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Brev fra H.C. Andersen til Carl Alexander 4. august 1853

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Dato: 4. august 1853
Fra: H.C. Andersen   Til: Carl Alexander
Sprog: tysk.

Silkeborg in Jütland den 4 August 1853.

Mein lieber, theurer Großherzog!

Sie haben mitten in ernsthaften, schweren Tagen mir eine große Freude gemacht, mir in mein Herz hin ein geleuchtet, indem Sie gleich nach dem Empfange meines Briefes mir geschrieben haben, so herzlich, so gut; und ich weiß und verstehe wie gerade jetzt, Ihre Zeit eingenommen ist. Wie liebevoll, wie herzlich ist es von Ihnen, zu schreiben, und augenblicklich. Sie sind edel und gut; Gott segne Sie deswegen. Ihren Brief empfange ich eben in Fühnen bei dem Grafen Moltke, dessen Frau ist eine geborne Rußin: Rasumofski [soll heißen: Razumowska], ich glaube, gekannt von der Kaiserliche Hoheit; den 20ten var die silberne Hochzeit des gräflichen Paares, beinahe 1600 Bauern waren hier eingeladen, sie tanzten unter den Linden in den großen Alleen, der Garten war hübsch illuminirt, die Musik klang, es war bunt und lustig. Aber mein Herz war schwer ich konnte die Gedanken nicht abwenden, von denen die ich liebe in Kopenhagen, und eben von diesen bekam ich Briefe mitten im Fest, wie der Todesengel beinahe von Haus zu Haus ging. Vier mir sehr befreundete sind schon dahingegangen, unter diesen einer von unsern Dichtern der Pastor / Boye, welche sehr schöne Tragedien für die Bühne, und edle hohe Psalmen für die Kirche geschrieben hat. Jeden Tag bringt die Post neue Trauerkunde; die Familie der Excellenz Collin wo ich, wie Sie wissen, wie Sohn im Hause bin, ist schon aus der Stadt gezogen, denn ihr schönes großes Haus in ßeingefügt: inß der Stadt liegt in dem am Meisten angegriffene Viertel. Jeden Tag muß ich darauf bereit sein zu hören, daß die Liebsten und Besten von Gott abgerufen sind. - Vorgestern kam ich aus Fühnen, hieher nach Silkeborg wieder, wo ich bei lieben Leuten bleibe in eine großen schönen Natur. 1844 war hier nur Heide und tiefer Wald nahe an dem großen fischreichen "Gudenau", da kamen zwei reiche Brüder: Drewsen, legten eine Papierfabrik an, neben dieser entstanden etliche Häuser und nun in diesen wenigen Jahren ist eine Stadt hier geworden mit Straßen und Boutiquen. Man bekommt hier einen Begriff davon, wie in Amerika die Koloniestädte hervorschießen. Hier auf Silkeborg sieht man, wie die Wälder gefällt werden und die Hauser entstehen unter dem Pfluge der Kultur. Hier sind bedeutende Waldhöhen; die ganze Natur ist ein Gemisch von Schottland und Schwarzwald; hier im Walde nistet der Königsadler, und in den / sumpfigen Mooren trifft man schwarze Störche, die ich nur hier gesehen habe. Nahe an die Wälder gränzt die große Haide mit ihren Naturphänomenen; neulich sahe ich da eine wunderschöne Fata morgana, es schien mir als sähe ich das Meer mit zauberhaft schönen Waldinseln, und Alles war nur

Täuschung. Bei Silkeborg lebt man in wahrer Waldeinsamkeit, und mitten in diesen liegt wie ein kleines Schloß des Fabrikbesitzers mit englischem Comfort eingerichtetes Haus, wo ich eine Heimath und theilnehmende Freunde finde. -

Sollten die bößen Krankheitstage in Kopenhagen noch lange dauern, da komme ich vielleicht Mitte September nach Deutschland und dort ist, wie Sie, mein edlen theuren Großherzog, wissen, Weimar meine Heimath. Vor meißnßer Abreise aus Kopenhagen hatte die Königinn : Witwe Caroline Amalia mich gnädigst, in August, wenn ich zurückkam, eingeladen nach "Sorgenfrei", aber ich komme nicht in August zurück, und Sorgenfrei liegt Kopenhagen gar zu nah. Die gute, edle Königinn, Gott erhalte sie! und bewahre ihre Leben! ßeingefügt: und bewahre ihre Leben!ß - Die Cholera ist jetzt in Aarhuus, sechs Meilen nur von Silkeborg, aber hier weht der Wind, hier ist gesund, und wir haben wenigßenß Verkehr mit den Stadt. Die Luft ist kalt; hier ist schon herbstlicht und windig, aber es ist gesund, ich / habe Vertrauen an Gott; Sie mein theurer, hoher Herr kennen meinen Zuversicht : In der englischen Marine geht durch alles Tauwerk, durch das große und kleine, ein rother Faden, um zu zeigen, daß es der Krone gehört; Durch das menschliche Leben, im Großen und kleinen geht ein unsichtbarer Faden um zu zeigen, daß wir Gott zugehören, und ruhig gebe ich mich hin.

Gott stärke und bewahre Sie mein edle hohe Herr. Mein ehrfurchtvollen Gruß an die hohe Gemahlin und die Kaiserliche Mutter. Schöne lichte Tage für Sie, mein edler Herr, und für das liebe Weimar wünscht und bittet von Herzen Ihr Konigliche Hoheit Herzlich ergebener H.C. Andersen

Tekst fra: Ivy York Möller-Christensen

Silkeborg in Jütland den 4 August 1853.

