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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 9. juli 1858

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Dato: 9. juli 1858
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden d. 9. Juli 1858

Theuerster verehrter Freund!

Endlich, endlich wieder eine Nachricht, welche mir Ihren Aufenthalt und Ihre nächsten Pläne nennt. Welche schöne Episode.­ - das Leben mit Ihrem herrlichen Freunde, möchte er bald nach Dresden kommen und mir durch Ihre Vermittlung seine Bekannt­schaft werden!

Auch ich habe Interessantes erlebt. Krank und elend verließ ich am 15. Mai Dresden und ging nach Ems! In Castel setzten wir uns aufs Dampfschiff, mit mir war meine Nichte Marie von Buchardi­ wer steigt auch ein? Der Herzog von Weimar und sein Hofrat Graf Henkels, welcher in Coburg seine Schwester und sein Regi­ment besuchen wollte. Er fixierte mich, und bald kam Graf Henkel, und stellte uns den Großherzog vor! Er setzte sich zu mir, sag­te mir viel Schmeichelhaftes, wie er mich nach einem Bilde, was er bei der Seidler erkannt - wiedererkannt. Und nun vertieften wir uns in ein Gespräch, wo Burg auf Burg, kaum flüchtig bemerkt, vor­überflog, und welches die ganze Fahrt bis Coblenz dauerte und er immer neben mir sitzen blieb. Er lud mich zum 3. September ein, wollte Ihnen selbst eine Einladung schreiben, fragte nach Ihrem jetzigen Aufenthalt und ich mußte ihm eindringlich ver­sprechen, ihm Nachricht zu geben, welchen Tag ich zurück reiste, weil er durchaus selbst mich nach der Wartburg führen und die­selbe mir zeigen wollte! - Jause wird das Ihnen alles erzählen! Leider war er dem ... Kreise entzogen ... sendete mir aber eine te1eg. Depesche durch Henkel, daß er dem Major v.Arnswald befoh­len, mich dann zu empfangen und sein Stellvertreter zu sein! ­Mündlich über die Wartburg. In Weimar blieb ich 2 Tage bei der Seidler - Baron von Maltitz und Plötz suchten mich auf und Mal­titz las herrlich bei der Seidler vor. Eine Ode, um welche ich ihn bat. Die Kur in Ems hat mir sehr wohl getan.Husten und Hei­serkeit sind fort, aber ich muß mich sehr schonen! Den 21.hat Serre zum Besten der Schiller-oder Tiedge Stiftung ein großes Konzert im Großen Garten zur Aufführung der Glocke in der Arena mit Tableau arrangiert. Könnten Sie doch dabei sein! Wahrscheinlich wird der 28. Juli ... Serre fürchtet es könnte mich zu sehr anstrengen und mir schaden und ich wieder so elend werden wie im Winter. Da Sie doch gewiß am 3. Septem­ber in Weimar sein müssen, so vermute ich, machen Sie sich recht gemütlich des Weges ... in Maxen uns, wo dann jeder Tag daraus zum Festtag dadurch wird. Die liebe Goethe bleibt auch den August noch hier!

Neulich, als wir ergriffen erst in Frankfurt die Zimmer zu se­hen, wo Goethe in seiner Jugend gewohnt und gearbeitet, und in Weimar, wo er so Großes geschaffen und wohnte. Walther Goethe führte mich selbst hinaus. Wie einfach wohnte er, entfernt von allen ..unigsten Ballast, der ihn die Gedanken zerstreut. Wissen Sie, daß Jenny Lind sich bei London angekauft und Dres­den verläßt - für Dauer? Bitte, schreiben Sie mir einige Worte von Paris! Ihr Buch habe ich noch nicht erhalten!

[Randnotizen:] Wie zählen wir die Tage, bis Sie kommen! Margaret ist nicht oben und Frau v.Berge, welche zwar wieder sehend, 1ei­det an der Wassersucht. Noch das Allerherzlichste von Ihrer

treu ergebenen

Fr.Serre

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