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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 2. oktober 1851

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Dato: 2. oktober 1851
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Maxen am 2. Oktober 1851

Mein verehrter,theurer Freund!

Längst hätte ich Ihnen geschrieben, denn meine Gedanken bauten sich längst eine Brücke zu Ihnen hinüber, aber ich hoffte immer Emil Devrient sprechen zu können. Leider fesseln mich allerhand unangenehme Familienangelegenheiten ans Haus. Meine Nichte ist mit ihrem kleinen Wochenkind bei mir - und krank und trostlos, da die verdrehten Leute, trotzdem, daß sie sich eigentlich lieben, auf dem Wege der Scheidung begriffen sind, da er nach Amerika übersiedeln will! Um nur diese Sache zu ordnen, möglichst alles wieder ins gute Gleis zu bringen - habe ich mit ihnen und Richard Gebefreund zu tun, da meine Minna und Curt in Teplitz sind, ihre Eltern nach Berlin zurück, ruht dies alles auf mir! - Das hat mich denn auch sehr in Anspruch genommen. -

So habe ich Emil Devrient geschrieben und in seiner Antwort gesehen, daß er von der Poesie der Glücksblume entzückt ist - aber den Mulatten mehr zur Aufführung geeignet findet. Er und Winkler meinen aber, er müsse zuvor für die deutsche Sprache und Bühne eine Umarbeitung arbeiten. Wie gern übernehme das Winkler selbst, fühlte er sich nicht zu alt zu solcher Arbeit. Auch wir haben uns an Rogers Sang und Spiel erfreut. Er hat eine tiefe Empfindung, Mimik, höhere Auffassung von T.N. Ack, was von einer feinern Geistesbildung zeugt, aber leider intoniert er so sehr, daß die Künstler und Kapelle außer sich darüber sind und dies für Fehler im Gehör und Organ erkennen. Vom Grafen Moltke erhielt ich gestern aus Moltkenburg einen Brief.Er wird seinen Sohn nach Carlscrona begleiten und erst den l2.-15. 0ktober hier sein. Die Gräfin und v.Birksas müssen diese Tage eintreffen. Ich bin begierig, wie sie sich gegenseitig gefallen haben mögen. Eliza kann himmlich gut sein, aber auch wieder abstoßend ka1t. Auf jeden Fall ist sie treu, wenn sie jemand lieb gewonnen und hat herrliches Zutrauen auch zu angenehmen Eigenschaften - Ich liebe sie wie eine Schwester und den Grafen wie einen Bruder, so haben sie sich unverändert zu mir bewiesen - Nicht wahr, Sie haben die Kleinigkeit an Caroline Bull geb. Dahl nach Christiania gesendet, die Moltkes mitgenommen und Ihnen zur Besorgung schicken wollten?

Frau von Zöllner verläßt Dresden für 2 Monate und geht zu einer kranken Schwester nach Meck1enburg. -

Wie schön haben sich Ihre Blumen so geschmackvoll zu immerbunten Sträußen gepreßt.

Anna ist in Gedanken ihres Mannes, der freilich die ganze Wange verloren, glücklich und schreibt darüber, daß sie immer Neid erweckt damit. Minna hofft immer, sie werden einmal Eins viel mit Fleisch und Blut aus Dänemark schicken. Sie und Margaret rufen mir recht Herzliches an den himm1ichen Andersen zu, wie sie sagen.

Ja, es war eine wahre Seligkeit, Sie hier gehabt zu haben - wir zehren Alle in Erinnerung! Möchten Sie zum nächsten Sommerauf Monate zu uns kommen. Ich werde Ihnen eine stille Stube einräumen, wo Sie Ihren Gedanken Audienz geben könnten und Sie pflegen und hätscheln! Es muß doch auch eine angenehme Überzeugung sein, durch seine Gegenwart solche Freude zu machen! Noch erinnere ich Sie, mir eine Handschrift von Jenny Lind und von der Carlien und von Orstedt zu schicken, bitte. Zu gern hätte ich Orstedts Büste, alle Bernstein trage ich so gern, wenn sie nur dort eingepackt damit an mich expediert werden könnte. Mein Carl übernimmt ein kleines Gut zu Ostern und studiert in Tharandt noch einige Monate Kunst und Landwirtschaft diesen Winter. Sie denken im November zur Stadt zu ziehen!

Beglücken Sie mich bald, bald mit einem Briefe!

In Treue und Freundschaft

Ihre Fr.Serre

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