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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 18. april 1853

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Dato: 18. april 1853
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden am 18.Apri1 1853

Mein theuerster Herr Andersen !

Ich benutze die Gelegenheit durch Graf Moltke, welcher nach Dänemark reist, mich in Ihr Gedächtnis zu rufen. Schon seit 3 Monaten müssen Sie einen Brief von mir erhalten haben, und vergebens hoffte ich immer auf eine Antwort darauf! Auch Frau von Decken hat mir aufgetragen Sie zu fragen, ob Sie ihre letzten Zeilen nach Neujahr erhalten haben. Die gute Frau hat ihre Wohnung wechseln müssen, was ihr ein wahrer Schmerz war, und ist immer kränklich.

Der Frühling naht - die Sonne lacht, Knospen und Keime herum - und ich frage im Stillen - wird unser teurer Andersen wohl kommen, werden wir seine liebe Stimme wieder hören?

Denken Sie, in einer "Winternacht hat man von Ihrem Baum Stab und Schild, wo Ihre Hand Ihren Namen unten gezeichnet - geraubt! Selbst den toten Zweigen desselben erwähnt einen kleinen Raum wie aber der liebe Mensch - alle Herzen!

Gewiß werden Sie im Juli nach Glorup zur silbernen Hochzeit von Moltkes , wo ein Volksfest veranstaltet werden wird. Von uns Deutschen hat er Niemand eingeladen. Leider werden sie nächsten Winter in Florenz wieder zubringen, und wir nehmen abermals einen langen Abschied! -

Ich zerbrach mir den Kopf, was Ihnen wohl ein liebes und sichtbares Erinnerungszeichen sein könnte. Leider ist mir nur ein kleiner Raum dazu gestattet, so sende ich Ihnen das vor kurzem erschienene Buch von Carus "Symbolik der menschlichen Gestalt"! Es findet große und allgemeine Anerkennung und ich hoffe, Sie werden manchmal darin lesen! - Gern hätte ich den halben Jahrgang von Gutzkows neusten Journal "Am häuslichen Herd" beigefügt - doch wage ich nicht, zu groß mein Paket zu schicken. Sie hätten darin kleine Proben von allen jetzt hier lebenden Dichtern gefunden!

Endlich bin ich Jenny Lind näher gekommen! Sie lebt gänzlich von der Welt und den Menschen zurückgezogen.-beschränkt auf ihren Mann,den sie schwärmerisch liebt und ihre Häuslichkeit. Die unberufenen Besuche werden unfreundlich zurückgewiesen, doch eben so liebenswürdig ist sie mit den genaueren Freunden! Sie singt keinen Ton außer dem Haus, wohl aber bei sich! Doch da sie ihre Entbindung erwartet, ist ihre Stimme jetzt nicht so schön. Sie zieht nach der Lößnitz aufs Land für den Sommer, und gedenkt sich hier anzukaufen und später von hier aus Reisen zu unternehmen. Sie hat mich mit dem Manne besucht - doch sind wir für den Sommer getrennt.

Heute erwarte ich die neue kommende Familie Carus und Frau von Lüttichau zum Tee! -

Alle Welt macht das wunderbare Naturspiel nach und läßt Tisch und Stuhl und andere Gegenstände drehen, wie Sie aus allen Zeitungen gelesen haben werden. Übt man es in Kopenhagen auch? Man kann so auf die leichteste Weise eine Gesellschaft durch Ennai (?) amüsieren!

Alles hofft von Ihnen bald wieder einen großen Roman zu lesen! Jetzt liest und schwärmt für Ihre Werke Gräfin Hohenthal Königsbrück, des zukünftigen Königs von Dänemark Schwester.

Gräfin Hahn-Hahn hat Frau von Lüttichau auf ihrer Durchreise als eingekleidete Nonne besucht. Sie hat die Mission, zu sammeln für ein Zins.Kloster zum heiligen Herzen und zu bekehren, weshalb sie auf Reisen geschickt wird. Sie wird die Einfirmungszeit nicht drücken! -

Man erwartet das Buch über Java von der verstorbenen Frau von Lützow, was Fanny Lewald erscheinen läßt. Auch die Prinzessin Amalie von Holstein hat ein neues Buch geschrieben "Frühlings-Sommer-Herbst-und Winterliebe" und Frau von Zöllner publiziert einen neuen Roman. Sie sehen hier viel Tätigkeit unter den Damen. Auf der Bühne erwartet man den Neger Aldrige. Man hat als Prima-Sängerin die Ney aus Wien engagiert, eine häßliche aber vollendete Künstlerin-mit herrlicher Stimme. Emil Devrient ist in England für den Sommer.

Ich habe noch keine festen Pläne. Gräfin Hohenthal, die ich seit 20 Jahren meine Freundin nenne - Schwester Ihres Königs - war zum Sterben krank, an Unterleibstyphus, doch es geht besser, sie ist gerettet! -

Wie gern hätte ich der Einladung Graf Moltkes nach Glorup gefolgt,ich fühle aber mich zu leicht angegriffen, unfähig die Toilette und Unterhaltung zu machen oder an Vergnügungen teilzunehmen - und hätte darum nur gestört. Es tröstete mich, daß auch Sie nicht zu dieser Zeit dahin kommen konnten! -

Nun freue ich mich auf einen langen, langen Brief von Ihnen, wo Sie mir Ihre Sommerpläne mitteilen. Noch einmal Gott gebe Ihnen ein gesegnetes neues Jahr.

wiederholt Fr.Serre

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