H.C. Andersen-centret ved Syddansk Universitet. Hjemmesiden er en base for forskning, tekster og information om og af H.C. Andersen. Man kan finde materialer om (nøgleordene) eventyr, forfatter, litteratur, børnelitteratur, børnebøger, undervisning, studie, Victor Borge, HC Andersen, H. C. Andersen, liv, værk, tidstavle og biografi, citater, drømme, FAQ, oversættelse, bibliografi, anmeldelser, quiz, børnetegninger, 2005 og manuskripter
The Hans Christian Andersen Center

Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 17. december 1858

Hop forbi menu og nyheder

Dato: 17. december 1858
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden den 17.Dezember 1858

Theuerster,verehrter Freund!

Da liegt seit einigen Tagen vor mir das herrliche Buch, wel­ches meinen Namen, ein so schönes unvergängliches Denkmal setzt - und mein Herz schlägt in tiefer Anerkennung und Dankbarkeit!

Glauben Sie, ich verstehe und fühle ganz den Wert davon! Lange habe ich keinen freundlichen Brief von Ihnen zur Ant­wort-nur die Apfel und Reißer der Frau von Scavenius sagten mir, Sie hätten meiner gedacht. Ich habe ihr kürzlich geschrie­ben und ihr ein kleines Medaillon von Gips geschickt, die letzte und reizende Komposition Rietschels,der Christ Engel. Vielleicht macht es ihr eine kleine Freude.Ich vermute Sie zum Weihnachtsfest bei ihr auf Baesnæs. Ich habe mir etwas ausgedacht.Auf meinen Spaziergängen fand ich öfters Steine in der Müglitz,welche Amethystadern hatten, wie Sie wissen. Ich ließ die schönsten schleifen, und da sie so dunkel und schön ausfielen wie die orientalischen, Knöpfe für Sie daraus fassen - und bitte nun diesselben als wahres Eigentum vom Maxner Grund und Boden zu tragen. Ich lege sie auf Ihren Weihnachtstisch!

Wissen Sie daß Margaret wieder zu mir kommt? Die Gräfin läßt ihre französische Marietta wieder kommen und den Kammerdiener Carl, welche sich in Paris geheiratet - obgleich sie weiß, daß sie sie sehr betrogen und Marietta sogar sie verklagt und ihr den größten Ärger gemacht - aber sie sagt - sie können ohne Sie nicht bestehen - und diese haben erklärt,so lange Margaret im Hause kämen sie nicht! Da bittet mich dann die Gräfin, wir Margaret sie wieder zu nehmen, und obgleich Beide mich sehr gekränkt und sehr Unrecht gegen mich gehandelt - so denke ich an 16 Jahre des freundlichen Zusammenlebens - und nehme sie wieder auf, zumal da die kleinen Sorgen in meinem groBen Haus halt jetzt mir sehr schwer gefallen sind und Minna in Maxen bleiben muß, da Frau von Berge wegen ihren Fuß nicht fort kann! -

Die Gräfin ist trostlos, daß der Graf nicht zum Fest kommt und Harald mit dem Pferde gestürzt und sich so ver1etzt, daß er seinen Urlaub jetzt auch nicht antreten kann. Nach wie vor ist sie schwesterlich zu mir und behauptet, nur bei mir fühl­ te sie sich wohl, verkehrte mit interessanten Menschen und hät­te geistige und musikalische Genüsse,und es ist wahr, ich bin recht glücklich darin und halte es für eine Gnade Gottes.

Hettner trägt zuweilen etwas vor,Carus liefert seine neuesten Aufsätze im Manuskripte, und bald sehe ich Liszt und die Witt­genstein, bald Andere mir ausgezeichnete Künstler zu, die auf meinen Erard spielen.

Sie haben wieder eine Ihnen sehr ergebene Freundin verloren­die alte Frau von Decken ist gestern begraben. Sie ist sanft aus Schwäche eingeschlafen. Mit Frau von Zöllner geht es fort­während auf Tod und Leben.Ganz unfähig ist sie zur leichte­sten Unterhaltung. Ich hatte einen großen Kampf zu bestehen. Herr von Goethe reiste zu seiner Mutter nach Venedig, redete mir zu mitzureisen. Frau von Goethe bot mir dort Wohnung an ­kurz - eine schönere Gelegenheit finde ich nicht wieder. Doch mein Mann sagte, ich wünsche es nicht, ich brauche Dich bei meinen vielen Angelegenheiten jetzt­bedarf ich einer Aussprache - und obgleich ich immer wie ein Hemmschuh ihn zurückhalte - so ist dies gerade vielleicht nötig. Er war wieder in Weimar und Minister Watzdorf sagte, der Herzog müsse sein Wort halten und würde eine kleine Villa geben - warum verspräche er so leichtsinnig - mir ist dies Alles unangenehm, wie Sie begreifen.

Keine Unterschrift

[Randnotiz:] Die Schröder-Devrient, Frau von Bock ist diesen Win­ter in Dresden

Tekst fra: Se tilknyttet bibliografipost