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Brev fra H.C. Andersen til Carl Alexander 31. december 1852

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Dato: 31. december 1852
Fra: H.C. Andersen   Til: Carl Alexander
Sprog: tysk.

Kopenhagen Neujahrsabend 1852.

Mein theurer hoher Freund!

In einer Zeitung sah ich gestern zufällig: "der Erbgroßherzog von Weimar mit Gemahlin sei am 20ten December von eine Reise in Italien zurückgekommen:"; es freute mich herzlich, denn ich wußte seit 6 Monathen nicht wo Sie waren, mein hoher Herr; ich meinte, Sie waren schon früher zurück, ich schrieb, bekamm aber keine Antwort; es war mir unerklarlich weil ich Ihr Gesinnung kenne. Ich war im Herzen sehr betrübt und wußte bei mir kein Schuld warum ich so ganz vergessen war. - Aber jetz ist Alles klar und gut, Sie sind auf Reisen gewesen und eben jetzt zurückgekommen, d: Zeitunge hat mich wieder froh und heiter gemacht. Mein letzte Schrift: "Historien" schickte ich Ihnen so eben; wenn Sie sie gelesen haben wünsche ich, und hoffe ich, zu hören welchen Eindruck Sie davon haben; sowohl hier in Dänemark, wie im Auslande stellt mann sie meinen besten Mährchen an der Seite. - Eur: Konigl: Hoheit sind also in Italien gewesen! Dieses Land ist f[e]st an mein Herz gewachsen und ist ein Stück von meiner Dichterwelt. Sie waren in Rom und Neapel, haben das Leben genossen und sind glücklich gewesen! Ach, wie gönne ich Ihnen diese frohe Zeit; Sie sind gewiß auch mit der hohen Gemalin gesund und froh zurückgekommen. Bald bekomme ich einen Brief! nicht wahr? Die Lind-Goldschmidt lebt mit ihr[em] Mann in Dresden, und wie ein Einsiedlerinn, schreibt man, sie nimmt keine Einladungen an, doch hat sie versprochen, im Theater in einen Koncert für die Armen zu singen. Mein Landsmann, der berühmte Komponist Gade mit seine junge Frau ist, / als Musikdirector für die Koncerten im Gewanthaus, nach Leipzig für die drei Wintermonathen, gegangen; Eine hübsche geistreiche und musikalische Landsmannin von mir, die Baronesse Liliencron, hat jetzt ihre Heimath in Jena. Habe E: Konigl: Hoheit diese Dame gesehen? Sie ist mit Schober verwandt, ihre Mutter eine geborne Siboni, ihr Vater ein reicher Kopenhagener Kaufmann, dessen interessantes Haus selbst von den Prinzessinnen besucht wird. Liszt ist sehr oft da gewesen. Wie geht es ihm, ich höre nie ein Wort von ihm! Auch der gute Beaulieu hat mir ganz und gar vergessen.

Und nun leben Sie wohl, leben Sie glucklich, mein theurer hoher Freund! Ich bringe meine Danck für Ihre Gesinnung, für jeden freundlichen Gedanken für mig [soll heißen: mich], meinen Dank für das alte Jahr! Mein kleines Buch ist ein bescheidenes Straußchen auf Ihrem Weinachtstisch; einige Blumen davon - so wie "Sie taugte nicht[s]," "[Das ist] ganz gewiß," "Un[t]er de[m] Weidenbaum" - werden Sie gewiß erfreuen. Das ich bald hören mußte, daß Sie und Alle auf Ettersburg und in Weimar sich wohl befinden.

Ihre K: Hoheit innigst ergebener H.C. Andersen. Nachschrift: Kopenhagen 1 Januar 1853

In diesem Augenblick bekam ich Ihren Brief, mein theurer lieber Erbgroßherzog! Gott segne Sie! Ihren Brief ist für mich ein schöner Neujahrs-Gruß! Werden Sie doch bald gesund, und schreiben Sie dann wieder; ich darf es hoffen! Möge dieses Jahr auch ein schones und gluckliches werden.

Ihre K. Hoheit dankbare treue H.C. Andersen

Tekst fra: Solveig Brunholm