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Brev fra Carl Alexander til H.C. Andersen 29. juli 1850

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Dato: 29. juli 1850
Fra: Carl Alexander   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

84 Carl Alexander an Andersen

Wilhelmsthal den 29 July 1850.

Ihr lieber brief von dem 12 ist mir wie ein schöner Traum durch meine Tage gezogen. Er athmet eine Fülle jener eigenthümlichen Poesie, welche Sie auf die Mährchenform bringen mußte. Sie umspinnen mit dieser Poesie die Verkündigung des Friedens. Möge er Ihnen Glück bringen, möge er endlich auch den allgemeinen Frieden herbeiführen, ach den so heiß ersehnten und, ich befürchte, noch so weit entfernten! Doch ich will hiermit Ihre Freude nicht stören und namentlich will ich mit Ihnen jubeln, wenn Ihr Herz Sie wieder nach Deutschland (aus: W), wieder nach Weimar führen sollte. - Daß es Ihnen an Nachrichten von da gebrach, bedauere ich, / faßt muß ich indeß mich wundern daß Sie keine briefe erhielten, ich ließ keinen (aus: meine) der Ihren unbeantwortet. Sie sehen hieraus daß Sie und wie Sie Recht haben, auf mich zu bauen.

Sie erwähnen dän. Stücke, die gut sein sollen und nicht übersetzt sind; Sie sollten dafür sorgen, mein bester, daß sie dem deutschen Theater nicht vorenthalten würden.

Mit Freuden und Interesse folgte ich Ihrem Streifzug über die Inseln, den (aus: die) Sie zwar flüchtig aber bezeichnend skizziren. In die bilderreihe weben Sie die für einen angehenden Fischer, wie ich es bin, sehr merkwürdige Geschichte vom großen Hecht mit dem Adlergeripp und jene so poetische von dem Nest im Kranze auf Øehlenschlägers Grab. - Was ist (Was ist aus: unl.) doch

poetischer als die Natur! Ist sie doch der Urquell selbst / der Poesie.

Ich schreibe Ihnen in stiller Na(c)ht aus einer wunderbar schönen Gegend. Hohe berge, dicht belaubt umschließen einem weiten, stillen See. An seinen Ufern liegen weiße Häuser. Wilhelmsthal heißen sie. In einem wohne ich

Tiefe stille Nacht ruht in mitternächtiger Stunde auf dem Thal. Es schweigen die Vögel, Alles ruht, nur das Picken der Uhr höre ich, da es ihr Amt ist nie zu ruhen wie die ewig rollende Zeit.

Ich bin sehr müde und angegriffen. Gönnen Sie mir Ruhe - leben Sie wohl. Die Zeit rolle wie und wohin sie wolle, immer bleibe ich

Ihr treuer Freund CA Viel Grüße von meiner Frau

Tekst fra: Ivy York Möller-Christensen