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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 21. marts 1857

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Dato: 21. marts 1857
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden den 21. März 1857

Mein teurer, verehrter Freund!

Wieder naht der Tag Ihrer Geburt - und wieder ziehen meine Gedanken, begleitet mit den wärmsten Wünschen für Ihr Wohl, zu Ihnen hinüber - hinüber über das weite Meer - das uns von Ihnen trennt! - Möge dies neue Jahr ein Gesegnetes für Sie sein - Ihre Gesundheit stärken und die Erfüllung stiller wünsche bringen. Ich begrüße jetzt die Frühlingssonne, - denn sie führt die Zeit herbei,wo wir den teuren Freund wieder hoffen in unsrer Mitte zu sehen. Mein Mann, der Ihnen die Freundeshand reicht und Ihnen die besten Wünsche Ihnen sendet - freut sich unendlich, und verspricht recht fleißig zu sein und hofft, Sie geben ihm angenehme Arbeit. -

Beifolgenden Fußteppich, - der Ihnen täglich &Willkommen'zurufen soll. &ich grüße Sie', habe ich in meinen Tagen des Unwohlseins - (denn ich war fast immer elend diesen Winter und konnte daher ungestört arbeiten) mit tausend Gedanken herzinniger Ergebenheit - für Sie genäht. Möchte er Ihnen doch eine kleine Freude machen. Ich sorge, das er gerade am 4ten April Morgens bei Ihnen, durch Frau von Scavenius zugesendet wird! Welches Bad ich diesen Sommer besuchen werde, ist noch ungewiß. Auf jeden Fall richte ich es ein, daß ich zurück bin oder nachher reise -wenn wir die Freude haben, Sie bei uns zu sehen. Daher möchte ich gern die Zeit, wo wir auf Ihre Gegenwart, rechnen können!

Von Dresden kann ich wenig Interessantes Ihnen schreiben. - 6 Wochen ist strenge Trauer um die Prinzessin Louise, des Königs Stiefmutter, in Rom gestorben. Selbst das Theater ist 8 Tage geschlossen. - Wenig Neues im Theater, Auerbachs, Wolfsohn-Gutzkows Stücke zurückgewiesen und nur "Estea" von Laube und die Grille nach Le petite Fuormi von der Gorge Sand - von der Birchpfeifer (?) arrangiert, gefiel!! -

An den Vogel im Birnbaum ist vor der Hand nicht zu denken, was ich recht unfreundlich von Herrn von Lüttichau finde, zu welchem leider die Brücke durch den Tod seiner herrlichen Frau für mich abgebrochen. Eine große Entschädigung für den Verlust der Teuren, bietet mir Frau v. Goethe, welche Sie vielleicht noch in Dresden finden. Jetzt ist ihr 2ter Sohn aus Weimar hier. Rührend ist dies schöne Verhältnis zwischen Söhnen und Mutter. Kammerherr Badbergs reisen zum Winter nach Rom, bieten alles auf, uns auch zu dieser Reise zu bereden. -

Auch Sie sind dort, vielleicht auch die Goethe, welche Magnete! Erlaubt es meine Gesundheit und Serre kann sich losmachen, so ziehe auch ich dahin! Amely Bölte schreibt mir von dort. Sie ist mit einer amerikanischen Familie dahin gereist. Sie kann sich aber nicht eingewöhnen, in dem fremden Boden. Nicht die große Vergangenheit mit ihren Denkmälern, nicht die Kunstschätze und Herrlichkeit, nur die interessanten Menschen, denen sie begegnet, schildert sie als, z.B. Mrs. Beecher Stone, die Königin von Spanien - pp., pp. Gutzkow schreibt fleißig an seinem großen Roman und hofft noch immer die letzten Teile in Ita1ien, wo der Roman spielt, zu vollenden. -

Kühne,Redakteur der Europa, liest heute Demetrius bei Frau v. Goethe vor und hatte den Mut, Schillers Anfang zu bearbeiten. Er soll in Weimar gefallen haben. Hier ist er noch nicht angenommen worden. Emil Devrients Gastrollen füllen wieder das Haus. Sonst sind schon alle Vögel von Bedeutung der Bühne, ausgeflogen. - Wann ist Ihr Buch beendet - und wird gedruckt? - Man sieht mit großer Erwartung darauf! Frau von Berge fährt Morgen nach Berlin zu ihrer Augenoperation. Gebe Gott Gelingen!

Hat die Burrow die Fortsetzung des Weidenbaumes Ihnen zugeschickt? Ein kühnes Unternehmen. Ich hörte, seitdem sie ihren 3 bändigen Roman &Der Armut Leid und Glück' mir sandte, nichts wieder von ihr. Frau von Zöllner geht zum Frühling nach Schwerin, um in der herzoglichen Bibliothek Studien zu einem geschichtlich mecklenburgischen Roman zu machen!

Aber immer kann ich kein Ende finden! Wir sehnen uns nach Nachricht von Ihnen! Mit treuen Wünschen und Grüßen von dem ganzen Serreschen Hause

Ihre Sie verehrende Fr.

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