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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 26. september 1857

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Dato: 26. september 1857
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Brief der Friederike Serre an Andersen

Maxen den 26.Sept.1857

Bester Herr Andersen!

Ich darf Sie wohl nicht mehr mit dem teuren Namen- Freund anreden, da Sie mir nicht die - Freundin - erwidern wollen!

Wir sind in ängstlicher Sorge um Sie. Unseren Schreck, als wir erfuhren, die Cholera herrsche dort, kann ich nicht beschreiben. Hätte ich die Nachricht gehabt, ehe Sie Weimar ver ließen, ich hätte Ihnen sofort geschrieben, Sie möchten zu uns zurückkehren und für den Winter eine Wohnung in Dresden suchen! Und noch ist es Zeit! - Wissen Sie, daß sich Graf Moltke für 6 Monate hier eingemietet? Der Graf reiste deshalb durch Dresden und die Gräfin kommt Mitte des Oktober. Ungeachtet ihres schönen Glorup, ungeachtet ihrer fürstlichen Wohnung in Paris, ziehen sie Dresden vor. Im Dez.kommt auch der Graf nach Dresden. Welche Freude, wenn Sie ihn begleiteten! Ich suchte dann für Sie gegenüber bei der Tocrun eine kleine Wohnung. Denken Sie, Montag den 28ten ist eine große Revue des ganzen Militärs. Dazu kommt der Herzog von Altenburg, Coburg Nassau, Prinz von Preußen, König von Württemberg-von Hessen und der Großherzog von Weimar. Und ich bin ihm so ferne! Nur vielleicht im Theater sehe ich ihn von Weitem! Haben Sie ihm nicht zugeredet Andersens Baum aufzusuchen? Gewiß ist in Weesenstein gr.Diner der fremden Fürsten und er kommt in die Nähe von Maxen. - Heute ist unsere Einquartierung fort, nachdem sie uns gestern Abend ein herrliches Ständchen von 12 Blasinstrumenten bringen ließen. Die letzten Tage waren täglich Offiziere bei uns einquartiert. Die Obersten und Generale kommen zum Dejeneur und der Kronprinz selbst besuchte Maxen bei den Manövern. Ich konnte selbst nicht den Tag zur Stadt, wo Graf Moltke mir seine Ankunft gemeldet und ihm beim Suchen der Wohnung behilflich sein, nicht das Conzert des Generals von Feroff besuchen, wozu er uns eingeladen, seine Compositionen vortrug.

Aber morgen will ich zur Stadt und vielleicht sehe ich die Fürsten im Theater.-Recht in Sorge bin ich um meinen Mann. Er hat immer Entzündung der Limpfe im Fuß, sieht sehr bleich aus, ist matt und angegriffen. Sie können denken, daß mir da alle Reisepläne vergehen, obgleich ich wieder an den starken Herzschlägen und Husten leide!

Die Generalin von Vogel hat mich sehr erfreut, indem sie mir ihre Photographie, sehr ähnlich und hübsch, schön eingerahmt, schickte. - Es beglückt doch, wenn man fühlt - ein Herz fühlt so innig warm und treu und unverändert. Ida hängt an mir mit ganzer Seele. -

Käme Eliza und die Goethe nicht, ich bleibe am liebsten in Maxen den Winter, beide aber rechnen auf mich - Gutzkow ist in Rom. Er hat auch seinen Wunsch erreicht.

Nun vertrauen Sie wieder der Ordnung im Maxener Hause, da kein Brief an Dickens verloren gegangen! Stambergs 3ter Band, Erinnerungsblätter, ist in Preußen, Berlin anvisiert. Das Märchen von dem König war gar zu arg und sein Persiflieren des fünften Büchleins und anderer Notabilitäten! Es tut mir so schmerzlich leid, wenn ich auch bei Gelegenheit des Festes, über den Gr.Herzog so harte Urteile höre, wie wenig er populär und liebenswürdig er gegen andere Gelehrte gewesen, wie falsch die Einrichtungen beim Fest gewesen, daß die ersten literarischen Notabilitäten gefehlt, - und Außerungen,die er bei dieser Gelegen¬heit gehalten hätte, die ihn geistig herabziehen. - Ach,wie sehne ich mich zu hören, ob sie außer dem Bereich der Cholera, ob Sie sich wohl fühlen und vielleicht gar an einen Aufenthalt in Dresden denken!

Leben Sie wohl,das ganze Maxener Haus grüßt

Ihrer wartend Fr.

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