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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 22. november 1857

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Dato: 22. november 1857
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Sonntag den 22 ten November 1857

Theurer verehrter Freund!

Sie sind besorgt, daß Ihre Briefe nicht angekommen, aber ich habe sie alle erhalten. Glauben Sie nicht an Unordnung mit Briefen von Maxen aus. Die Expedition hat dafür Kaution gestellt, aber auf unsere Posten werden die Briefe nicht mehr mit Adressen eingetragen, daher auch recommandierte Geldbriefe öfters spurlos verschwunden sind. -

Wir denken Ihrer in Liebe und Treue, und jetzt, bei der Anwesenheit von Liszt,der uns mit der Fürstin Wittgenstein und ihrer Tochter besuchte, sprach ich viel mit ihm über Sie! Ich fuhr zur Stadt, um der Aufführung von Liszts Musik beizuwohnen - das ganze Orchester war auf der Bühne, und er dirigierte am Notenpult. Seine Komposition, erklärten mir die Musiker vom Fach, überstürzen alle Regeln der bis jetzt gehabten und benutzten Grammatik, anstatt in Harmonien bewegt er sich fortwährend in Dissonanzen. Er nennt es Zukunftsmusik - doch da solche unschön ist, wird sie es schwerlich werden.Auch wurde er nur von seiner kleinen Partei beklatscht¬das Publikum war still und kalt, ja zischte einmal. Er führt den (entfesselten) Prometheus auf, wo nur Hirkmacher sehr gefiel und Dantons Hölle gar nicht applaudiert wurde.

Ich fuhr zur Stadt und gab ihnen eine kleine Soiree,nachdem ich den Abend vorher sie bei Carus gefunden, wo die Fürstin ungemein freundlich und zuvorkommend zu mir war. Sonderbar, daß bei berühmten Leuten ein solches Verhältnis durchgeht - sie nennt ihn Du, behandelt ihn als Eheherrn und ihre und seine Zimmer vereinigt eine Türe! -

Nächsten Freitag gibt Jenny Lind im Hotel de Saxe ein Konzert, das 1ste in Dresden. Auch Joachim und Clara Schumann gaben 2 musikalische Soireen und noch vor dem Fest erwartet man Herrn von Bülow,Liszts Schwiegersohn, den er mir ordentlich an das Herz gelegt. Liszt sagte, ganz laut, das Klavierspielen haßte er und langweilte ihn, er wollte nur noch schaffen! - Er sprach, daß er das Leben der heiligen Elisabeth vor hätte, aber nicht melodramisch und ohne Declamation, nur mit Chören und Roquette dichtete den Text dazu.

Denken Sie nur, der arme Schullehrer Kreißig,den ich mit zu seinem Beruf erzogen und den Sie mit einem Buche beglückten, hat mehrere Anfälle von Blutstürze gehabt,sich in seiner Schu¬le zu viel angestrengt und der Arzt fürchtet, daß er nicht hergestellt wird. Der Arme! -

Heinrich Riccius,der in Köln Konzertmeister war, hat einen Ruf nach London bekommen, ist dort als Professor sehr gut bei einem Königlichen Institut angestellt. Noch immer bin ich in Maxen. Das Wetter ist so schön. Frau von Berge verreist und mein Mann entbehrt mich nicht, besonders abends. So kann ich die liebe Gräfin Eliza nicht sehen, die ganz zurückgezogen lebt und doch recht kränklich ist und leidend und gar Zll gern abends ganz all ein bei mir Tee trinkt - oder mich bei sich hat! Auerbach hat, ich weiß nicht, die wie viel Ausgabe von Barfüßele und 2 200 Taler damit verdient. Jetzt gibt er einen Volkskalender heraus. Er schickte mir die ersten Aushängeblätter. Da fanden wir über Gellert eine rührende Geschichte! Ich machte mir den Spaß, eines meiner Mädchen wie eine Bäuerin anzuziehen, einen Tragkorb auf den Rücken,darin in einem Neste eine fette Gans und darüber 3 große Kuchen.Sie klingelte, ließ sich Auerbach herausrufen, sagte, sie wäre Griserpts (?) Frau - und weil man an ihr Herze mit dem Gellert gar so sehr gerührt, brächte sie ihm die fetteste Gans und warmen Kirmeskuchen zum Geschenke! Da hat er später erfahren, wer die Frau ist und mir einen reizenden Brief geschrieben. -

Ihr &Sein 0der nicht Sein',natürlich mein Exemplar habe ich in die Schweiz nach Verag zum Geburtstag der Frau von Schwanenfels, die Sie ja kennen und die sich unendlich darüber gefreut! Heute stand in den Zeitungen von dem Bischof Ernst zu Brünn angezeigt ein Wunder: Ein blindes Mädchen mit dem Kinnkrampf noch behaftet, hätte ein Fläschchen mit dem taufenden Öl der heiligen Walpurgis gläubig zu Munde geführt und wäre augenblicklich sehend geworden! Ist es möglich, solche Öffentliche Bekanntmachung in unsrer Zeit?

Wo und wie werden Sie das Fest verbringen? Sehen Sie Graf Moltke? Wie lebt er einsam in Glorup - Ist Frau von Scavenius mit ihrer hübschen englischen Gouvernante dort, wenigstens sprach die Gräfin davon.

Wir richten unsren Kalender immer jährlich nach Ihrem Kommen ein, da ist unser Fest,da beginnen wir das neue, schöne Jahr. Möchten Sie uns nicht fehlen!

Mein Mann, Margaret, Minna rufen mir Grüße zu - ich aber drücke Ihre Hände in alter Verehrung und Liebe

Fr.

[Randnotizen:] Das Salz, was die Generalin schickte, nimmt man in einen Kaffeelöffel trocken ein, kein Wasser noch wie Brausepulver nach dem Essen oder hat man Magenbeschwerde, die meist von Säure herrührt. Es löst die Säure und die Fettbestandteile auf und ist nichts anders als Kohlensaures Natrium mit etwas Kochsalz !- .

...Hat denn Dickens auf Margarets Billett keine Handschrift für mich geschickt und was hat er jetzt unter der Feder? Werden Sie nicht Ihre &Perlenschnur' fortsetzen? -.

Die Henselt schreibt aus Gersdorf, warum ich Ihr &Singg' (?) nicht schickte, was Sie ihr versprochen mir zu übergeben. -.

... nach hier und hat dadurch als Adel-Hochwohlgeborenen. Sie wissen, wie lächerlich alles dies, aber als Ausländer berichte ich es, hat Jemand einen Orden hier, hat er auch Hochwohlgeborenen und Adelsrang. Lachen Sie nicht; wenn ich die Adresse berichtige, Major ist der niedrigste Hofrang hier..

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