Mein lieber, theurer Großherzog!

Sie haben mitten in ernsthaften, schweren Tagen mir eine große Freude gemacht, mir in mein Herz hin ein geleuchtet, indem Sie gleich nach dem Empfange meines Briefes mir geschrieben haben, so herzlich, so gut; und ich weiß und verstehe wie gerade jetzt, Ihre Zeit eingenommen ist. Wie liebevoll, wie herzlich ist es von Ihnen, zu schreiben, und augenblicklich. Sie sind edel und gut; Gott segne Sie deswegen. Ihren Brief empfange ich eben in Fühnen bei dem Grafen Moltke, dessen Frau ist eine geborne Rußin: Rasumofski ßsoll heißen: Razumowskaß,

ich glaube, gekannt von der Kaiserliche Hoheit; den 20ten var die silberne Hochzeit des gräflichen Paares, beinahe 1600 Bauern waren hier eingeladen, sie tanzten unter den Linden in den großen Alleen, der Garten war hübsch illuminirt, die Musik klang, es war bunt und lustig. Aber mein Herz war schwer

ich konnte die Gedanken nicht abwenden, von denen die ich liebe in Kopenhagen, und eben von diesen bekam ich Briefe mitten im Fest, wie der Todesengel beinahe von Haus zu Haus ging. Vier mir sehr befreundete sind schon dahingegangen, unter diesen einer von unsern Dichtern der Pastor / Boye, welche sehr schöne Tragedien für die Bühne, und edle hohe Psalmen

für die Kirche geschrieben hat. Jeden Tag bringt die Post neue Trauerkunde; die Familie der Excellenz Collin wo ich, wie Sie wissen, wie Sohn im Hause bin, ist schon aus der Stadt gezogen, denn ihr schönes großes Haus in ßeingefügt: inß der Stadt liegt in dem am Meisten angegriffene Viertel. Jeden Tag muß ich darauf bereit sein zu hören, daß die Liebsten und Besten von Gott abgerufen sind. - Vorgestern kam ich aus Fühnen, hieher nach Silkeborg wieder, wo ich bei lieben Leuten bleibe in eine großen schönen Natur. 1844 war hier nur Heide und tiefer Wald nahe an dem großen fischreichen "Gudenau", da kamen zwei reiche Brüder: Drewsen, legten eine Papierfabrik an, neben dieser entstanden etliche Häuser und nun in diesen wenigen Jahren ist eine Stadt hier geworden mit Straßen und Boutiquen. Man bekommt hier einen Begriff davon, wie in Amerika die Koloniestädte hervorschießen. Hier auf Silkeborg sieht man, wie die Wälder gefällt werden und die Hauser entstehen unter dem Pfluge der Kultur. Hier sind bedeutende Waldhöhen; die ganze Natur ist ein Gemisch von Schottland und Schwarzwald; hier im Walde nistet der Königsadler, und in den / sumpfigen Mooren trifft man schwarze Störche, die ich nur hier gesehen habe. Nahe an die Wälder gränzt die große Haide mit ihren Naturphänomenen; neulich sahe ich da eine wunderschöne Fata morgana, es schien mir als sähe ich das Meer mit zauberhaft schönen Waldinseln, und Alles war nur

Täuschung. Bei Silkeborg lebt man in wahrer Waldeinsamkeit, und mitten in diesen liegt wie ein kleines Schloß des Fabrikbesitzers mit englischem Comfort eingerichtetes Haus, wo ich eine Heimath und theilnehmende Freunde finde. -

Sollten die bößen Krankheitstage in Kopenhagen noch lange dauern, da komme ich vielleicht Mitte September nach Deutschland und dort ist, wie Sie, mein edlen theuren Großherzog, wissen, Weimar meine Heimath. Vor meißnßer Abreise aus Kopenhagen hatte die Königinn : Witwe Caroline Amalia mich gnädigst, in August, wenn ich zurückkam, eingeladen nach "Sorgenfrei", aber ich komme nicht in August zurück, und Sorgenfrei liegt Kopenhagen gar zu nah. Die gute, edle Königinn, Gott erhalte sie! und bewahre ihre Leben! ßeingefügt: und bewahre ihre Leben!ß - Die Cholera ist jetzt in Aarhäus, sechs Meilen nur von Silkeborg, aber hier weht der Wind, hier ist gesund, und wir haben wenigßenß Verkehr mit den Stadt. Die Luft ist kalt; hier ist schon herbstlicht und windig, aber es ist gesund, ich / habe Vertrauen an Gott; Sie mein theurer, hoher Herr kennen meinen Zuversicht : In der englischen Marine geht durch alles Tauwerk, durch das große und kleine, ein rother Faden, um zu zeigen, daß es der Krone gehört; Durch das menschliche Leben, im Großen und kleinen geht ein unsichtbarer Faden um zu zeigen, daß wir Gott zugehören, und ruhig gebe ich mich hin.

Gott stärke und bewahre Sie mein edle hohe Herr. Mein ehrfurchtvollen Gruß an die hohe Gemahlin und die Kaiserliche Mutter. Schöne lichte Tage für Sie, mein edler Herr, und für das liebe Weimar wünscht und bittet von Herzen Ihr Konigliche Hoheit Herzlich ergebener H.C. Andersen

Tekst fra: Silkeborg Bibliotek (web)