segen über sie! - Da ist Freude bei Eurer Königlichen Hoheits Eltern, Freude auch in Holland; ich weiß, wie beliebt Ihre Gemahlin dort ist! "unsere liebe Herzogin Sophie!" hörte ich überall sagen. - Bringen Sie auch meine teilnehmende Freude der - wie ich hoffe, sich jetzt wieder wohlbefindenden - Gemahlin. O könnte ich doch, wenn auch nur eine halbe Stunde lang, bei Ihnen in Weimar sein, ich fühle oft eine Sehnsucht danach, eine Sehnsucht, die mich tief wehmütig macht, ach wann sehen wir uns wieder.

Mein geistiges Ich, ein Teil meines Denkens und Lebens in der letzten Zeit ist bei Ihnen in meinem Roman, die zwei Baronessen, nun hoffe ich, Sie haben ihn gelesen, wie sehne ich mich danach zu hören was darin Sie besonders interessiert hat.

Fräulein Bremer sendet Eurer Königlichen Hoheit / ihre allertiefste Danksagung für die freundlichen Worte die ihr aus Eurer Königlichen Hoheit vorigem Brief an mich leuchteten. - Sie ist eine innerlich reine Natur, in ihrem Wesen liegt eine Ruhe, eine Sanftheit, die sich überall um sie herum verbreitet; sie sieht etwas älter aus, als sie ist, aber ihr Auge leuchtet jung und sanft. Das letzte Buch das sie geschrieben hat "Reise zur Mitternachts Sonne" ist zusammengedrängter, als die früheren Novellen, ich empfehle Eurer K. Hoheit es zu lesen, es ist Charakter und eine liebliche Herzens Poesie darüber gebreitet; Eine höchst interessante Einleitung führt uns zur Novelle, eine Einleitung die uns wie Flügel zu der Stätte bringt, wohin die Szenerie gelegt ist; wir werden ganz hinauf nach Lappland getragen, und auf diesem Fluge werden wir gleichsam an die gegebene Heimstatt der Erzählung klimatisiert; wir sehen unter uns das ganze Schweden, es ist eine ganz poetische Landkarte die wir überschauen, in der die Eigentümlichkeit jeder Provinz / an Natur und Menschen hervorgehoben ist; wir gucken hinein in die Fenster der kleinen Orte, sehen jeden historischen Flecken und strahlende Namen, und stehen dann am Ziel wohin die Verfasserin uns haben will, Norland, Birkenes, des reißenden Flusses und des großen Adlers Land und hier beginnt die eigentliche Novelle: Die Reise zur Mitternachts Sonne.

Eure K. Hoheit wissen daß inmitten von Krieg und Streit, der Komponist Glæser und ich zu Hause friedlich im Garten der Kunst gearbeitet haben, die Arbeit ist fertiggestellt und auf die Bühne gebracht, eine Oper, "Die Hochzeit am Como-See", das Sujet ist nach einigen Kapiteln von Manzonis Roman I promessi sposi; sie ist hier am königlichen Theater, mit einem Enthusiasmus, einer Begeisterung aufgenommem worden, von der ich noch nicht gehört hat, daß je eine Oper derart aufgenommen worden sei, beinahe jede Szene bekam Applaus und bei der ersten Vorstellung bekam der Komponist ein dreifaches Hurra, woran man sieht, daß man in der Welt der Kunst, hier nicht / nach Landsmannschaft fragt.

Glæser ist unsagbar glücklich, dieses Werk steht weit über allen die er bisher geschaffen hat und ich will meinen daß diese Oper auch auf den deutschen Schauplätzen ein Kassen-Stück werden wird; er fragte mich neulich nach der Situation der Oper in Weimar.Ich denke, daß Glæsers Oper dort eine Heimstatt finden wird.

Das kleine Festspiel von mir, das Eure K. H. in der Übersetzung wünschten, glaube ich bald senden zu können, ich habe es nämlich meinem Buchhändler gegeben, um es auf deutsch zu erhalten und es in einem der nächsten Bände meiner gesammelten Schriften aufzunehmen.

Den ganzen Winter über habe ich mich ungewöhnlich wohlbefunden, wenn es doch so bliebe! - Ich bin recht fleißig gewesen, jedoch meist mit Kleinigkeiten, neulich übersetzte ich ein kleines französisches Vaudeville, jetzt beschäftigen sich meine Gedanken mit einigen kopenhagener Skizzen.

Wollen Sie mich in Erinnerung bringen bei Ihren königlichen Eltern und meinen Freunden in Ihrer Hohen Umgebung einen Gruß ausrichten. Der Frühling beginnt hier schon Sonnenschein zu atmen, ich sehne mich danach auszufliegen - ach, wann geht es nach Süden? Leben Sie wohl! Leben Sie wohl, mein geliebter hoher Freund! Gott sei bei Ihnen! (ohne Schluß)

Tekst fra: Ivy York Möller-Christensen