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Brev fra Carl Alexander til H.C. Andersen 16. august 1857

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Dato: 16. august 1857
Fra: Carl Alexander   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

127 Carl Alexander an Andersen

Wilhelmsthal d. 16 Aug. 1857.

Sie schreiben mir unter dem 9 d. M. daß "Sie wüßten: ich sey Ihnen immer gut." Woher, - wenn ich fragen darf - wissen Sie das so genau? Und wer hat Ihnen gesagt, daß dem so bleiben wird? Das Leben ist auf Gegenseitigkeit begründet, also auf das Gegenseitige Eingehen in (über gestr.: auf) die Individualität. Wer dieses dem Nächsten gegenüber nicht thut, löst das Verhältniß zu ihm. Es kommt mir vor, als ob Sie dieses beabsichtigen. Sie waren sonst in Correspondenz mit mir, wissend daß sie mir werth sey, denn sonst hätte ich Ihnen nicht ge/antwortet - und Sie schreiben nicht mehr; Sie wissen daß Ihre Gegenwart mir lieb ist und sie kommen nicht; Sie kennen meinen Wunsch Sie zu dem Septemberfest in Weimar zu sehen und Sie senden mir Phrasen statt der Anzeige Ihres Kommens. Und nun versichern Sie mir obendrein, daß ich Ihnen sehr gut bleiben werde - Ich werde Ihnen nicht gut bleiben erkläre ich Ihnen wenn Sie fortfahren mich so zu behandeln und wenn Sie nicht zu dem 2, 3, 4, 5 u. 6 September nach Weimar kommen. Diese Feste sind mehr u. von höherer bedeutung / als die Eröffnung, die alljährlich wiederkehrende Ihres Kopenhagener Theaters u. Ihre Geschäfte auf demselben können - glauben Sie es mir - 6 Tage auch verschoben werden. Also ich erwarte Sie in Weimar, so Gott will, sonst erkläre ich Ihnen den Krieg.

Nach dieser Philippica danke ich Ihnen sehr für "Seyn u. Nicht seyn". Ich werde es lesen so bald ich etwas in Ruhe bin und freue mich auf das neue Erzeugniß Ihres mir so lieben Talentes um so mehr Sie ein Stück Ihrer Seele hineingelegt zu haben scheinen in das neue Werk.

/ Ihr brief, die Schilderung des Aufenthaltes bei Ihrem Freunde Dickens hat mich auf das lebhafteste beschäftigt, ja ergriffen, denn Sie gebieten über die eloquenteste der Sprachen für einen Deutschen, über die Sprache des Gemüths. - Ich möchte mit gleicher Macht Ihnen die Schönheit der Natur schildern die mich hier umgiebt; mit meiner Eloquenz würde ich zufrieden sein wenn ich Sie in Weimar sähe.

Die Großherzoginn trägt mir herzliche Grüße an Sie auf, bringen Sie die meinigen an Fr v. Serre und gedenken Sie meiner in That, nicht nur in Worten, weil ich in der That bin Ihr Sie sehr liebender CA

Tekst fra: Ivy York Möller-Christensen