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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 4. maj 1857

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Dato: 4. maj 1857
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden am 4.Mai 1857

Theuerster, verehrter Freund!

Ach, ich war recht traurig, daß an meinem Geburtstag, den 28 sten April,kein Briefchen von Ihnen kam! - Es wäre mir der schönste Blütenzweig gewesen! Denken Sie nur, der liebe junge Hartmann hat mir 3 reizende Lieder echt nordischen Charakters und modernen Stile zu meinem Geburtstag dediciert. Wir wollen so gern, daß er in unsre Nähe zieht, wo Herr Tyborg gewohnt, daß er Sigwald näher ist und man ihm mehr nützen kann. Er wohnt so weit, hinter dem Linkescben Bade! - Ich hatte die besten Kräfte gebeten und unseren 1.Clarinettist, Herrn Lauterbach, und so spielten sie 3 Stunden lang das Clarinettquartett, was Hartmann hier komponiert. Alle waren erfreut über das Originale Volkseigentümliche darin, immer etwas melancholisch Klagendes liegt in den Melodien! Auch mit Krägen, der sich immer an wahren Talenten freut, hat er Bekanntschaft angeknüpft, und so glaube ich, wird er sich bald heimisch fühlen. Er bereut schon so lange in Leipzig geblieben zu sein!

Leider bin ich so elend, daß Carus und alle Anderen mich so schleunig als möglich nach Ems schicken. Seit vielen Wochen ganz heißer, Husten, Fieber beständig und geschwollene Füße machen mich noch mehr die mir Lieben bange! Wie gut, daß Sie später kommen, wenn ich zurück bin. Ich hätte keine Ruhe gehabt. Ich denke, den 16ten von hier abzureisen über Kösen, wo ich eine Nacht bleibe und in Ems bis den 18., 20sten Juni zu bleiben. So sehe ich wohl noch den Papa unsres lieben jungen Mannes! Neugebauer flog durch Dresden nach Braunschweig, Hamburg in verschiedene Bäder.

Vielleicht könnten Sie ein paar aufgeschriebene Worte von Dickens mitbringen,nicht wahr? - Kommt Ihr Buch den 14.-l6. hier an, wird es mir sofort nachgeschickt. Werden Sie von Ihrer Reise wohl einmal schreiben.

Sigwald hat eine gute Bestellung für 3 Bilder der Galerie, welche ihm wohl 5 bis 600 Taler eintragen, doch muß er 3 Monate emsig jeden Tag dort malen. Von Moltkes lange keine Nachricht. Professor Hettner geht nach Paris, sein Werk über französische Literatur zu vollenden! -

Wird es nicht besser mit mir, soll ich zum Winter nach dem Süden. Haben Sie denn noch Pläne dort hin. Frau von Goethe, Kammerherr von Budbergs wollen alle nach Venedig oder Rom.

Ihr Eichbaum sprießt - den Lärchenbaum umgibt Immergrün. Der ganze Hügel um das Schloß, die Gärten sind in weißer Blütenflor! Ich kann mich nur auf Tage des schönen Anblicks erfreuen - und hoffe dafür ihre Früchte zu kosten! - Mein Mann ist in Maxen, Madam Helmke, die Ihnen den Apollo von Hamburg aus gesendet, ist zurück und steht morgen Gevatter bei D.Pabst, geht aber in den nächsten Tagen nach Carlsbad. Gutzkow ist hypochondrisch, die Kinder krank. Die Zöllner bleibt in Meck1enburg, die Burrow in Bromberg.

Legen Sie den Teppich vor Ihrer Abreise gegen Motten schützend. Jetzt grüße ich Sie von ganzer Seele und zähle die Tage, bis ich wieder von Ihnen höre

Fr.Serre

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