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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 18. marts 1860

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Dato: 18. marts 1860
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden am 18.März 1860

Theurer, verehrter Freund! Ihr Geburtstag naht, und meine Gedanken ziehen zu Ihnen! Mögen Sie froh und herrlich - gefeiert und verehrt, den Tag verbringen, und die ganze künftige Lebenszeit! Gott hat auf Ihre Wege das Füllhorn seiner schönsten Gaben ausgegossen-und Sie gesegnet! - Lange dachte ich nach, was könnte nur dem theuren FFeund die kleinste Freude machen,da fiel mir ein,ob diese Blätter, die Bendemanns und Hübners bedeutendste Arbeit enthalten, Ihnen vielleicht interessant seien! Auch zeichnete Bendemann seine Freunde vor seinem Abgang nach Düsse1dorf - und hierbei folgen 2 Photografien davon auch Ihre Freunde - Rietschel und Carus. Sie werden ihnen wohl ein Plätzchen gönnen.-Ich höre und sehe fast nichts - als was die National-Schiller-Lotterie betrifft, denken Sie, 265 000 Lose sind verkauft, und täglich laufen 20, 30 Briefe mit neuen Bestellungen ein. Serre kam krank von Wien, und lag an geschwollenen Füßen 2 Monate beinahe hart und fest, und noch jetzt muß er sich schonen und kann nur Stunden lang auftreten. -

Vergessen Sie ihr Märchen auch nicht-er bi ttet darum nicht zu lang und bald. Wann wird man Ihre deutschen übersetzungen lesen? Graf Harald, welcher den 5 April in Kopenhagen sein will versprach mir alle Aufträge für Sie zu übernehmen, doch ich traue ihm nicht, und bitte lieber Carl Andersen darum. - Es ist doch viel Glück für die beiden jüngeren Söhne Moltkes, der Eine, Gesandter in Paris, der 2te Rittmeister in der dänischen Armee. Übrigens ist E1ise immer die liebevolle, schwesterliche Freundin zu mir, und ihre Söhne betrachten mich ebenso. Es ist doch etwas Schönes um wahre, treue Freundschaft! -

Frau von Goethe ist fast immer krank, und hütet das Bette, ebenso Ulrike und sie werden keinen Winter in Dresden wieder verbringen. Für Sie tragen sie mir die herzlichsten Glückwünsche auf. Haben Sie denn dort auch die Briefe Humboldts und Varnhagens herausgegeben von Ludmilla Ahring, seiner Nichte? Es ist von ihr die abscheulichste Indiskretion,das vert:raut:e Gespräch zweier Freunde zu veröffentlichen. Humbold spricht sich häßlich gegen den König von P. seinen Wohltäter aus, aber noch abscheulicher über unsern Großherzog von Weimar - und was hat er mit diesem Buche getan, nachdem es ihn auf das Tiefste gekränkt, da er Humbold liebte? Er hat es seiner Bibliothek geschenkt - und die Stellen die negierend waren - angestrichen und darunter geschrieben - eine Lüge. Ich wollte Ihnen das Buch senden, aber Arnold meinte, es sei längst in Kopenhagen, und Sie gewiß durch die Zeitungen und Bekannte danach aufmerksam gemacht! -

Clara Heinke kommt im Mai - auch Frau von Goethe hat die Absicht die letzte Hälfte des Mai in Maxen zuzubringen - wenn warmes Wetter, dann reise ich erst: den 1 Juni nach Ems! Könnten Sie zu gleicher Zeit dort sein. Humbold ist in den Adelsstand, den erblichen erhoben,und hat den Wladimir Orden, eine Dekoration, die nur Standespersonen hohe erhalten. Er geht auch Anfang Juni nach Ems !

Doch Ihre Zeit wird sehr in Anspruch genommen sein und ich fürchte mein langer Brief hat das Schicksal wie viele Andere, einige Zeit bei Seite zu 1iegen!Ich übergebe daher die Feder Frau von Berge!

Herzliche Grüße hinzufügend mit den aufrichtigsten Wünschen für Ihr Wohl theurer Freund die aus dem Herzen kommen und deshalb den Weg zum Herzen finden mögen empfiehlt sich Ihrem Andenken Ihre alte Freundin Fr.v.Berge

Auch Minnas Gruß aus der Ferne sende ich Ihnen. Sie sitzt vereinsamt auf Maxen seitdem ich ein paar Wochen in der Stadt war doch gehe ich in diesen Tagen zurück und dann sprechen wir zusammen von Ihnen in Liebe v.B.

Haben Sie gehört, daß in Wien ein Drama von Mosenthal &Düveke' gegeben wurde? Margaret läßt grüßen und herzlich Glück wünschen. Auch meinen Herzensgruß noch zum Schluß und die Bitte bald mit einem Brief zu erfreuen

Ihre getreue Fr. Serre

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