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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 11. september 1857

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Dato: 11. september 1857
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Maxen den 11.September 1857

Verehrter und lieber Freund!

Tausend Dank für Ihren lieben, ausführlichen Brief aus Weimar. Es wird Ihnen eine schöne Erinnerung bleiben, dem Fest unter der Großherzoglichen besonderen Huld beigewohnt zu haben, und diese Auszeichnung,we1che Ihnen zuteil geworden, ist selbst in der Berliner Zeitung erwähnt und hervorgehoben] Sie schreiben nicht, ob Sie Hettner, Auerbach, Kühne begegnet, die Alle dort waren! -

Meine Gedanken verfolgten Sie fast jeden Augenblick und ich habe nicht ausgesprochen, wie gerne ich dabei gewesen, doch ich fühlte meine Gegenwart notwendig im Hause, welches bei den vielen Gästen des Militärs einer steten Fürsorge bedarf; denn es vergeht kein Tag, wo die Offiziere Visiten machen und 6-8 derselben Mittag oder Abends sich einstellen!

Wie so anders vergessen die Abende, welche Sie sonst mit geistreicher, belebender Lektüre würzten. Jetzt ist an Lesen nicht zu denken, es wird Karten gespielt, und um 10 Uhr geht Alles geistig und körperlich müde zu Bette! - Dafür haben wir freilich täglich nach Tisch Musik eine Stunde und die Schildwache zur Bewachung und nächstens den Besuch des Kronprinzen, der sich schon mit seinem Adjutant angekündigt und hier revidiert.

Ich möchte zu meiner Beruhigung und Rechtfertigung für Maxens Ordnung wissen, ob Sie von Dickens nun einen Brief erhalten und der Ihrige nicht verloren gegangen?Bitte, schreiben Sie es mir. Mit großem Schreck lasen wir in den Zeitungen, daß die Cholera wieder in Kopenhagen eingekehrt. Ich vermute daher, Sie sind sofort auf dem Lande. - Caroline,meine Schwägerin, geht auch nächste Woche fort. Sie war ganz betrübt, daß Sie ihr keinen Gruß in Ihrem Briefe gesendet. - Auch die Zeitungen erwähnen Dinge1stedts Festspiel als das Hervorragenste! -

Man ist nicht einverstanden, daß Rietschel wie der die Bestellung von Carl Augusts Statue bekam, noch lebt ja Rauch und Hähnel hat Vorbildliches geschaffen und von einem Meister der Skulptur und einem Maler so viele Werke zu haben ist einseitig. Denken Sie, ich erquicke mich jetzt in den stillen Stunden, wo ich schlafen gehe, an dem Improvisator! Mit ihm spaziere ich herum, bis zur Quelle Egerias, und die Vergangenheit ersteht - und ich lebe im Geist wieder in Rom. Im Improvisator spricht sich die Glut der Jugend aus. - Mir geht kein anderes Buch, selbst nicht von Ihnen über dieses Meisterwerk -, was Alles bezaubert, ganz charakterisierend war Ihre Schilderung der Entschleierung der Dichter! ... während Andere sie sehen - und Sie immer die Komposition und Ausführung schildern, schmücken Sie sie mit der Psyche, die in Gestalt des Schmetterlings sie umflatterte - wie fühlte ich da wieder die tiefe Poesie, mit welcher Sie durchströmt sind, daraus!

Ja, Gott hat Sie gesegnet, daß er Ihr Auge den Blick für das Schöne, in Ihre Gedanken das Reich der Phantasie - und in Ihr Herz das Frohe und Gute gelegt! -

Was wollen Sie sagen, daß Sie den Namen Vogel in Ihren Brief erwähnten, als Sie Grüße vom Großherzog und Graf Herschel schrieben, ich verstand es nicht. Also hat der liebe Großherzog wirklich noch freundlich meiner gedacht - Könnte ich ihn nur alle Jahre eine Stunde sprechen, glauben Sie, es sollte zum Guten und zum Nutzen sein oder wäre es mir vergönnt wie Ihnen mit ihm zu korrespondieren! - Die Goethe wird mir viel von ihm erzählen. Ich hoffe, sie kommt bald nach Dresden! -Kammerherr von Badbergs haben mir vorgeschlagen, mit ihnen im Oktober für den Winter nach Rom zu gehen, sehr gern! Aber Sie begreifen, meine Arbeit fesselt mich ans Haus! -

Noch eins bitte ich! Vertrauen Sie mir, daß ich diskret mit Ihren Briefen bin und schreiben Sie ohne Vorhalt. Wie herrlich, wenn Sie auch mich in Ihren Breifen als liebe Freundin anredeten.

...Immer steht ein Passionsblumenzweig auf meinem Schreibtisch.

Behüte Sie Gott, denken Sie freundlich und gern Ihrer

Fr.

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