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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 22. marts 1859

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Dato: 22. marts 1859
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden d.22.März 1859

Mein verehrter theurer Freund!

Wenn ich im Irrtum war, wegen des Erhalts einer Antwort,so ver­zeihen Sie. Sie wissen,meine Gedanken ziehen zu Ihnen in Treu und Hingebung!- Wie sehr erschrocken habe ich mich über die Nachricht Ihres Unwohlseins! Gott sei Dank, daß es vorüber ist. Hier erschüttern mich von so vielen Seiten, die Nachrichten von Schlagfüssen (?) geben! Auch die gute Geheimrätin Carus wurde ein Opfer desse1ben. Mittags noch ganz wohlauf, da sinkt sie tot in ihrem Ohrenstuhl und nur durch stundenlanges Röcheln zeig­ten sich noch Lebensfunktionen.Der Geheimrat erträgt mit Fas­sung den großen Ver1usLSeine ernsten Beschäftigungen sind ihm die beste Zerstreuung! - Auch den Maler Naumann hat ein Gehirn­schlag betroffen, der ihm zwar nicht das Leben gekostet, doch sein Gesicht für immer ganz entstellt und seinen Arm ge1ähmt! ­Sie begreifen, daß solche Begebenheit um uns herum, ernst und traurig stimmen.

Von Clara Heinke hatte ich im Januar einen Brief, worin sie mitteilte, daß ihre Tante Natalie Werner ebenfalls vom Schlag gerührt, doch wieder ziemlich hergestellt sei.- Genug des Lä­sterns-der Frühling ruft - er erwacht mit seinem jungen Grün ­- und ich sehne mich hinaus ins Freie - nach meinem Stilleben in Maxen. Und doch fürchte ich Serre zu verlassen, der immer noch mit den Vorbereitungen seiner Lotterie, die ihn leider auch schon viel Geld kosteten, tief beschäftigt ist - und noch keine schriftliche Genehmigung der Regierung hat. - Ihn hier allein in dem weiten Quartier zu wissen, ängstigt mich. Die Nächte ohne Beistand, wenn ihm etwas zustößt, und soll ich hier in der Stadt bleiben - und in der erquickenden Jahreszeit das Land aufgeben?

­Sie halten oder lesen wohl die Europa und haben in Nr.7 die Biographie Gutzkows von Kühne gelesen, die denselben sehr beleidigt, daß er ihn gefordert - und die Sache nur durch die Eh­renerklärung in Nr. 11 ausgeglichen wurde! - In dem letzten Blatt Nr.13 stehen Ihre neuen Historien, anerkennend und in wenigen Worten besprochen. Ich schickte ihm dazu mein Exemplar und teilte ihm mit, was Sie mir schrieben über die neuen Historien, die nachdem Anfangsbogen noch ins Deutsche über­setzt werden müßten. Er erwiderte, er selbst hätte die Europa ganz abgegeben und nichts mehr damit zu tun, und die Absicht, in einigen Wochen nach Frankreich und weiter zu rei­sen, weshalb Sie wohl an Lorck darüber zu schreiben hätten. Er scheint mir wegen der Gutzkowschen Geschichte sehr disputabel(?)! -

Sie antworten nicht, ob Sie der Cyclus von 12 Vorstellungen von Schil­lers Dramen im Juni in Weimar beiwohnen wol1en. An den Schluß derselben fällt des Groß Herzogs Geburtstag. Leider sind die höchstinteressanten 12 Vorträge von Hettner über Kunstge­schichte und Malerei beendet, die wir mit großer Teilnahme verfolgten. Mit Frau von Zöllner scheint es sich etwas zu bessern, nach eingetretener schweren Krisen! - Graf Moltke kehrt den 4. April nach Glorup zurück, schreibt er jetzt. Die Gräfin bleibt hier und geht im Juni nach Kreuznach.

Die Frage ob Krieg, ob Frieden beschäftigt alle, auch hier.

[ ohne Unterschrift]

[um den 25.März 1859]

Clara Schumann gab 2 Konzerte. Hier im Hause ist Alexander Dreischocks Konzert angesetzt - Morgen Abend wird er mit Graf Moltke und Graf Hohentha1 pp. den Tee bei uns trinken. Am 19ten dieses, ist eine kleine Kiste durch den Spediteur Sehe von hier an Sie abgegangen. Sie bringt meinen Geburtstagsgruß zum 2ten April. Ich bitte Sie dringend, dieselbe erst an Ihrem Tage zu öffnen und vorsichtig auszupacken. Ich hoffe gewiß, der Inhalt wird Ihnen angenehm und interessant sein. Vorläufig mei­nen warmen Glückwunsch! Wir werden 2-3 Uhr Ihre Gesundheit trinken und unsre Gedanken hoffentlich werden sich begegnen. Mein Mann grüßt und gratuliert herzlich. Fr.

[Randnotiz:] Minna, Margaret und Frau von Hann wollen Ihnen Glük wünschen!

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