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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 22. april 1859

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Dato: 22. april 1859
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden am 22.April 1859

Theuerster,verehrter Freund!

Sie können ermessen, wie außer mir ich war, als Sie mir schrie­ben, daß die Statue zerbrochen zu Ihnen gelangt! Wenn man es im Atelier von Rietschel bestellt, sein Geschäftsführer der Bildhauer Wüssing es übernimmt, Verpackung, Spedition, so denkt man doch ganz sicher zu sein! Und nun doch nicht, es ist gräu­lich!

Ich habe die Freude auf 2 Tage die Schwester von Frau von Goethe, Ulrike, die von Venedig - kommt, bei mir zu haben, sie er­zählt viel von dort und wie kriegerisch Alles dort aussieht. Endlich ist nun die definitive Entscheidung aus Weimar ge­kommen. Der Großherzog gibt das Gartenhaus mit Garten als 1stes Los zu Serres Lotterie, doch nicht seine besondere Pro­tektion, noch die Erlaubnis fürs Ausland. Die Bedingung ist, daß Serre ins hiesige Comite wieder eintritt. Das Alles, ist nun meinem Mann sehr wenig angenehm! - Aus dem Junifest wo alle Dramen Schillers von Künstlernotabilitäten aufgeführt werden sollten, und der Schluß an seinem Geburtstag den 24sten sei, wird nichts! - es ist in den Zeitungen widerrufen!­ Auch ich fühle mich seit einiger Zeit wieder sehr unwohl, hu­ste und bin fieberhaft! - heute ist Doktor Kühne mit seiner Frau nach Brüssel und später nach Paris gereist, wenn anders kein Krieg ausbricht und das Reisen hindert.

Gräfin Moltke arbeitet wieder fleißig, zeichnet, malt, musiziert, komponiert. Sie haben wohl den Grafen in Kopenhagen gesprochen! Warum geben Sie mir nie Anwort, nie ein Hoffnungswort zum Wiedersehen,für den Sommer?

Clara Heinke schickte 2 schöne Zeichnungen 1 von Schiller 1 von Gluck für Serres Lotterie, überhaupt fehlt es an Anfragen nicht für Lose und Zusendungen von Gaben, besonders Bücher und schriftstellerische Werke! - auch Ihre Werke werden nicht fehlen, oder wenigstens einige davon, nicht wahr! Kühne hat so­eben ein Schauspiel beendet, Hammer ein Lustspiel, wenn sie nur zur Aufführung kommen, und - gefallen! ­

Davison ist auf Urlaub bis zum 4. Juli, Emil Devrient hat Streit mit den Direktoren gehabt - und ist seit September nicht aufge­treten und man weiß nicht,ob es noch geschieht. Dafür ist ein Herr Saubag, Bruder der Gräfin Ross engagiert, der nicht Übel spielt, doch ein hartes Organ hat und häßlich ist.

Gräfin Moltke ist sehr in Sorge um ihr Haus das in Cremona steht - und gilt es wirklich ihn ins Feuer zu schicken, fürchte ich ... sie in der Nähe!

Mit Frau von Zöllner scheint es etwas sich zu bessern - dafür hört man wie arg in keinem Jahre, von so viel unerwarteten To­desfällen durch Schlagfüße, wozu die gelinde Witterung wohl Veranlassung gibt, und manch lieber Bekannter wurde ein Opfer davon. Man hält daher um so fester an seinen Lieben: Auch Frau von Berge leidet sehr an ihrem Fuße! Ach, dieser nahe Krieg, auch hier ist Alles gerüstet. Gott zum Gruße!

In Treue Ihre Fr.

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