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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 11. september 1855

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Dato: 11. september 1855
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Herrn Prof.Andersen aus Copenhagen gegenwärtig in Weimar, wohnt bei dem Gute des Kammerherrn Beaulieu

Kösen bei Weimar und Naumburg an der Saale den 11. September 1855

Theuerster Freund

Soeben erhalte ich Ihre Zeilen von Weimar über Dresden und Maxen. Sie sind in meiner Nähe, mir klopft darüber das Herz vor Freude! Seit 8 Tagen brauche ich hier die Bäder: weil ich totmüde und angegriffen zu einem Ausflug nach Paris zurückkam, der mir unendlich interessant war!-

Ich habe Ihnen schrecklich viel zu erzählen! Bitte, bitte kommen Sie einige Tage hierher! - Die himmliche Luft an der Saline, die vortrefflichen Bäder, die reizenden Spaziergänge auf die grünen Höhen, Goethes Lieblingswege werden Ihnen nach so einer Reise wohltun. Wollen Sie durchaus nicht? Sie können in meinem Hause bei dem Herrn Doktor Reil eine charmante Stube haben. A1les ist frei - dann - so schreiben Sie und ich besuche Weimar und hoffe, Sie durchaus noch zu sehen. Warum wollen Sie so eilen, wie herrlich, wenn Sie einige Tage hier zubrächten. Ich bin mit Miss Margaret hier. Dann gehen wir zusammen zurück nach Dresden und Maxen. Fragen Sie doch Geheimrat Vogel in Weimar, ob es nicht für Ihre Gesundheit gut ist? Ich schrieb nach Kopenhagen, weil ich keine Adresse von Ihnen wußte.

Sie wissen, der Geheimrat Vogel ist der Henselt erster geschiedener Mann und seine Kinder dort sind die ihrigen. Frau von Kaufberg ist ihre älteste verheiratete Tochter! Haben Sie Gelegenheit, so fragen Sie ein wenig nach der Familie! -

Ach, wie freue ich mich Sie in der Nähe zu wissen! Gebe Gott - daß Sie mein Brief noch trifft. Antworten Sie gleich, bitte!

In Dresden herrscht keine Choleraepidemie. Es sind 5-6 ähnliche Fälle vorgekommen durch zu vielen Genuß von Obst und Gurken. Ich weiß es genau durch Carus - aber keine wirkliche Cholera oder ansteckende Krankheit.

In Treue Ihre Fr. Serre

[Randnotiz:] Sie müssen Kösen durchreisen, wohin Sie auch gehen, tun Sie es nicht ohne eine Nachricht zu geben! - Schreiben Sie, komme ich am Bahnhof entgegen.

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