H.C. Andersen-centret ved Syddansk Universitet. Hjemmesiden er en base for forskning, tekster og information om og af H.C. Andersen. Man kan finde materialer om (nøgleordene) eventyr, forfatter, litteratur, børnelitteratur, børnebøger, undervisning, studie, Victor Borge, HC Andersen, H. C. Andersen, liv, værk, tidstavle og biografi, citater, drømme, FAQ, oversættelse, bibliografi, anmeldelser, quiz, børnetegninger, 2005 og manuskripter
The Hans Christian Andersen Center

Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 6. december 1855

Hop forbi menu og nyheder

Dato: 6. december 1855
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden am 6.Dezember 1855

Mein theuerster Freund! Sie haben mir in Ihrem letzten Brief Ihre wohnlichen Räume so lebendig geschildert, daß ich darin herumwandere, die Portraits anschaue und die Blumen bewundere! -

Da dachte ich dann, die Krone derselben Jenny Lind-Goldschmidt dürfte nicht fehlen und obwohl Sie Lithographien und Zeichnungen gewiß längst besitzen, so erfreute mich doch die kürzlich gemachte Photografie nach ihrem früheren Bilde so sehr, die ich bei Brockmann fand,daß ich glaube,dieselbe machr Ihnen Vergnügen - und darum legen Sie sie auf Ihren Weihnachtstisch! - Ich habe die Freude gehabt, bis jetzt Eliza Moltke hier zu sehen,die mit seltner Liebe jeden stillen Abend mit mir verbracht. Auch der Graf war 8 Tage hier, ganz jugendlich und frisch und ladete mich dringend, stürmisch fast, nach Glorup ein.

Mein Mann ist in Maxen und kommt nur besuchsweise zur Stadt. Es ist mir auch eine Beruhigung ihn dort viel zu wissen, denn Frau von Berges Augenübel nimmt immer zu, ihr Fuß ist schlimm, da die Gicht sich darauf geworfen und sie ist deshalb auf ihr Zimmer dort angewiesen. So weiß ich sie meist nicht allein, da auch Hinna draußen bleibt - und kann ruhiger in der Stadt sein!

Noch ist es jetzo still und wenig Fremde sind in Dresden! Cholerafälle sind vorgekommen, doch durchaus nicht epidemisch, meist durch Erkältung und Diätfehler! -

Die Baronin Stampe schreibt mir, Sie würden das Fest in Nisoe verbringen, gewiß in dem lieben Familienkreis Ihrer Lieben! - Endlich sind die 3 Portraits von Kietz angekommen! Ohlenschläger, Orstadt und Forckhammer mit gezeichnet und Aquarelle, aber sehr teuer. 8O Fr. für Forckhammer, lOO für Ohlenschläger und 200 für Orstadt. Glauben Sie, daß sie sich in Kopenhagen wohl verkaufen können? Zu ungewiß ist es, sie hinzuschicken aufs Geradewohl. Sie sind von mir in Glasrahmen gesetzt! Verkaufen sie sich nicht dort - so behalte ich sie selbst - für eine Schuld, die Kietz an mich abzutragen hat! - Ich glaube nur, es gibt von diesen berühmten Männern aller Art Konterfeis! Dr. Hammer, Auerbach, Wolfsohn sind außer sich, daß ihre Stücke von Lüttichau zurückgewiesen. Doch soll nach Weihnachten von Gutzkow ein neues Stück gegeben werden und man studiert den &Goldschmied von Ulm' ein aus Wiesenthal. Die Musik hat Marschner dazu gemacht. Auerbach sagte mir, er ginge nächs tes Jahr nach Amerika. Man sagt, ihre ehelichen Verhältnisse sind nicht ganz glücklich! - Von Ihren Büchern, nach welchen ich mich sehne, &Der König träumt' und Ihre Biographie ist noch nichts angekommen. -Klein Carin wird noch nicht in Weimar gegeben! Haben Sie die Photografie Hanfstängels von Emil Devrient schon in München gemacht? Er tritt den 9ten April von der Bühne ab und feiert dann sein 25. Jubiläum und gibt Marquis Posa, dieselbe Rolle, in der er zum 1sten Male aufgetreten.

Er ist empört, daß er in Wallenstein, Lear und anderen Charakterrollen durchaus dem Publikum nicht so gefällt wie als Liebhaber! Doch warum ist er auch so jung und schön geblieben. Sigwald reist auf 14 Tage nach Prag und Wien mit dem Grafen Rabe, der hier ist,und in Dresden den Winter bleiben will! - Bei Deckens ist Freude. Der Sohn aus Österreich ist auf Urlaub da! Der alte Dahl hat wieder einen schweren Krankheitsanfall durchgemacht. Ich fürchte, es ist einmal schnell was mit ihm. Kohl schreibt mir, daß er indische Sprachen studiert und zu Ostern aus Amerika wiederkehrt! -

Nun aber soll ich Sie herzlich und warm von meinem Manne. Margaret, Minna und dem ganzen Maxner Haus grüßen.

In steter Treue Ihre Fr.Serre

Tekst fra: Se tilknyttet bibliografipost