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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 26. august 1858

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Dato: 26. august 1858
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden am 26.August 1858

Theuerster Freund!

Unmöglich kann ich Caroline Bull nach Kopenhagen reisen las­sen, ohne Ihnen nicht ein paar Worte zu schreiben!

Als ich Sie bis an Ihren Eisenbahn-Salon begleitet, ging ich an das Ende des Perrons und wartete und wartete. Ich dachte, wenn der Zug vorüberrauschte, könnte ich Ihnen nur einen Gruß zuwinken, aber zu meiner Betrübnis waren Sie mit Herrn Drewsen in ein so eifriges Gespräch, daß kein Blick von Ihnen Beiden zu erlangen war, obgleich auch Margaret sich an meiner Seite eingefunden und trostlos war, zu spät gekommen zu sein.­ Still und traurig fuhr ich nach Hause, wo es mir leer und aus­gestorben in den heimischen Räumen erschien. Ich muß Ihnen doch erzählen, daß gerade 8 Tage später nach Ihrer Abreise, also gestern erst Rienzi zur Aufführung gekommen. Ich selbst bekam kein Billett und will mit Frau von Henn erst Montag ihn hören. Ich habe mir &Des Hirsches Flucht' holen lassen und Fr. v.H. hat angefangen vorzulesen - da fand ich die Zeignung ,An arme Marie'. Ich dachte, wenn Ihre Güte, die mich so hoch ehrt, mit der Zueignung eines Bandes - auch darüber an Frau Friederike bloß folgte - nicht Serre dazu? Was mei­nen Sie dazu?

Gestern erhielt ich von der Henselt einen Brief. Sie kommt Sonnabend den 28sten auf 14 Tage zu mir nach Maxen, will aber vorher 2 Tage in der Stadt bleiben. So komme ich wieder nicht eher hinaus, da ich - sie doch hier empfangen und bei mir logie­ren muß, was mir auch eine wahre Freude ist!

­Frau von Goethe ist gestern nach Prag und Wien abgereist. Ich war die letzten Stunden mit ihr und fuhr sie zur Eisenbahn. Ihr Verlust ist mir ein tiefer Schmerz! - Sie ist eine edle Seele - anregend - wohlwollend und war immer bereit, mich in den Augen der Menschen zu erheben! Fast jeden Abend wenigstens sah ich sie täglich früh oder abends, war ich bei ihr am lieb­sten allein, doch fand ich stets sie in angenehmer Umgebung.

Wie öde und leer wird mir Dresden nun im Winter erscheinen und dazu die Angst, daß irgend eine Erkältung oder Krankheits­anfall sie uns für immer entziehen kann. Wie weh tut es dem Herzen, diejenigen zu verlieren oder von ihnen getrennt zu leben, die man in - tiefster Seele liebt.

Mein Mann hat noch von der Regierung die Antwort erhalten, nachdem diesseibe Erkundigungen einziehen wird, was die übri­gen Regierungen tun werden, ob ihre Protektion und Consence bestimmen. Nun hat man sofort beim Großherzog von Weimar und Coburg Anfrage getan. Sie begreifen, in welche Sorge mich die­ses ein neues Unternehmen-vor allem sein zügelloser Eifer und unbegrenzte Hoffnungen und Anstalten dabei setzen.­Schiller hat wohl Recht,wenn er sagt: &Das Leben ist schön' aber Es ist auch schwer".

Sigwald ist auch betrübt, seine Schwester fortlassen zu müs­sen - ja, das Scheiden, ich fühlte es kürzlich, tut weh.

Amely Bölte hat ein Engagement bei einer russischen Gräfin gefunden und reist morgen mit ihr nach Paris - London - und ich weiß nicht von Alles sie für 8 Monate. Auch gut, daß sie fort­geht - Morgen auch reist Clara Heinke mit ihrer Tante ab! Gräfin Moltke klagt über Brustkrämpfe und Beklemmungen und wird wohl ihre magnetische Kur hier verlängern müssen! Auerbach besuchte uns gestern. Er bedauerte, Sie nicht gesehen zu haben und sprach sich als wahrer Freund über Sie aus!­

Immer denke ich, wie herrlich wäre es - brächten Sie einen Win­ter hier zu. Aber man darf Pläne machen?

Schon sehne ich mich zu wissen, wie es Ihnen auf der Reise ergangen - und ob Sie Ihr Übel ganz beseitigt haben.

In treuer Verehrung Ihre

Fr.Serre

[Randnotiz:] Herzliches an Herrn Drewsen. Frau von Hann sagte, es hätte ihr wahrhaft der Abschied leid getan, sie hätte ihn nicht wiederholen mögen und wäre daher nicht gekommen.­

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